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04. August 2016 | Autor: Alice

Hochs und Tiefs im Kampfsport – lasst Euch nicht entmutigen!

04.08.2016 – Food & Training Diary von vegan Kampfsport und FitnessFreak, Alice 

vegan Kampfsport und Fitness / Alice
vegan Kampfsport und Fitness / Alice

Im Kampfport gibt es gute und schlechte Tage, Erfolge und Misserfolge. All das dient uns dazu, zu wachsen. Aus Misserfolgen gilt es zu lernen und nicht sich entmutigen zu lassen. Um das zu veranschaulichen, will ich Euch etwas aus meiner Kampfsportgeschichte erzählen. 

Als ich mich entschied zu boxen, habe ich einfach den Verein gewählt, der bei uns in der Nähe war, und das war keine gute Idee. Besser gesagt, es war ein großer Fehler. Es handelte sich um einen großen Verein mit vielen Sportarten und hohen Preisen. Beim Boxen war die Fluktuation sehr hoch. Manche Leute kamen nur einmal im halben Jahr. Ich ging regelmäßig zweimal die Woche hin. Trotz der Unregelmäßigkeit war der große Raum immer überfüllt und es war nur ein Trainer für mehr als 70 Leute da. Ich stand ein halbes Jahr lang am Sandsack und wusste nicht was ich tun soll. "...Jab, Cross, Uppercut. Der andere kontert mit dem linken Hook und ...". Ich dachte nur: "Welche Sprache sprechen die da eigentlich?" Youtube hat mir dann weiter geholfen und irgendwann wurde ich endlich auf die Menschheit losgelassen, d. h. ich durfte mit einem lebendigen Partner trainieren. Ich habe aber weiterhin alles falsch gemacht, ohne es zu ahnen. 

Dann wurde der Laden renoviert und neu gestaltet. Ich nutze die Zeit, um andere Vereine anzusehen. Dabei kam ich zu einem viel günstigeren und blieb dabei, einfach nur wegen des günstigen Preises. Dort waren wenig Leute, ca. 10 und das Training war sehr präzise und intensiv.

Derzeit dachte ich, ich könnte boxen. Es war hart, als ich erfuhr, dass ich alles falsch machte und in Wirklichkeit nichts konnte. Ich stand also nach fast einem ganzen Jahr bei null. Das ärgerte mich maßlos. Aber ich blieb dabei. Dort lernte ich schnell und durfte bald zu den Jungs in den Ring. Ich war happy! Dort waren die Fortgeschrittenen und die mittelmäßig Fortgeschrittenen. Wir machten viel Sparring, wodurch das Training für mich eine andere Qualität bekam. 


Wieso Boxen?

Ich war immer schon etwas ungeschickt und ungelenk. Dabei musste ich an den aufgezwungenen Tanzkurs denken – eine Katastrophe. Ich habe es mir nicht zugetraut, komplexe Griffe, Würfe udn Hebel zu lernen. Irgendwann hat Lilly gesagt: "Boxen ist ein Sport für Idioten.". Da dachte ich: "Viellicht schaffst du es ja dann, ihn zu erlernen." Schnell wurde ich eines Besseren belehrt. Von wegen "Sport für Idioten" ... Da muss man ganz schön viel Technik, Koordination, Reaktionsfähigkeit, Schnelligkeit etc. lernen. Trotzdem habe ich es hinbekommen.

Kickboxen – neue Herausforderung

Es war also Zeit für eine neue Herausforderung. Ohnehin hatte ich den Einsatz der Beine immer vermisst, mir aber bis dahin nicht zugetraut. Beine sind mein Schwachpunkt. Zu Beginn hatte ich die größte Mühe bis zur Körpermitte zu treten, ohne umzufallen. Ich schämte mich total. Das war wieder äußerst frustrierend! Mein Boxen war sehr gut, aber die Beine grottenschlecht.
Inzwischen kann ich bis zur Kopfhöhe treten und es ist auch schon Kraft dahinter, vor allem im Rechten Bein. Die Frontkicks sind richtig heftig, die Sidekicks bringen mich hingegen manchmal noch aus dem Gleichgewicht, sind aber auch nicht schlecht. Ich habe sogar den Kick über den Rücken nach hinten gelernt.

Thaiboxen

Es war Sommer, 40 Grad und mit mir nur zwei Leute im Training. Der Trainer zeigte uns Techniken aus dem Thaiboxen (Knie, Ellenbogen) und ein wenig Selbstverteidigung. Es war klar, ich müsste mein Repertoire erweitern.


Der Start in einem Thaiboxgym war wieder ein Desaster. Ich musste bei 0 anfangen. Dabei wollte ich dazulernen. Es war teilweise sehr langweilig, da die Techniken, die ich nicht kannte nur einen geringen Part des Trainings ausmachten. Aber auch die Techniken, die ich kannte, wurden nicht identisch ausgeführt und ich musste mich umgewöhnen. Dafür gab es keine Sidekicks und keine gedrehten Kicks über den Rücken. Es dauerte ein Dreivierteljahr, bis ich in eine fortgeschrittene Gruppe und zum Sparring durfte.
Es gab viele Trainer mit teilweise unterschiedlichen Herangehensweisen. Ich hatte immer den Eindruck, alles falsch zu machen. Die gesamte Zeit war total frustrierend. Mit der Frustration stieg die Unsicherheit und die Motivation sank auf null. Ständig hatte ich Verletzungen oder Erkrankungen (nicht beim Thaiboxen zugezogen) und musste fehlen.

Kampfsportverein-Odysee

Ich überlegte, den Kampfsport aufzugeben und kündigte. Freunde meinten, ich solle mir noch mehr Vereine ansehen und nicht gleich aufgeben. Nicht jeder Verein, würde zu jeder Person passen. Heute bin ich froh, dass ich den Rat befolgt habe. Derzeit dachte ich aber, es wäre gar keine gute Idee. Ich hatte aber nichts zu verlieren und ging in einige Kampfsportschulen zum kostenfreien und auch zum kostenpflichtigen Probetraining. Überall wo es Abstufungen gab, sollte ich wieder zu den Anfängern, ohne dass auch nur jemand sich angeschaut hätte, was ich kann oder nicht kann. Wirklich ätzend! Bekannte, die auch Kampfsport machen erklärten mir, dass Vereine das so handhaben, um Leute längerfristig zu binden. Mich haben sie aber vergrault.
In einer Sportschule durfte ich gleich nach dem Probetraining mit dem Trainer sparren. Ich war schon voll aus der Übung. Dennoch sagte er, dass ich viel könnte und er sich freuen würde, wenn ich dabei bliebe. Das war das erste positive Feedback nach – ich weiß nicht genau – eineinviertel Jahren, oder so. Ich dachte schon ich hätte ein genetisches Kampfsportdefizit. Dennoch bin ich nicht bei dem Trainer geblieben. Die Sportschule war eher auf Judo und Karate ausgelegt. Die Ausstattung war auch nicht optimal für Kick- und Thaiboxen, bzw. K1, das dort angeboten wurde.. Z. B. Waren die Pratzen zu dünn und es waren zu wenige da. Auch die Sandsäcke reichten nicht aus usw.


Irgendwann entschied ich mich jedenfalls für einen Thaiboxverein ohne Abstufungen und fand es dort ganz okay. Sehr schön war, dass dort auch ein Fitnessraum war, so dass ich mir das Fitnesscenter sparen konnte. Aber schon bald zeichnete sich einige Probleme ab: Die Trainer waren sehr jung und sie mochten mich nicht sonderlich. Der eine war beim Sparring so gar nicht zimperlich. Von wegen: "Der zeig ich's mal!". Er meinte, ich sei zu langsam und müsste mehr nach vorne gehen. Der andere meinte, ich sei zu hektisch und soll nicht so nach vorne drängen, weil ich mir da was einfangen könnte. Ich sollte mehr aufpassen und beobachten und auch mal zur Seite ausweichen. Wenn ich zur Seite auswich, meinte der andere : „Was machst du dort, dort ist doch niemand?" Ich war mega abgenervt. 

Als hätte das nicht gereicht, kam eine Frau in den Verein, klein und zierlich, also meine Größe. Sie hat mal an der Uni einen Kickboxkurs gemacht. Drei mal dürft ihr raten, wer sich ihr annehmen musste. Ich habe nichts dagegen, mit Anfängern zu üben. Auch da kann man viel lernen. Außerdem muss man im Kampfsport solidarisch sein. Aber sie war fast immer da und immer hieß es "Ladys zusammen".Ich durfte nicht einmal mehr beim Sparring  mitmachen, weil sie noch nicht dazu zugelassen war. Hinzu kam, dass sie einen psychischen Hauweg hatte. Man durfte sie bei den Übungen allenfalls leicht berühren. Fand sie eine Berührung zu heftig, ist sie ausgeflippt und hat einen mit einem unkoordinierten Fäustehagel eingedeckt. Das hat mich nicht weiter gestört, da kaum spürbar. Ich fand das nur total gestört und fragte mich, weshalb sie unbedingt eine Kontaktsportart ausüben muss. Durch die Zwangszuordnung verlor ich den Kontakt und den Anschluss an die Gruppe. Ich wurde auch technisch schlechter, bzw. habe mich nicht weiter entwickelt und konnte keine Energie abbauen. Gespräche mit den Trainern nutzen nichts. Sie beschimpften mich als asozial. Der eine ließ mich mal zum Sparring, brachte mich zu Fall und sagte dann: "Siehst du, du bist noch nicht so weit." Davor war ich es aber ... 

Ich kündigte und verlor auch das Interesse an Thaiboxen. Es ist bis heute für mich negativ behaftet. Ich wagte den Sprung ins kalte Wasser und in ging in einen MMA Verein, wo auch Kickboxen und Boxen angeboten wurde. 


Merkwürdiger Weise kam ich dort auf das Boxen nicht klar, das was ich eigentlich am besten kann. Der Trainer machte viel mit Koordination und damit hatte ich immer noch ein paar Schwierigkeiten. Obwohl es keine Abstufungen gab, teilte er die Leute in drei Gruppen und ich kam zu der Gruppe, die nicht einmal für Partnerübungen zugelassen war. Das konnte einfach nicht sein, nicht nach der Zeit! Er muss was falsch verstanden haben. Ich bat ihn, ihm zeigen zu dürfen, was ich kann. Er sah es sich an, fand es gut, war ab da aber total unfreundlich. Ich hatte den Eindruck, seine Autorität und Einschätzfähigkeit in Frage gestellt zu haben. Es war wie eine Strafarbeit, dass ich wieder zum Anfang musste. Das war also nichts!
Dafür war Kickboxen ganz okay. Es waren auch zwei Frauen dabei. Ich blieb ihnen anfangs fern, da ich noch von der Verrückten „traumatisiert“ war. Aber das waren taffe Mädels. Ich vermisse sie.
MMA war unglaublich anstrengend und auch kopfmässig total fordernd. Es hat aber hohes Suchtpotential. Ich habe alle Kämpfe auf Youtube wieder angeschaut und so langsam konnte ich verstehen, was die da machen.

MMA und Selbstverteidigung zur Vollständigkeit

Nur durch MMA habe ich das Gefühl von Vollständigkeit. Das hört sich jetzt bekloppt an, aber vielleicht versteht ihr mich ja. Jedenfalls hatte ich mir ganz zu Anfang, als ich allein am Sandsack stand, nie träumen lassen, dass ich mal MMA lernen würde. Auch später als ich Kick- und Thaiboxen machte, schien es mir in weiter Ferne. Ich hielt es nie für möglich, diese Vollständigkeit jemals zu erlangen, überhaupt dafür fit zu sein usw. Daher bin ich doch stolz, es so weit gebracht zu haben. Im MMA gibt es noch eine Menge zu lernen. Aber das ist auch die Herausforderung, die ich brauche. Man lernt ja ein Leben lang.

Eigentlich wollte ich für jeden Wochentag nach der Arbeit einen Kurs. Die Mitgliedschaft war schließlich teuer genug. Aber dadurch, dass ich mit dem Boxtrainer nicht konnte, hatte ich ungewollte Trainingslücken. Also kündigte ich. Außerdem wollte ich in einen Verein, wo man auch Selbstverteidigung lernt. Das ist auch noch eine Sache, die zur Vollständigkeit fehlt: Gegen mehrere Gegner kämpfen, Waffen abnehmen etc.


Wie ihr seht, gibt es viele Niederlagen und viele Probleme. Aber Kampfsportler kämpfen nicht nur im Ring und im Käfig. Also gebt niemals auf und lasst Euch nie entmutigen.

Stay strong!
Eure Alice


Ps. Was die Ernährung angeht, habe ich heute gut abgeschnitten, echt erfreulich! Nur das Fett war ein wenig hoch. Macht nichts. Tomatensauce mit Gemüse und Salami gab es später nochmal mit Reisnudeln, abgeschmeckt mit Hefeflocken (die ich allerdings nicht berechnet habe). War lecker! So kann man die Wurst von Vantastic Foods mit der merkwürdigen Konsistenz gut essen.

04.08.2016 Makronährstoffe

Produkt

Kohlenhydrate

Protein

Fett

Kalorien

Empfehlung151160461718
Protein Riegel Clif Builder's Vanille30209270
90 Aubergine2,251,080,1815
200g Vantastik Foods Samlami23,839,224,6480
90g Zucchini1,891,440,3617
35g Möhre1,860,380,079
20g Vollkorn-Rigatoni von enerBiO132,260,468,6
30g Tomatenmark5,51,530,0934
1g Knoblauch0,280,0601
3g Rapsöl00327
40g Reisprotein0,0434,81,15131,6
250g Soja-Reis-Drink134,52,393
Zwischenbilanz91,62105.2540.781161.2
30g Reisnudeln breit242,10,24106,8
47g Radieschen0,940,520,057
90g Blaubeeren5,50,630,5433
100g Sojajoghurt Rewe14,42,949
30g Sojaprotein Vanille0,3325,80,15115
500g Sojamilch4,520,512215
gesamt128159,256,661493