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18. Februar 2017 | Autor: Alice

Respekt vor anderen

18.02.2017 – Food & Training Diary von vegan Kampfsport und FitnessFreak, Alice. 

Kickboxen, © snaptitude - Fotolia.com
Kickboxen, © snaptitude - Fotolia.com

K1: Er ist gerade mal 23 Jahre alt, so klein wie ich und wiegt 60 Kilo. Wir üben Lowkicks mit der großen Pratze. Er tritt und ich spüre den Kick durch die Pratze hindurch. Mit jedem weiteten Tritt wird es schlimmer. Aber ich halte durch, bis zum bitteren Ende. Ich bin verwundert, das hatte ich noch nie. Durch die Pratze hindurch hat mich noch nie ein Kick tangiert, auch nicht von einem Fortgeschrittenen mit mehr als 100 Kilo, der voll reinsemmelt. Danach lernen wir einen Wurf aus dem Thaiboxen. Ich kenne ihn schon. Dabei wirft man den anderen während er kickt. Eine unangenehme Geschichte. Mit dem Jungen wird sie noch unangenehmer. Ich fange vorsichtig sein Bein, stelle mein Bein hinter sein Standbein und lass ihn nach unten gleiten. Es geht schließlich nur um die Technik. Von wegen, kaum setze ich zum Kick an, lande ich schon unsanft auf dem Rücken und bekomme spontan vor Schreck Kopfschmerzen. Beim nächsten Mal lande ich irgendwie blöd und spüre einen Stich in der rechten Schulter. 

Zuhause stelle ich fest, dass meine Beine von oben bis unten weinrot sind. Paar Tage später verfärben sich die Flächen in Lila, dann Grün und schließlich nach etwa zwei Wochen endlich gelb. Gelb werden Blutergüsse bevor sie abheilen. Das war aber nicht nur ein Bluterguss, sondern die Außenseiten meiner Beine bestanden nur aus Blutergüssen. Durch die Tritte sind wohl sämtliche Äderchen geplatzt, und das trotz Pratze.


Später erfahre, dass der Junge aktiver Kämpfer ist. Nun stellt Euch mal ein bis drei gestandene Jungs vor, die in der Bahn Stress machen. Ein zierlicher kleiner Junge ermahnt sie. Sie lachen ihn aus und im nächsten Moment liegen sie mit gebrochenen oder ausgerenkten Gelenken auf dem Boden. So kann es gehen! Deshalb, unterschätzt nie einen Menschen, nur aufgrund von Äußerlichkeiten. Man kann nie wissen, was die Person drauf hat. Insbesondere Frauen werden oft, oder sagen wie mal, so gut wie immer, unterschätzt. In einer Gefahrensituation kann das unter Umständen von Vorteil sein, denn der Angreifer geht nicht davon aus, dass sie sich wehren kann.