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12. November 2016 | Autor: Jennifer Gregorian

Trumputin – düstere Aussichten für Europa nach der US-Wahl

Trumps Versprechen, das Verhältnis zu Russland zu verbessern, mag manchen beruhigen. Es besteht allerdings kein Anlass zur Beruhigung, im Gegenteil.

Trump & Putin / zio fabio / Mindaugas Bonanu's street art, Lituania 2016 / CC BY-SA 2.0
Trump & Putin / zio fabio / Mindaugas Bonanu's street art, Lituania 2016 / CC BY-SA 2.0

Wladimir Wladimirowitsch Putin, der Präsident der Russischen Föderation, betreibt schon seit geraumer Zeit einen schmutzigen Propagandakrieg gegen den Westen, während in den westlichen Staaten immer weniger gegen Russland gehetzt wird. Früher war das mal umgekehrt. Nun hat sich das Blatt gewendet. Dabei kommt insbesondere Deutschland schlecht weg. In dem Kreml-Medium RT wird z. B. berichtet, dass Angela Merkel den Verstand verloren hätte und die halbe Welt nach Deutschland einladen würde. Als Konsequenz könnte man hierzulande die Straße nicht mehr betreten, da man auf Schritt und Tritt von kriminellen Flüchtlingen angefallen würde. Gerade Frauen sollen betroffen sein, da die Geflohenen angeblich ständig über sie herfallen und sie vergewaltigen.
Mit dem düsteren Bild von Deutschland schlägt der russische Diktator gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstens empfindet die Bevölkerung Russlands die Diktatur im eigenen Land als reine Wohltat im Vergleich zum "verwahrlosten" Deutschland. Zweitens mobilisiert er dadurch deutsche Rechtsradikale und gibt ihnen den Stoff für ihre Propaganda. Dadurch strapaziert er die innere Sicherheit der Bundesrepublik.
Ferner hat Putin westliche rechtsextreme Organisationen, wie u. a. dir AfD und Le Pen finanziell unterstützt. Ihm ist einfach alles recht, was Europa schwächt.

Der Schutz der USA ist Geschichte

Das immense atomare Aufrüsten in ganz Europa gegen den Feind im Osten, war eine Nummer zu viel. Dennoch bot die USA einst Europa Schutz vor der Bedrohung aus Russland. Präsident Barack Obama war stets solidarisch mit den EU-Staaten. In dem Sinne pflegte er auch zu Deutschland und zur Kanzlerin ein sehr gutes Verhältnis. Mit Donald Trump wird das gute Verhältnis zu Grabe getragen. Der Milliardär hat hingegen versprochen, die Beziehungen zu Russland zu verbessern. Ein mehr als notwendiger Schritt. Problematisch ist jedoch, dass der US-Rassist und der Diktator aus Russland aus ähnlichen Holz geschnitzt sind. Beide sind größenwahnsinnig, narzisstisch und Demokratie ist ihnen ein Dorn im Auge. Überdies teilt Trump Putins Meinung über Merkel. Folglich ist davon auszugehen, dass Trump sich eher mit Russland solidarisiert, statt mit Europa. Für Europa, zumindest für die Staaten, die (noch) keine faschistische Regierung haben, wie z. B. Polen oder Ungarn, wird die Zukunft düster aussehen.


Ministerin Ursula von der Leyen hat die Gefahr bereits richtig eingeschätzt und Europa dazu aufgerufen, selbst für seine Sicherheit zu sorgen. Wenn die paar nicht vom Rassismus komplett infizierten EU-Staaten jetzt anfangen, über ihre Sicherheit zu spekulieren, haben sie schon verloren. Sie werden in nächster Zeit weder Russland noch den USA standhalten können. In den rund 78 Friedensjahren hat man auf Bündnisse und Solidarität gesetzt. Nun weht ein anderer Wind. Europa befindet sich zwischen den beiden Großmächten auf verlorenem Posten. 

Dann doch lieber Aussichten auf einen Atomkrieg?

Bleibt zu hoffen, dass Trump und Putin aufgrund ihrer Ähnlichkeit nicht nebeneinander existieren können. Also dass Tramputin keine lange Lebensdauer hat. Das könnte gut sein, denn ein Narzisst duldet selten einen weiteren in seiner Nähe. Ein Kalter Krieg, bei welchem die beiden die Gewalt über Atomwaffen haben, ist allerdings ebenso wenig beruhigend. 

Ob Trumputin oder Kalter Krieg, über Europas Zukunft schwebt eine dunkle Wolke.