Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie zu, dass wir Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen.

Suche öffnen
10. Juli 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

Vereinbarkeit von Familie und Beruf - reine Frauensache

Geschäftsmann mit Baby / © goodluz - Fotolia.com
Geschäftsmann mit Baby / © goodluz - Fotolia.com

Ist von Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Rede, denken die meisten automatisch an Frauen - zurecht. Denn Männer haben keine Familie. Nein, das ist nicht ganz richtig: Sie haben eine Familie zum Vorzeigen. Schließlich sollen alle sehen, dass sie ihren Soll auf Erden ordnungsmäßig erfüllt haben. Und vor allem, dass sie fortpflanzungsfähig sind.
Um die Brut kümmert er sich nicht, das ist Frauenarbeit. Wozu hat er denn geheiratet? Und wozu hat er studiert? Doch nicht etwa um Windeln zu wechseln und Geschirr zu spülen! Auch wenn sie die weitaus bessere und engagiertere Studentin gewesen sein sollte, nutzt ihr das nichts: Bei ihr stimmt halt die Chromosom-Zusammensetzung nicht. Sie ist nun mal eine Frau und als solche für den Haushalt und die Nachwuchsversorgung prädestiniert.
Der Arbeitgeber fragt ihn in der Regel nicht nach seinen Familienplänen. Diese steht nämlich hinter dem Job. Bewirbt sich eine Frau, wird sie, insofern sie die Stelle bekommt, gehaltsmäßig erst mal runtergestuft, da sie ein Kind kriegen könnte. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie überhaupt Kinder haben will oder kann. Hier macht sich die Arschkarte bei der Chromosom-Zusammensetzung wieder bemerkbar, oder besser gesagt die patriarchale Ausbeutung. Das kann ihm nicht passieren. Er muss sich jedenfalls keine Gedanken machen, wie er seine Familie mit dem Beruf vereinbart. Dafür hat er sich schließlich eine Sklavin zugelegt, die sich um alles zu kümmern hat. So will es schließlich auch die Natur. Also steht seiner Kariere nichts im Weg.

Banner 300x250
Banner 250x250


Bei ihr ist es anders: Ob verheiratet oder geschieden, sobald Kinder da sind, hat sie sie in der Regel an der Backe. Dann kann sie zusehen, wie sie diese mit dem Beruf in Einklang bringt. An Kariere ist meistens nicht zu denken.
Auf der anderen Seite gibt es tatsächliche Väter, nicht bloß Samenspender, die um ihre Sprösslinge bemüht sind. Allerdings noch zu wenige.

Mehr Pflichten für Männer würden der Schieflage Abhilfe schaffen. Wären sie nämlich verpflichtet, für ihren Nachwuchs Verantwortung zu übernehmen, gäbe es schon längst kostenfreie Kitas und Wickeltische in der Managerabteilung.

Banner 300x250
Banner 300x250