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18. Dezember 2016 | Autor: SpIn

Verletztengeld

Beim Verletztengeld handelt es sich um eine Regelleistung nach §§ 45 ff. Siebtes Buch Sozialgesetzbuch der gesetzlichen Unfallversicherung.

Voraussetzungen für den Anspruch auf Verletztengeld

Das Verletztengeld steht gesetzlich Versicherte zu, die aufgrund eines Arbeitsunfällen oder einer Berufskrankheit, arbeitsunfähig sind oder sich in einer Heilbehandlung befinden. Eine weitere Bedingung ist der vormalige Bezug mindestens einer der folgenden Leistungen:

    - Arbeitsentgelt aus einer lohnabhängigen Beschäftigung
    - Arbeitseinkommen aus selbständiger Tätigkeit
    - Arbeitslosengeld I
    - Arbeitslosengeld II
    - Kurzarbeitergeld
    - Winterausfallgeld
    - Übergangsgeld
    - Mutterschaftsgeld
    - Versorgungskrankengeld
    - Krankengeld
    - Verletztengeld

Zudem können Versicherte Verletztengeld beantragen, sobald:

  • Sie aufgrund einer Behinderung Leistungen zur Teilnahme am Arbeitsalltag benötigen und sich diese Zuwendungen verzögern. Der Grund der Verzögerung darf allerdings nicht bei den Leistungsberechtigten liegen.
  • Sie während einer Heilbehandlung Hilfe für die Teilnahme am Erwerbsleben brauchen.
  • Sie die Verantwortung für ein verletztes Kind unter 12 Jahren tragen, welches Pflege und/oder Betreuung benötigt.    

Die Höhe des Verletztengeldes

Die Höhe der Leistung beträgt 80 Prozent des einstigen regulären Nettoverdienstes.
Freiwillig gesetzlich Versicherten zahlt die Unfallversicherung entsprechend dem Kalendertag den 450. Teil des Jahresentgelts.   
Arbeitslose Versicherte erhalten eine Leistung in der Höhe des Arbeitslosengeldes.

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Das Verletztengeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Das heißt: Es stellt eine Einnahme dar, die zwar als steuerfrei gilt, aber dennoch zu versteuern ist; nur liegt die Steuer in diesen Fällen unterhalb der regulären Steuer für gängige Einkünfte.

Anzurechnende Werte

Bei dem Bezug von Verletztengeld, werden folgende Einnahmen angerechnet:
- Arbeitsentgelt (z. B. Lohnfortzahlung durch die Arbeitgeber_innen)
- Einkünfte aus geringfügigen Beschäftigungen
- steuerfreie Entgeltbestandteile
- Arbeitslosengeld I und II
- Kurzarbeitergeld
- Winterausfallgeld
- Versorgungskrankengeld
- Mutterschaftsgeld
- Unterhaltsgeld

Leistungsbeginn

Der Anspruch auf Verletztengeld fängt mit dem ärztlichen Attest über die Arbeitsunfähigkeit oder dem Beginn der Heilbehandlung an. Da Lohnfortzahlungen voll angerechnet werden, beginnt die Leistung jedoch erst nach dem regulären Ende dieser Zahlungen.   

Leistungsdauer

In der Regel wird das Verletztengeld für 78 Wochen gewährt.
Die Berechtigung zum Bezug von Verletztengeld endet vorzeitig, wenn:

  • Die Leistungsbezieher gesundheitlich wieder in der Lage sind, eine zumutbare Tätigkeit anzunehmen.
  • Eine Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ausgeschlossen ist.
  • Die Heilbehandlungen eine Vollzeittätigkeit verhindern.
  • Ein Anrecht auf Übergangsgeld besteht.
  • Den Versicherten Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder andere, im § 50 Abs. 1 S. 1 SGB V angeführte Leistungen zustehen und diese Leistungen in keinerlei Zusammenhang mit dem Arbeitsunfall oder der Berufskrankheit stehen.