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24. März 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Mehr Vergewaltigungen durch Flüchtlinge?

Die Statistiken weisen einen alarmierenden Anstieg von Sexualstraftaten seit der Flüchtlingskrise auf. Wie sind diese Zahlen zu interpretieren und welches sind die Ursachen der zunehmenden sexualisierten Gewalt gegen Frauen? Wie sieht es mit Lösungen aus?

Frau wird verfolgt / Photographee.eu – Fotolia
Frau wird verfolgt / Photographee.eu – Fotolia

2016 klärte die Polizei mehr als 37.400 Sexualdelikte auf. Laut BKA war in 3404 dieser Straftaten  mindestens ein Zuwanderer Tatverdächtiger. Das wären  9,1 Prozent aller Verdächtigen und doppelt so viele als im Vorjahr.
In 14,9 Prozent (d. h. in mehr als jedem siebten Fall) der angezeigten Fälle von Vergewaltigung und schwerer sexueller Nötigung war der Tatverdächtige ein Zuwanderer. Folglich sind Zuwanderer im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung bei derartigen Delikten unverhältnismäßig stark vertreten.
Was Vergewaltigungen im Allgemeinen anbelangt, gab es einen rasanten Anstieg: 2016 soll es gemäß Polizeilichen Kriminalstatistiken (PKS) 1.175 versuchte und 6.744 vollendete Fälle von Vergewaltigungen gegeben haben. (Die Zahlen für 2017 sind noch nicht veröffentlicht). Das sind 12,8 Prozent und 897 Fälle mehr als 2015. Es wurden 6.476 Tatverdächtige ermittelt, darunter 38,8 Prozent Männer mit Migrationshintergrund und davon rund 800 Asylbewerber. Unter den mutmaßlichen Tätern mit Migrationshintergrund stammten 15,1 Prozent aus der Türkei, 9,2 aus Syrien und 8,6 aus Afghanistan.
Von 2015 auf 2016 stieg zudem die Zahl der Gruppen-Vergewaltigung von 80 auf 90 Fälle. Hierbei bestand die Hälfte der Tatverdächtigen auf Zuwanderern.

Das BKA  definiert als Zuwanderer: Asylbewerber, Bürgerkriegsflüchtlinge, Geduldete und illegale Migranten.

Erklärungen zu dem alarmierenden Anstieg von Sexualdelikten

Einige Analysten behaupten, die Zahlen würden nicht pauschal auf eine höhere Gewalttätigkeit von Flüchtlingen hinweisen, was Sexualdelikte anbelangt. Wir sind der Sache nachgegangen und haben Erklärungen für den massiven Anstieg dieser Delikte zusammengetragen.

Macho-Kulturen

In erster Linie stammen sie Täter und Tatverdächtigen mit Migrationshintergrund überwiegend aus Kulturen, in welchen Frauen noch weitaus weniger wert sind, als in westlichen Gefilden. Insbesondere Frauen ohne Begleitung und leicht bekleidete Frauen sehen die betreffenden als Freiwild an.

 

Höhere Gewalttätigkeit von jungen Männern

Hinzu kommt, dass rund 70 Prozent der Neuzugänge aus jungen Männer, zwischen 14 und 30, bestehen. Auch in Deutschland, sowie in den meisten anderen Ländern, ist diese Gruppe überproportional häufig für Straftaten verantwortlich. Laut dem Professor für Kriminologie und Kriminalpsychologen, Prof. Dr. Christian Pfeiffer, sollen 2014 14- bis 30-jährige Männer lediglich 9,3 Prozent der Bevölkerung der Bundesrepublik ausgemacht haben und 51 Prozent aller registrierten Gewaltstraftaten verursacht haben. Das ist mehr als jede zweite Tat. Folglich begingen junge Männer schon vor der Flüchtlingskrise fünfmal so viele Gewaltstraftaten, wie der Rest der Bevölkerung.

Verschärfung des Sexualstrafrecht

2017 wurde das Sexualstrafrecht endlich verschärft: Nun kann auch sexuelle Nötigung zur Anzeige gebracht werden. Zwar mit lächerlichen Folgen für die Täter, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls hat sich dadurch das Anzeigeverhalten geändert. Das ist aber in unserer Untersuchung nicht relevant, da die hier dargelegten Zahlen sich auf die Jahre 2015 und 2016 beziehen. Es ist jedoch von einem deutlichen Anstieg von Anzeigen im Jahr 2017 auszugehen.

Sensibilisierung für das Thema sexuelle Gewalt  

Was bislang stillschweigend hingenommen oder bagatellisiert wurde, hat nun einen anderen Stellenwert. Dass sexualisierte Gewalt, die sich überwiegend gegen Frauen richtet, endlich einen höheren Stellenwert erlangt hat, ist leider nicht in einer Weiterentwicklung der deutschen Gesellschaft in Richtung Gleichberechtigung zu verorten, sondern im Rassismus. Frauen, die einst verlacht, beschimpft, kriminalisiert, unterdrückt, erpresst und bedroht wurden, wenn sie sexuelle Gewalt zur Sprache brachten, werden nun von Männern hofiert, insofern der Täter ausländische Wurzeln hat. Hinzu kommen die rechtsextremen Frauen, die Fake-Anzeigen aufgeben (in den Polizeistatistiken werden schließlich nicht die Verurteilten erfasst, sondern nur die Tatverdächtigen).
Ungeachtet dessen hat der Rassismus etwas Positives bewirkt: Sexualdelikte werden nun weniger verharmlost und betroffene Frauen werden zunehmend Ernst genommen – auch zum Nachteil weißer, biodeutscher Vergewaltiger. Das führt wiederum dazu, dass mehr Frauen sich trauen, Verbrechen anzuzeigen. 

 

Ausländer werden eher angezeigt

Nach einer Studie des Kriminologischen Instituts Niedersachsen e.V. (KFN) werden Sexualdelikte ausländisch wirkender Männer eher zur Anzeige gebracht, als die deutsch aussehender Täter. Letztere zeigen nur 18 Prozent der Opfer an, während ausländisch wirkende Täter in 44 Prozent der Fälle angezeigt werden.

Tatverdächtige sind noch keine Verurteilten

Die Anzahl der Tatverdächtigen sagt noch nichts darüber aus, ob sie auch tatsächlich die Täter waren. Es ist davon auszugehen, dass es mehr Täter als Anzeigen gibt. Trotz der steigenden Sensibilisierung überwiegen oft Scham und Angst, so dass viele Taten nicht zur Anzeige gebracht werden. Auf der anderen Seite hat man die Fake-Anzeigen rechtsextremer Frauen. Laut Lutz Helm, Betreiber von Hoaxmap (Projekt, das Gerüchte entlarvt und sie zeitlich und geographisch dokumentiert) hat einen drastischen Anstieg von Falschmeldungen verzeichnet, nachdem immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland kamen. Ein Hochstand sei vom September 2015 bis März 2016 ersichtlich. Insbesondere nach den Massenübergriffen auf Frauen in der Silvesternacht habe die Anzahl der Fake-Anzeigen zugelegt. Dabei kamen die meisten aus Dresden, einer Hochburg des Rechtsextremismus, wo auch die islamfeindliche PEGIDA-Bewegung entstanden ist. 

Rainer Wendt warnt: „Mit Kriminalstatistiken sollte man keinen Wahlkampf machen."

Selbst Reiner Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft im Deutschen Beamtenbund (DpolG) und Kritiker der Flüchtlingspolitik, der oft und gerne (zu Unrecht) von Rechtsextremen vorgeführt wird, warnt davor, mit Kriminalstatistiken Wahlkampf zu machen. „Die Behauptung, dass Eingewanderte haufenweise Frauen vergewaltigen, ist einfach nur Unsinn.“ Laut dem Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft begeht nur eine kleine Minderheit der Zugewanderten Sexualdelikte und diese fänden meistens innerhalb von Flüchtlingsunterkünften statt. Das erachtet Wendt nicht als weniger dramatisch; er widerlegt dadurch nur die Behauptung Rechtsextremer, dass deutsche Frauen durch Flüchtlinge gefährdet seien. 
Auch laut Martin Rettenberger, Direktor der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden, ist die Gefahr, Opfer einer Sexualstraftat zu werden, nirgendwo höher, als in einem Flüchtlingsheim. Allein in der Hauptstadt hat die Polizei 2016 71 Sexualstraftaten von Flüchtlingen registriert, die in den Heimen verübt wurden.

Nun liegt allerdings die Vermutung nahe, dass Männer, die Frauen, welche auch noch, im wahrsten Sinne des Wortes, im selben Boot sitzen, so behandeln, eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen. Aktuell verüben sie die Verbrechen überwiegend in den Heimen, weil sie dort weniger Strafen befürchten. Das heißt nicht etwa, dass sie vor westlichen Frauen mehr Respekt hätten, im Gegenteil. Auch wenn aktuell allenfalls eine geringe Gefahr für deutsche Frauen von diesen Männern ausgeht, sind sie generell als Gefährder anzusehen. Dazu ist es, wie Wendt zurecht bemerkte, ebenso schlimm, wenn sie Flüchtlingsfrauen misshandeln. 

Insgesamt geringere Gefahrenlage

Nach einer Dunkelfeldstudie von KFN hat die Gefahr, Opfer einer Vergewaltigung zu werden, für Frauen zwischen 16 und 40 Jahren, abgenommen: 2006 lag sie bei 2,6 Prozent, 1992 waren 4,7 Prozent. In der Studie wurden auch Delikte erfasst, die nicht angezeigt wurden. 
Diese Untersuchung deutet darauf hin, dass es keine Korrelation zwischen Flüchtlingskrise und  Sexualdelikten gibt. Stattdessen kann man davon ausgehen, dass die deutsche Gesellschaft einen Schritt nach vorne gemacht hat, was die Sicherheit von Frauen anbelangt. Allerdings hat KFN einen leichten Anstieg zwischen 2011 (2,4 Prozent) und 2016 festgestellt: 0,2 Prozentpunkte. Hierbei könnten Zuwanderer mit eine Rolle spielen, allerdings keine signifikante.

Anlass zur Sorge teilweise berechtigt

Ferner ist zu bedenken, dass die Anzahl der Flüchtlinge im Vergleich zu der Anzahl der deutschen Bevölkerung sehr gering ausfällt (auch wenn Rechtsextreme gerne was anderes behaupten). Demnach sind es doch recht viele ausländische Tatverdächtige (Verdächtige, nicht Täter wohlgemerkt). Das kann ungeachtet der höheren Sensibilisierung und der Fake-Anzeigen ein Anlass zu Sorge sein.

Das Patriarchat als Auslöser der Gewalt gegen Frauen

Es ist mühselig, sexualisierte Gewalt kulturell zuzuordnen. Dennoch ist es wichtig, um die Gesamtzusammenhänge zu erörtern (und auch, um das Thema nicht den Rechtsextremen zu überlassen). Denn nur wenn man die genauen Umstände eines Problems kennt, kann man es beheben. Der eindeutige Hintergrund sexualisierter Gewalt gegen Frauen ist das Patriarchat. Dieses herrscht weltweit in unterschiedlichem Maße vor. Es ist klar: Wo eine Gruppe vorherrscht, wird eine andere unterdrückt. Innerhalb westlicher Zivilisationen bewegen wir uns (zwar mit Backlashes) stetig in Richtung Gleichberechtigung. Vergewaltigungen sind demnach in den westlichen Zusammenhängen größtenteils verpönt (außer teilweise innerhalb der Ehe sowie innerhalb der Prostitution etc.). Die Flüchtlinge kommen aber aus Ländern, wo das Patriarchat noch viel rigoroser obwaltet. Oftmals sind Frauen nichts wert, dürfen sogar vergewaltigt werden und Vergewaltigte müssen ihre Peiniger heiraten. Vielmals dürfen Frauen allein nicht einmal das Haus verlassen und die Vergewaltigung einer unbegleiteten Frau, wird ihr zu Lasten gelegt. Bei Männern, die auf diese Weise sozialisiert wurden, sind die Grenzen, Frauen Gewalt anzutun, wesentlich niedriger. 
Die Lösung kann allerdings nicht darin bestehen, das Problem auszusperren und die Opfer in den betreffenden Staaten ihrem Schicksal zu überlassen. Vielmehr gilt es, patriarchale Zusammenhänge aufzudecken und zu eliminieren, hier im Westen, bei Neuankömmlingen und in den streng patriarchalen Gesellschaften.

Unabhängig davon kann man von Krieg, Terror und Hunger Verfolgten nicht die Hilfe verwehren, weil darunter Männer sein könnten, die noch sexistischer sind, als wir es hierzulande gewohnt sind. Zumal westliche Staaten eine Mitverantwortung für die desolate Lage in vielen Staaten haben.
Ferner wurden die Opfer sexualisierter Gewalt überall auf der Welt stets ignoriert. Die Sorge um Frauen und Frauenrechte, sei sie nun von Rechtsextremen (die wollen ohnehin Frauen in die 30er zurück katapultieren, um sie an Heim und Herd zu fesseln) oder auch von Staatsorganen, ist heuchlerisch. Kriege für Land, Öl, Bodenschätze etc. sind an der Tagesordnung. Es gab aber niemals Sanktionen, Abmahnungen, Weigerungen zu handeln oder dergleichen wegen der Missachtung von Frauenrechten. Dies müsste aber ein wesentlicher Ansatz werden und ein Thema der internationalen Politik.