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09. September 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Vegan essen in Freiburg

Rein vegane Restaurant sind in Freiburg rar. Dafür haben immer mehr Gastronomien vegane Offerten auf der Karte. Wir haben einige für Sie getestet. 

Vegane Waffel im Café Hermann / SpIn
Vegane Waffel im Café Hermann / SpIn

Unweit der Straßenbahn-Haltestelle Eschholzstraße gibt es gleich drei Läden, die Offerten für Veganer im Repertoire haben. Zwei Türken haben sich jeweils direkt gegenüber platziert. Beide bieten veganen Döner an, der unterschiedlicher nicht sein könnte. Vor dem Mr. Döner befindet sich dazu ein Eiscafé, dessen Besuch sich im Anschluss anbietet. Aber eines nach dem anderen:

Amara

Ob Seenachtsfest, Schloßbergfest oder Zeltmusikfestival (ZMF) – Amara ist überall mit seinen Ständen dabei. In Freiburg haben wir dazu zwei Restaurants entdeckt. Einer davon befindet sich, wie bereits erwähnt, unweit der Haltestelle Eschholzstraße, gegenüber von seinem Konkurrenten Mr. Döner. Die Bedienung ist etwas hektisch und unfreundlich, dafür gibt es leckeres Essen sowohl für Omnivoren als auch für Vegetarier und Veganer. Uns interessiert hier das vegane Angebot: Da gibt es ganz klassisch Falafel, Bulgur und Hummus. Etwas spezieller wird das Repertoire mit der veganen Steinofen-Pizza, belegt mit Salami oder mit Döner-Vleisch und Käse. Selbstverständlich gibt es auch Döner und Gözleme, alles rein pflanzlich. Niemand aus unserem Team mag veganen Käse, die Mischung aus Fett und spärlichen Gewürzen ist durchaus noch verbesserungsfähig und liegt schwer im Magen oder sucht schnell einen Weg nach draußen. Wer da anderer Meinung ist, kann die Pizza gerne bestellen, sie ist riesig und sieht richtig gut aus. Vom Döner haben wir mehr erwartet: Das Vleisch bestand aus getrockneten Soja-Schnetzeln, die vielerorts leicht erhältlich sind. Also Dürüm und Salat kaufen und selber machen. Dafür war das Gözleme sehr lecker und überdimensional. Am besten teilt man sich eines mit einem Freund oder lässt die Hälfte einpacken. Ohnehin fallen die Portionen im Amara sehr üppig aus, dafür sind die Preise moderat. Eine seltene Kombination, insbesondere wenn vegane Gerichte auf der Speisekarte stehen. Aber zurück zum Gözleme: Sie Sauce haben sie mit Tofu-Hack zubereitet. Soja-Hack, hätte da besser gepasst, bzw. wäre dem tierischen Pendant näher gekommen. Dennoch, mit dem Tofu hat es vorzüglich geschmeckt. 

Das Amara verfügt zudem über ein türkisches Cafe, mit Brownies und veganem Baklava. Dies türkischen Kuchen sind im Grunde vegan, werden aber häufig mit Ei bestrichen. Zudem können Besucher dort auch Shakes und Kaffee-Kreationen mit verschiedenen Pflanzendrinks ordern. 

Mr Döner

Jetzt wechseln wir mal die Straßenseite: Schon ist die Atmosphäre etwas freundlicher. Man wird nicht so abgefertigt. Mr Döner ist gut besucht, aber nicht so überlaufen und der nette Mann hinter dem Tresen, findet noch Zeit für für Smalltalk und den einen oder anderen Scherz. Leider gibt es kein Gözleme und auch keine vegane Pizza. Wir testeten den Döner-Teller, eine ordentliche Portion.  Leckerer, vielfältiger Salat, Pommes wie immer und das Vleisch ist eine Eigenkreation. Es schmeckt gut, hat mit Döner aber wenig zu tun. Man könnte es eher als Hackbraten identifizieren, der in Streifen geschnitten und frittiert wurde. All zu häufig kann man sich den Döner-Teller nicht geben, obwohl geschmacklich nichts einzuwenden wäre: Das Gericht ist sehr fettig und kalorienreich. 

Gelaogioia

Trotz fettigem Döner müssen noch ein Dessert und ein Soja-Latte hinterher: Im direkt anschließendem, pinkem Eiscafé, Gelaogioia, haben Veggies einige vegane Eissorten zur Auswahl. Darunter nicht nur Fruchteis, wie sonst üblich, sondern auch Haselnuss und Schoko.  

Freundsaft

Wo wir schon bei Café sind: Den Weg zum Freundsaft können Sie sich sparen, es existiert nicht mehr. Die Betreiber waren wohl zu faul, es aus dem Netz zu nehmen. Dabei sollte es dort mal rohköstliche Köstlichkeiten gegeben haben. Was Rohkost angeht, sieht es in Freiburg ohnehin nicht gut aus. Sprich, es gibt nichts. Nur wenige Restaurants und Cafés führen ein paar entsprechende Gerichte. In dem Sinne machen wir gleich mit El Haso weiter.  

Sliderbild Gelaogioia / SpIn
Sliderbild Adelhaus / SpIn
Sliderbild Adelhaus / SpIn
Sliderbild Adelhaus / SpIn
Sliderbild Adelhaus / SpIn
Sliderbild Amara, veganer Döner / SpIn
Sliderbild Huber, vegan Quiche / SpIn

 

El Haso 

Im El Hasso, am Siegesdenkmal, kann man im Souterrain oder im Sommergarten, in alternativer Atmosphäre, rein pflanzliche deftige Gerichte und Desserts genießen. Die Karte wechselt stets und die Offerten sind okay. Also, wenn man nicht so verwöhnt ist, wie unsereins, sogar richtig lecker. Wir haben dort einen Burger und ein andermal eine Gefüllte Zucchini, mit Cashewkäse überbacken, getestet. Nichts, was man nicht selbst hinkriegen würde, dennoch lecker. In die Kategorie „nicht selbst hinkriegen“ fallen die Rohkostkuchen. Auch die Desserts wechseln sich ab; zumeist gibt es einen gängigen und einen Rohkostkuchen. Unbedingt Rohkost wählen, auch wenn der andere sicherlich nicht schlecht ist! Zudem muss man dem Restaurant zugute halten, dass es eines von wenigen, wenn nicht sogar das einzige, im Städtle ist, dass ein ausschließlich veganes Angebot führt.  

Adelhaus

Weniger alternativ, dafür nobel und auch für ein gesetztes Publikum mit erlesenem Geschmack attraktiv, ist das Adelhaus in Mitte. Dort gibt es sowohl ein wechselndes Menü, als auch Buffet und natürlich Café und Kuchen. Alles ist vegetarisch und/oder vegan und Bio. Das Adelhaus ist was für bewusste Esser, Vleisch gibt es da keines. Beim Buffet finden wir immerhin gegrillten, marinierten Tofu. Die meisten greifen jedoch zu dem Bratling aus Getreide und Gemüse. Nicht mein Fall. Unsere Autorin Sophia findet ihn aber gut. Was man sich nicht entgehen lassen sollte, ist der frische Obstkuchen. Meistens sind mehrere vegane Sorten verfügbar. Ambiente und Preis sind im höheren Segment angesiedelt. Aber ein Besuch lohnt sich. 

Café Hermann

Am Bahnhof, mit schöner Aussicht von der Terrasse, direkt oberhalb dem Fahrradverleih „Radstation“ befindet sich das Café Hermann. Alle Drinks sind auch mit Soja-Milch erhältlich und es gibt ein paar wenige vegane Gerichte. Zumeist bieten sie jedoch Fleischgerichte an. Das Café hat es mehr wegen der Aussicht und der netten Atmosphäre, auch die Bedienungen sind super freundlich, in unsere Auswahl geschafft. Und natürlich wegen der veganen Waffel. Die gibt es mit Beeren (wie auf dem Foto), mit Mandeln, mit Zimt und Zucker oder mit Apfelmus. 

Schauinsland

Um mal bei Aussicht zu bleiben. Mit der Seilbahn hoch zum Schauisland und dort erst mal einen Soja-Latte zur Stärkung, bevor man eine Wanderung zum Aussichtsturm oder zum Bergbaumuseum antritt. Das war eine positive Überraschung. In den eher abgelegenen, gut bürgerlichen Lokalen ist das eine Seltenheit. Essen kann man als Veganer dort leider nichts, bzw. nur Beilagen, wobei der Salt ziemlich gut aussah. 

Euphrat

Wieso Euphrat auftaucht, wenn man „vegane Restaurants in Freiburg“ bei Google eingibt? Er hat Falafel, Hummus und Bulgur im Angebot, wie eben so gut wie jeder Türke. Aber vielleicht ist das schon viel und wir Berliner sind zu verwöhnt. Vielleicht schmeckt es dort auch besonders gut? Wir können es jedenfalls nicht beurteilen, da es für uns jetzt weniger spannend gewesen wäre, Falafel zu essen. Veganer Döner ist da schon eine andere Nummer. 

Edo's Hummus Küche

Das Gleiche, was gute Araber anbieten, also leckere selbstgemachte Falafel, Hummus, Tahinisauce und verschiedene Salate, gibt es im Hummus Corner auf israelisch. 

Café Huber

Das Café wirbt damit, anders zu sein. Das ist es auch, zumindest was die Unfreundlichkeit und Verpeiltheit der Bediensteten angeht. Trotz Selbstbedienung sind die Preise gepfeffert, aber normal für ein Biolokal mit veganem Angebot. Der frisch gepresste Saft ist cremig und lecker, der Milchkaffee auch, dazu hat man die Auswahl zwischen mehreren Pflanzendrinks. Das ist auch schon mal was, denn meistens muss man in Freiburg schon froh sein, wenn ein Lokal Sojamilch anbietet. Allerdings kosten die pflanzlichen Varianten 50 Cent mehr, als Kuhmilch. Dem Einkaufspreis ist das angemessen, der Ausrichtung solch eines Cafés nicht. Die Salate sind vielfältig, bunt und die Portionen sehr groß. Ich testete ein Quiche. Der Salat dazu ging aufs Haus, er war der Verpeiltheit der unfreundlichen Bedienung geschuldet. Aber das können sie sich leisten, denn das kleine Lokal in der Nähe des Bahnhofs ist gut gefüllt. Man muss sich beeilen, um einen Platz zu bekommen. 

Vegetage

Ein Buffet mit veganen und vegetarischen Speisen in Mitte, innerhalb eines Einkaufscenter – gute Idee! Die Sachen sehen aber alles andere als berauschend aus. Macht nichts, die omnivoren diesbezüglichen Buffets sind daneben so richtig schaurig. Also alles im grünen Bereich. 

Veganer Bratwurststand beim Markt auf dem Münsterplatz

Der Wurststand hat von uns bereits einen eigenen Artikel bekommen. Gut, dass es so etwas gibt, dieses Angebot war mehr als überfällig! Und es läuft! Preislich könnte man da was runter korrigieren, damit man an die fleischliche Konkurrenz ran kommt. Das ist allerdings schwierig, da die Würste und Bratlinge von Taifun ohnehin nicht billig sind. Dafür gute Qualität, Bio, kein Gensoja und lecker. Man erhält sogar ein Bio-Volkorrnbrötchen dazu.

Mehr vegane, vor allem rein vegane Offerten wären in Freiburg, dass sich stets grün rühmt, nicht verkehrt. Eine absolute Marktlücke ist ein Rohkostrestaurant. Das würde sich lohnen!