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10. April 2018 | Autor: TERRE DES FEMMES

Frauenrechtsorganisation begrüßt Vorstoß beim Verbot des Kinderkopftuchs

TERRE DES FEMMES fordert jedoch kein Kopftuch bis 18 Jahren

Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin  ERRE DES FEMMES // SpIn
Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin ERRE DES FEMMES // SpIn

Berlin, 10.04.2018. Die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES begrüßt den Vorstoß des nordrhein-westfälischen Integrationsministers Joachim Stamp (FDP) ein Kopftuchverbot für Mädchen an Schulen einzuführen. „Endlich können wir auch in Deutschland über dieses Thema politisch sachlich diskutieren", erklärt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES. Dies sei ein erster Schritt in die richtige Richtung. Allerdings ist es nach Meinung der Frauenrechtsorganisation notwendig, das Verbot nicht bis 14 Jahren, sondern bis 18 Jahren zu erlassen. „Wir halten uns dabei an die UN-Kinderrechtskonvention," begründet Christa Stolle. Demnach gelten alle Personen unter 18 Jahren als Kinder.

Zugleich verweist die Frauenrechtsorganisation darauf, dass mit der Religionsmündigkeit wie sie in Deutschland mit 14 Jahren festgeschrieben wird, nicht die finanzielle und psychische Abhängigkeit vom Elternhaus endet. „Deshalb ist die für eine Distanzierung nötige Eigenständigkeit in der Regel nicht gegeben. Zudem unterliegen „Teenager" einem starken Einfluss und Zugehörigkeitsbedürfnis zu ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld – vor allem in den „Peergroups", erklärt Christa Stolle.

Die Frauenrechtsorganisation hatte bereits im Mai vergangenen Jahres ein Positionspapier verabschiedet, in dem sie ein Kopftuchverbot für alle Mädchen und Frauen bis zu 18 Jahren im öffentlichen Raum vor allem in Ausbildungsinstitutionen fordert. „Erziehung sollte eine altersgerechte und selbstbestimmte Persönlichkeitsentwicklung ermöglichen und garantieren, dass Kinder die in der Verfassung verankerten Grundrechte, wie das Recht auf Weltanschauungsfreiheit, ungehindert wahrnehmen und einüben können", heißt es in dem Positionspapier.

„Das inzwischen weit verbreitete Mobbing gegen unverschleierte Mädchen etwa in Schulen, die als Unreine oder Schlampen beschimpft werden, muss strikt verurteilt und sanktioniert werden. Öffentliche Schulen müssen für alle minderjährigen Mädchen eine angstfreie Entwicklung ermöglichen", erklärt Christa Stolle.

Für Anfragen und Interviews wenden Sie sich bitte an TERRE DES FEMMES, Marion Brucker (Pressereferentin), Tel. 030/40504699-25, oder per E-Mail an presse@frauenrechte.de.

TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Frauenrechtsorganisation. Sie unterstützt von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen durch Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit, persönliche Beratung, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung. TERRE DES FEMMES klärt auf, wo Mythen und Traditionen Frauen das Leben schwer machen, protestiert, wenn Rechte beschnitten werden und fordert eine lebenswerte Welt für alle Mädchen und Frauen – gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei! Unsere Schwerpunktthemen sind Häusliche und sexualisierte Gewalt, Zwangsheirat und Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung sowie Frauenhandel und Prostitution. Der Verein wurde 1981 gegründet und finanziert sich durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse. Die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Berlin. Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenrechte.de