Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie zu, dass wir Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen.

Suche öffnen
28. Januar 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Die vegane Bratwurst für den normalen Bauarbeiter

Gourmet, Bio-Rohkost, exklusive Dinner – all das gibt es bereits im veganen Sektor. Auch Bio Fasfood-Läden sind vorhanden. Allerdings kann man die Burger dort vergolden und in die Vitrine stellen. Was fehlt, ist die preiswerte Bratwurst, das Mettbrötchen oder der Leberkäse für die ganz normale Bauarbeiterin oder den Bauarbeiter.

Vegane Grillwurst / SpIn
Vegane Grillwurst / SpIn

Der vegane Lifestyle ist wichtig, für die Tiere, die Umwelt, die Menschen in ärmeren Ländern und das Klima. Somit kommt Produzenten, Shops und Gastronomen eine hohe Verantwortung zu. Leider kommen viele der nicht nach und verstärken nur gängige Vorurteile, wie etwa, dass in veganen Produkten zu wenig Protein sei oder dass sie teuer und schlecht wären. Vegan muss besser sein als der Rest! Wem die Tiere schon egal sind, der sollte zumindest an unseren eigenen Lebensraum denken.

Vormals war der vegane Lifestyle nur was für Freaks. Mittlerweile hat er sich etabliert, allerdings recht einseitig. Das Angebot bedient Yuppies, Hippster und Trend Foodies, die ordentlich was auf der hohen Kante haben und dazu auch noch die Zeit mitbringen, ewig auf ihr sparsam portioniertes Gourmet-Trend-Food zu warten. Es ist gut, dass dieser Bedarf abgedeckt ist, sehr gut sogar. Aber das ist erst ein kleiner Teil der Bevölkerung. Was ist mit dem Monteur, dem Schweißer oder dem LKW-Fahrer, der sich schnell mal in der kurzen Mittagspause eine Bratwurst holen will. Der wird in seiner Mittagspause sicher nicht in ein exklusives Vegan Café gehen und dort eine Dreiviertelstunde warten, bis ihm für 5,90 Euro ein Toast mit ungewürztem Natur-Tofu serviert wird, bei dem die Marinade vergessen wurde (im Original so erlebt).
Nun könnte man annehmen, die Bio Fastfood-Läden würden diesem Bedarf gerecht werden. Dem ist aber nicht so. Trotz Selbstbedienung und dreckigen Tischen, muss man mindestens eine Viertelstunde (wenn der Laden leer ist) für einen Burger ab fünf Euro warten. Das ist also weder was für die Mittagspause noch für einen normal verdienenden Menschen. Dabei sind einige der Burger geschmacklich gar nicht so übel.
Jedenfalls fehlt schlichtweg das vegane Angebot für die breite Masse.  

Wer sich berufen fühlt, kann eine Marktlücke füllen und dabei noch etwas Gutes für den Planeten tun. Klar, muss vegan teurer sein: Es gibt keine Massenproduktion und die Lebensmittel werden nicht subventioniert. Aber viele Anbieter übertreiben es mit den Preisen. Auch wer die teure vegane Wurst bestellt, könnte sie an einem Bratwurststand oder in einem Laden für 2,50 bis 3 Euro verkaufen. Außerdem gibt es die Option, preiswert selbst zu produzieren.


Geschmacklich sowie von der Konsistenz sollte die pflanzliche Wurst dem tierischen Pendant in nichts nachstehen

Das muss sie auch nicht: Mit Soja-, Weizen- und Lupineneiweiß haben wir bereist die idealen Grundsubstanzen. Nun muss die Wurst nur noch ordentlich gewürzt werden, wie das fleischliche Pendant, aber wie die besten Exemplare dessen. Die Herstellungsprozesse für pflanzliche Wurst, Steaks, Burger oder Nuggets sind weitaus simpler und weniger zeitintensiv.

„Vleisch“ ist Protein

Was geschmacklich nicht sonderlich gut rüberkommt, sind Getreideburger oder Burger aus Bohnen und anderen Hülsenfrüchten (ausgenommen Falafel). Es ist auch kein Wunder, dass so etwas den menschlichen Geschmacksnerven widerstrebt (zumindest denen der meisten Menschen): Schließlich handelt es sich um Kohlehydrate die in Fett frittiert und dann wieder mit Kohlehydraten (Brot) serviert werden. Brot in Fett auf Brot schmeckt nicht. Okay, bei dem Bohnenburger ist auch ein guter Teil Eiweiß enthalten, dennoch ist der Kohlehydratanteil unverhältnismäßig hoch. Auch vegetarisches Fleisch, also „Vleisch“ sollte aus Protein bestehen. „Ich brauche Fleisch, ich arbeite schwer.“ - Der Satz wäre damit hinfällig. Außerdem haben wir bereits sehr wertvolles, reines veganes Protein mit einer sehr hohen Wertigkeit. Wozu also das Rad neu erfinden und einen Burger aus Haferflocken, Dinkelkleie und Weizenschrot basteln, der wie Pappe schmeckt?

Der vegane Bratwurststand – ein politisches Projekt

Es gab und gibt bereist einige vegane Bratwurststände. Diese passen aber nicht in die Kategorie, die hier gefragt ist. Obwohl die dortigen Produkte sehr teuer waren/sind und geschmacklich okay bis gut, haben sie nicht wenig Umsatz gemacht. Ein Beispiel hierfür ist der vegane Bratwurststand von Taifun in Freiburg auf dem Marktplatz. Die Wurstkretaionen von Taifun sind teilweise nicht schlecht, allerdings sind sie von sich aus schon sehr teuer. Daher empfiehlt sich an der Stelle die Eigenproduktion.
Ein veganer Imbiss zu annehmbaren Preisleistungsverhältnissen, etwa neben einer größeren Fabrik, wäre somit weitaus mehr als ein Business – das dazu auch sicherlich gut laufen würde. Es wäre ein politisches Projekt.

Wenn Sie solch ein Projekt starten möchten oder bereits gestartet haben, kontaktieren Sie uns. Wir begleiten es medial und stellen ihnen sämtliche PR-Leistungen preiswert zur Verfügung.