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07. August 2016 | Autor: Alice

Vegan Fitness unterwegs / Essen bei Bekannten / Dürre Fitnessladys?

12.08.2016 – Food & Training Diary von vegan Kampfsport und FitnessFreak, Alice 

Prag / Alice
Prag / Alice

Vier Tage Tschechien: Hier wohnt eine alte Schulkollegin. Sie hat sich ständig nach mir erkundigt. Nun wollte ich sie nach vielen Jahren endlich aufsuchen und mir bei der Gelegenheit Prag ansehen. 

Unterwegs rechne ich nicht, aber ich achte auf meine Ernährung. Durch das Rechnen kann ich zumindest den Bedarf an Makros abschätzen. Über sieben Stunden Fahrt durch malerische Landschaften. Es gab zwei Knäckebrote, Space Bar-Würstchen von Wheaty und dazu zwei Äpfel. Als Nachtisch einen Ananas-Mandel-Riegel, Rohkost, und einen Protein-Riegel von Clif's Builders. Ich habe eine eineinhalb Liter-Flasche stilles Wasser ausgetrunken und einen Reisprotein-Shake, den ich zu Hause schon vorbereitet hatte. Dann habe ich noch einen Kaffee bestellt und ihn ordentlich mit Sojamilch aufgegossen. Zum Schluss war er ein richtiger Milchcafé. 

Die Wheaty-Space-Bar-Würstchen sind ideal für unterwegs, nicht nur für Veggies. Die kosten einzeln 1,19 Euro. Man kann aber auch große Packungen bestellen,z. B. bei „Alles Vegetarisch“. Dann kostet ein Würstchen nur etwa 90 Cent bis 1 Euro. Zugegeben, dass ist immer noch ein wenig teuer, kommt aber Bio-Wurst aus Fleisch gleich. Dazu sind die Dinger unheimlich lecker und haben super Werte, u. a. 35 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm. 

Ich bin zwar kein Fan von Plastikverpackungen, aber für unterwegs ist es optimal, dass die Würstchen einzeln verpackt sind. Da muss man sie nicht erst mit den Händen befummeln, mit welchen man sämtliche Halterungen, Türklinken usw. angefasst hat. Das Gleiche gilt für Frucht- und Proteinriegel. Bananen sind diesbezüglich zwar auch nicht schlecht, aber sie werden schnell matschig. 

 

Zu Besuch bei Bekannten 

Ich habe in einer Jugendherberge übernachtet. Ein nettes, geräumiges Zimmer, zentrumsnah, für 22 Euro. Lisa und ich haben uns ewig nicht gesehen und ich wusste nicht ob wir so einen guten Draht haben, dass ich gleich bei ihr wohnen könnte und das auch wollte. Der Draht war tatsächlich abgebrochen. Die Grundschule lag schließlich schon ziemlich lange zurück. Dennoch war es ganz nett. 

Ich war bei ihr und ihrem Mann zum Essen eingeladen. Vegan machte ihnen schon sehr zu schaffen, sie mussten erst mal recherchieren was das ist. Dann auch noch kein Zucker, wenig Fett, selten Brot, … all das schien eine Riesenherausforderung. Sie fragten ob ich krank sei. Als ich verneinte, dachten sie wohl, dass ich psychisch einen an der Klatsche habe. Schließlich gab es frischen Salat mit wenig Öl und mit Zitrone, nicht mit Essig (da Essig meistens mit Tierknochen geklärt wird – Mann ist das kompliziert!) und frisches Obst. Dazu eine Linsenpaste und Fladen. Lisa hat sich echt Mühe gegeben. Für den Herrn Gemahl mussten allerdings ein fettiges Stück totes Tier und Weißbrot auf den Tisch. 

Jedenfalls sollt ihr immer sagen, was ihr möchtet, und Euch nicht aus Höflichkeit fettige, ungesunde Sachen reinziehen. So viel solltet ihr Euch selbst Wert sein!

Fitnessladys können nicht dürr sein

Lisa ist superschlank und wunderte sich, dass ich es bei der Ernährung nicht auch bin. In der Grundschule war ich ein Moppel, mit 15 habe ich dann abgenommen. Da war ich dann richtig dürr, ich habe mich einfach runter gehungert, da ich es satt hatte so dick zu sein. Seltsamer Weise wurde ich dadurch spontan beliebter und meine roten Haare waren ab da etwas Positives und nicht mehr Grundlage für Gespött. Derzeit hatte ich nur noch sporadisch Kontakt zu meiner Grundschulfreundin, aber sie hat meine Veränderung derzeit sehr positiv wahrgenommen. 

Sicher war es schwer, die Hungerkur auf Dauer durchzuziehen. Und wie es bei allen Ausgehungerten der Fall ist, setzt man sofort Fett an, sobald man sich „normal“ ernährt. Der Körper ist nämlich im Mangelmodus und legt alles für weitere schwere Zeiten an. Und schon hat man den Jojo-Effekt. Nach rund zwei Jahren war ich ausgelaugt und wieder fett. Erst später fand ich zu einer gesunden Ernährung. 


Sowohl in meiner „magersüchtigen“ als auch in der fetten Phase war ich schwach. Ich konnte nicht einmal 40 Kilo tragen. Als dickes Mädchen war ich sogar noch schwächer und konnte mich selbst kaum schleppen. Ich hatte etwa 80 Kilo und das fast ohne Muskeln.

Wer sich richtig ernährt und vor allem wer richtig trainiert, kann nicht mager sein. Es gibt richtig dünne Fitnessladys. Allerdings essen sie meistens low carb, sind überwiegend auf dem Stepper und heben dann mal hin und wieder eine sechs Kilo Hantel. Sie sind nicht unfit und auch nicht ungesund, aber richtiges Training sieht anders aus. Und wenn man ordentlich Muskeln aufbaut, ist man schnell über dem BMI, auch ohne groß Fett angesetzt zu haben. Ich habe leider etwas Fett angesetzt. Aber die circa 27 Prozent sind offiziell nicht wirklich dramatisch. Ich dürfte sogar 30 haben.
Lisa hat das nicht verstanden. Für sie war ich „zu dick“, obwohl ich „nichts Vernünftiges esse“. Mit Muskelaufbau konnte sie auch nichts anfangen: „Wieso, willst du ein Mann werden? Von dem Training kriegst du einen männlichen Körper und vielleicht wächst dir noch ein Bart.“ Das wollen wir mal nicht hoffen!

Die nächsten Tage hatte ich keine Lust auf „stereotype Familie mit Vorurteilen“ und habe Prag auf eigene Faust erkundet. Die beiden waren nämlich auch nicht gut zu Fuß und wollten überall mit dem Auto hin. Dann mussten sie auch schnell zurück, weil die Großmutter nicht so lange auf die Kinder aufpassen kann.
Allein war es entspannter. Prag ist echt sehenswert und liegt direkt an der Moldau.

Viele Grüße aus Praha!
Eure Alice

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