Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie zu, dass wir Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen.

Suche öffnen
10. Oktober 2018 | Autor: Andreas Habicht

Vorwärts Andalusien

Gedanken zum im Sommer gegründeten andalusischen linken Parteienbündnis - von Andreas Habicht, Málaga

Bildnachweis: https://es.wikipedia.org/wiki/Adelante_Andaluc%C3%ADa#/media/File:Adelante_Andaluc%C3%ADa_Logo.svg , Lizenz: Public Domain
Bildnachweis: https://es.wikipedia.org/wiki/Adelante_Andaluc%C3%ADa#/media/File:Adelante_Andaluc%C3%ADa_Logo.svg , Lizenz: Public Domain

"Adelante Andalucía" heisst die neue Koaliton der Linksparteien in der spanischen Region Andalusien. Sie wurde im Sommer 2018 gegründet, um die fortschrittlichen linken Kräfte Andalusiens zu bündeln und Geschlossenheit für die Wahlen zum andalusischen Parlament, die im kommenden Jahr anstehen, zu demonstrieren.

Aufstehen auf andalusisch?!

Wer dies aus der Ferne beobachtet, der könnte hier durchaus der Eindruck bekommen, dass es sich hier um eine Art "andalusisches 'Aufstehen'" handelt, soll doch hier ebenfalls eine "Einheit" hergestellt werden.

Bei genauerer Betrachtung sieht man allerdings ganz gewaltige Unterschiede. Es handelt es sich hier tatsächlich um eine Koalition linker Parteien, die man zwar auch als Bewegung betrachten könnte, allerdings wurden, von vorne herein reaktionäre Kräfte, die sich vielleicht auf dem Papier als "links" bezeichnen, aber letztendlich mit ultra Konservativen gemeinsame Sache machen, ganz klar aussen vor gelassen.

Ein Wahlbündnis fortschrittlicher Kräfte

Desweiteren handelt es sich bei "Adelante Andalucía" um ein Bündnis, damit nicht jede der linken Partei einzeln antreten muss und nach Innen, sowie nach Aussen hin Geschlossenheit gezeigt werden kann. Die - zumindest im Ausland - bekannteste Partei die Andalusien vorwärts bringen möchte, ist "Podemos"- die Partei des Politikwissenschaftlers Pablo Iglesias Turrión, die von der bürgerlichen Presse in Deutschland auch mal gerne als "linkspopulistisch", bis hin zur "linken AfD" tituliert wird, (was natürlich vollkommen unzutreffend und an den Haaren herbei gezogen ist, da diese Partei tatsächlich Lösungen aufzeigt und nur das ewige Gleichsetzen von "rechts" und "links", das bei konservativ- reaktionären Kräften immer schon beliebt ist, ein weiteres Mal unterstreicht). Weitere Parteien sind die "Izquierda Unida Los Verdes Convocatoria por Andalucía" (Vereinigte Linke Die Grünen Wahlaufruf für Andalusien)- ein Parteienbündnis, eine Art Dachorganisation forschrittler Kräfte unter Einschluss "richtiger" Kommunisten. Die beiden anderen Parteien, "Izquierda Andalucista" (Andalusische Linke), sowie "Primavera Andaluza" (Andalusischer Frühling), spielen eher eine untergeordnete Rolle.

Der allerdings wichtigste Punkt, ist der basisdemokratische Charakter dieses Bündnisses. Die in "Adelante Andalucía" vertretenen Parteien befragten die Mitglieder und registrierte Sympathisanten, ob sie überhaupt diese Zusammenarbeit wünschen.

Es handelt sich hierbei also keineswegs um eine private Initiative, wie "Aufstehen" (in Deutschland), bei der noch nicht einmal die Parteibasis befragt wurde, sondern um eine echte Alternative, zu der derzeit, auch im spanischen Andalusien gegen die Bürger gerichtete Politik des nationalen und internationalen Grosskapitals. Natürlich ist den im Bündnis vertretenen Parteien gemeinsam, dass sie sich entschieden rechten Tendenzen widersetzen.