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11. Oktober 2018 | Autor: Pinkstinks

Hamburger Schülerinnen zeigen Wut zum Weltmädchentag

Pressemitteilung

Hamburger Schülerinnen zeigen Wut zum Weltmädchentag / Foto: Pinkstinks
Hamburger Schülerinnen zeigen Wut zum Weltmädchentag / Foto: Pinkstinks

Hamburg, 11.10.2018 - „Wir wollen sichtbar sein!" rappt Sängerin Jamie Watson, während eine Gruppe Hamburger Schülerinnen auf Autodächern und vor Graffiti-Wänden tanzt. Nach ihrem Protest gegen Germanys Next Topmodel und dem erfolgreichen Video „Not Heidis Girl", das im Frühjahr 2018 über eine Million Views erhielt, hat die Schülerinnengruppe aus Hamburg-Eimsbüttel jetzt die deutsche Sprache im Visier. Zum Weltmädchentag 2018 möchten die Kids das Gendersternchen bewerben, das aus „Chefs" „Chef*innen" macht und alle anspricht: Männer, Frauen und alle Geschlechter dazwischen. 

„Wenn ihr ‚Chef' sagt, denk ich automatisch an nen Mann – aber ich kann nur werden, was ich auch sehen kann!" lautet eine Zeile aus dem Rap. Das generische Maskulinum wurde 2018 im Bundesgerichtshof diskutiert, als eine Kundin nicht als „Kunde" angesprochen werden wollte. Studien belegen eindeutig, dass sich Mädchen unter männlichen Berufsbegriffen nicht mitgemeint fühlen, obwohl sie es laut generischem Maskulinum tun sollten. Auch „Geschäftsführer", „Politiker" und „Wissenschaftler" sind Wörter, bei denen man primär an Männer denkt.

Die Wut der Mädchen trifft ein aktuelles Thema: Nach #MeToo wurde auch am Bundestag diskutiert, ob es nicht Zeit sei, die Nationalhymne mit „Heimatland" und „couragiert" minimal zu ändern, um zeitgemäßer zu sein. Ein vehementer Widerstand der Union war die Folge. „Während Millionen für eine umständliche Rechtschreibreform ausgegeben wurden, scheint es undenkbar, die Sprache geschlechtergerecht zu machen, auch wenn Studien ihre Ungerechtigkeit beweisen", sagt Marcel Wicker von Pinkstinks, der den Text zum Rap schrieb. Die Hamburger Mädchen sind da schneller: Unter Regie von Lara-Maria Wichels hauen sie ihre Wut und ihre Vorgaben für eine neue Sprachreform raus. Erwachsene nachäffend rappen die Kids:

„‚Das ist doch viel zu kompliziert und stört den Lesefluss!' 

Nee. Gar nicht. Und: Was muss, das muss!"

Produziert wurde das Video von Pinkstinks, Protest- und Bildungsorganisation gegen Sexismus und Homophobie. Die Idee, die Texte und die Szenen für das Video entstanden, wie bei „Not Heidis Girl", in enger Zusammenarbeit mit den Jugendlichen. Technisch umgesetzt wurde das Video von Jendrik Hillebrecht.

Video: Rapsong der Hamburger Schülerinnen


Kontakt: Marcel Wicker, Redakteur Pinkstinks: marcel@pinkstinks.de, Tel: 0174 7596739

Unter www.pinkstinks.de/pressefotos finden Sie alle Dateien in Druckauflösung, bitte vermerktes Credit zitieren.

Studien: Deutsche Gesellschaft für Psychologie, 2015

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