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04. April 2016 | Autor: SpIn

Vegan - Umstellung leichter als man denkt

Immer mehr Menschen wollen ihre Ernährung auf vegan umstellen. Allerdings fürchten sie, dass es kompliziert sei und sie dabei auf viele Dinge verzichten müssten. Dem ist aber nicht so.

Veganes Menü mit Steaks, Reis und Salat / SpIn
Veganes Menü mit Steaks, Reis und Salat / SpIn

Es gibt gute Gründe, Fleisch, Eier und Milchprodukte von der Speisekarte zu streichen: weniger Tierleid, keine so hohe Umweltbelastung, weniger Menschenrechtsverletzungen und nicht zuletzt die eigene Gesundheit.

Langsam auf pflanzliche Ernährung umstellen

Meistens ist der Kopf schneller als der Magen: Die Vorteile der veganen Lebensweise liegen schließlich auf der Hand und sind den Betreffenden längst bewusst. Die meisten haben sich bereits geistig umgestellt. Nun geht es darum, die Wandlung auch physisch zu vollziehen. Hierbei ist es von Vorteil, wenn man gemächlicher und dafür nachhaltiger vorgeht. Eine zu schnelle Umstellung kann die Annahme eines Verzichts verstärken. Schließlich kennen Einsteiger noch nicht die Vielfalt pflanzlicher Lebensmittel und Rezepte. Viele wissen wahrscheinlich noch nicht, dass man jedes Gericht vegan zubereiten kann. In der Regel ist es nicht nur besonders lecker, sondern auch viel gesünder. Insbesondere der Fett- und der Cholesterinanteil sind niedriger.
Allerdings ist Verzicht, auch der rein subjektiv empfundene, immer frustrierend und führt dazu, dass die einst enthusiastischen Veganer die Flinte ins Korn werfen. Einige sind daraufhin sogar so frustriert, dass sie gegen die vegane Lebensweise hetzen. Es gibt auch Menschen, die den Versuch, vegan zu leben, auslassen und gleich mit der Hetze einsteigen. Sie wissen, dass etwas falsch läuft, trauen es sich aber nicht zu, jemals vegan zu leben. Das ist aber ein anderes Thema.


Ein weiteres Problem mit dem empfundenen Verzicht ist, dass sich bei den Betreffenden Heißhungerattacken auf Käse, Wurst oder Schnitzel einstellen könnten. Diesen folgt ein Gefühl des Versagens. Zudem verstärkt diese Abfolge den Anschein des Verzichts.

Daher empfiehlt es sich, nach und nach die Ernährung und die gesamte Lebensweise umzustellen. Dabei können sich alle, die jeweils nötige Zeit nehmen und dabei stets neue Produkte entdecken und Lieblingsgerichte veganisieren. Auf diese Weise wird die Umstellung zu einem spannenden Prozess und zu einer Bereicherung.

Nicht von Fanatikern beirren lassen

Der Grossteil der Veganer ist aufgeschlossen und freut sich über jede Person, die ein Bewusstsein über die Situation der Tiere, der Umwelt und auch der Mitmenschen entwickelt. Langzeitveganer können da gute Tipps geben und bei der Umstellung behilflich sein. Allerdings gibt es auch unter Veganern "schwarze Schafe". Hin und wieder kommt es vor, dass Neuzugänge abgeschreckt werden, etwa indem Fanatiker ihnen ein schlechtes Gewissen einreden. Z.B.: „Wie könnt ihr es nur wagen, euch mit der Umstellung Zeit zu lassen. Die ermordeten Tiere haben schließlich auch keine Zeit.“ Wenn jemand weniger tierische Produkte konsumiert, macht das aber kein Tier wieder lebendig. Es werden nicht einmal weniger Tiere produziert, gefoltert und umgebracht. Aktuell gibt es eine hohe Überproduktion. Die Opfer landen direkt auf dem Müll oder in einer Biogasanlage. Zumeist betreiben die Inhaber von Tierfabriken zugleich auch Biogasanlagen. Das soll nicht heißen, dass die vegane Lebensweise nichts bringt, im Gegenteil: Jeder einzelne Veganer ist ein Gewinn! Durch seinen Lifestyle und sein Wirken trägt jeder zu einer besseren Welt bei. Dazu reagieren auch die Lebensmittelproduzenten auf die Nachfrage nach pflanzlichen Lebensmitteln. Das sieht man bereits aktuell in dem wachsenden veganem Angebot in Supermärkten, auf Märkten, in Restaurants, Universitäten, Kliniken etc.


Individuelle Umstellung auf die vegane Lebensweise

Die hier empfohlene langsame Übergangsweise hat keine Allgemeingültigkeit. Es gibt auch Menschen, die nach einem einschneidenden Erlebnis von jetzt auf gleich tierische Lebensmittel aus ihrer Ernährung verbannt haben und noch nie einen Rückfall hatten. Der Übergang zum veganem Lifestyle ist folglich eine individuelle Sache und da sollte sich niemand reinreden lassen.