Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie zu, dass wir Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen.

Suche öffnen
14. Dezember 2016 | Autor: Jennifer Gregorian

Die allgemeine Versklavung der Frau

Im Sadomasochismus ist es ein Spiel. Ehepartner spielen jedoch nicht Herr und Sklavin: Für die meisten Paare ist dieses Rollenspiel ganz normaler Alltag.

Frau am Küchenfenster / Senorhorst Jahnsen / CC BY 2.0
Frau am Küchenfenster / Senorhorst Jahnsen / CC BY 2.0

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren im Jahr 2012 in Deutschland 71,5 Prozent aller Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren erwerbstätig, 2002 lag die Quote noch bei 61,8 Prozent.
Bei der von Frauen ausgeübten Arbeit handelt es sich Mehrheitlich nicht um Karrieren oder Berufungen, sondern um Zuarbeit, um den Mann, der Karriere macht, zu unterstützen. Falls eine Unterstützung des Mannes nicht notwendig ist, handelt es sich lediglich um eine Beschäftigungstherapie für einen Rechtfertigungsgrund („Ich bin emanzipiert, ich arbeite drei Stunden am Tag.“). So hatten 2003 46 Prozent der berufstätigen Frauen eine geringfügige Beschäftigung.
Obige Schlussfolgerungen sind ferner naheliegend, wenn man sich ansieht, in welchen Berufen (bzw. nicht einmal Berufen, sondern Aushilfstätigkeiten) Frauen mehrheitlich vertreten sind (u. a. Stichwort „Frauenberufe“).

Karriere ist also größtenteils Männersache. Dafür besteht Dreiviertel der weiblichen Arbeitszeit aus unbezahlter Hausarbeit und Kindererziehung. Es ist fast schon selbstverständlich, dass die Frau zu Hause bleibt, sobald Kinder da sind. Na klar, schließlich verdient sie weniger: Frauen verdienen in den gleichen Berufen immer noch rund 22 Prozent weniger als Männer. Dazu ist ihnen der Zugang zu Managerpositionen oft verwehrt – die berühmte „gläserne Decke.“ Außerdem gehört es zum allgemeinen Selbstverständnis, dass sie das Heimchen am Herd spielt, wobei dieses Selbstverständnis in den Dienstleistungsstaaten  langsam bröckelt. Aber die gesellschaftliche Konzeption und die internalisierten Rollenbilder, welche die Norm prägen, geben es vor, dass die Frau dem Mann den Rücken freihält – selbst in den Dienstleistungsstaaten. So kann er Karriere machen und Kinder haben. Frauen, die Karriere und Kinder zugleich wünschen, sehen sich in der Regel vor unüberwindbaren Hürden.

Die Konsequenz aus dem Dilemmata ist die materielle Abhängigkeit der Frau. Möchte sie sich trennen, so steht sie vor dem Nichts: Kein Job, keine Chancen auf eine gute Stellung und durch die Kinder auch keine Zeit zum Arbeiten. Allein die Unterhaltszahlungen von ihm und Hartz IV sind Lichtblicke. Wobei eine Vielzahl der Herren sich von der Zahlung drücken. Und wenn Hartz IV schon einen Lichtblick darstellt, kann man sich vorstellen, wie dramatisch die Situation, insbesondere die Abhängigkeit, der Frau ist. Also muss sie parieren, sie muss ihm gefällig sein, hinter ihm her putzen, ihm die Pantoffeln bringen, für ihn kochen, seine Kinder großziehen, … kurz sie ist seine kostenfreie Bedienstete. Schließlich hängt ihre Existenz von seinen Launen ab. Sie muss sogar Misshandlungen hinnehmen, bzw. meint oft, das zu müssen oder sieht es als geringeres Übel an. Er kann sich hingegen problemlos trennen. Durch eine Trennung steht er nicht vor dem Ruin. Aufgrund dieses ungleichen Machtverhältnisses ist eine Beziehung auf Augenhöhe nicht möglich. Sie ist seine Sklavin.
Auch wenn es den Sklavinnen aus Deutschland, Frankreich oder den USA besser geht als denjenigen aus Saudi Arabien, Eritrea, Iran oder Pakistan, das Prinzip ist das gleiche.

Durch diese soziale Konzeption und die unverbindliche Norm (Frau hat bei den Kindern zu Hause zu bleiben und Versorgungstätigkeiten zu übernehmen) wird das Rollenverständnis, dass Frauen an den Herd drängt, weiter stabilisiert. Zumindest was die fortschrittlichen Gesellschaften der Dienstleistungsstaaten anbelangt, ist es höchste Zeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Von islamistischen Staaten kann man an der Stelle nicht reden: Z. B. haben Frauen in Saudi Arabien erst kürzlich den Status des Säugetiers erreicht.

Zahlen: Statistisches Bundesamt

Banner 300x250
Banner 300x250