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29. Mai 2018 | Autor: TERRE DES FEMMES

TERRE DES FEMMES fordert Entkriminalisierung der Abtreibung und verpflichtenden Ethikunterricht

TERRE DES FEMMES Hauptversammlung am vergangenen Wochenende fordert Entkriminalisierung der Abtreibung und verpflichtenden Ethikunterricht statt Lehrfach Religion an Schulen

Schüler  / © Christian Schwier - Fotolia.com
Schüler / © Christian Schwier - Fotolia.com

Berlin, 29.05.2018 – TERRE DES FEMMES fordert die Abtreibung in Deutschland endlich zu entkriminalisieren. Darauf hat sich die Frauenrechtsorganisation auf ihrer jährlichen Hauptversammlung mit großer Mehrheit am vergangenen Wochenende verständigt. Außerdem plädiert die Frauenrechtsorganisation dafür, dass Religion in Zukunft kein „ordentliches Lehrfach", das heißt kein Pflichtfach mehr an Schulen ist, sondern ein freiwilliges Zusatzfach. Stattdessen sollte Ethikunterricht verpflichtend eingeführt werden.

„Wir wollen mit diesen Forderungen die Selbstbestimmung und die Freiheit der Frauen stärken," erklärt Prof. Dr. Godula Kosack, Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES. „Es geht darum, die gesellschaftlichen Veränderungen anzuerkennen und die Politik zu drängen, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen die Durchsetzung der Gleichberechtigung und die Bekämpfung der Diskriminierung von Frauen hohe Priorität hat".

„Die aktuelle Gesetzeslage zu Abtreibung führt dazu, dass in Deutschland Frauen mit dem Wunsch nach dem Abbruch einer Schwangerschaft schlecht beraten und behandelt sind", sagt Kosack.  „In einer demokratischen Gesellschaft muss Frauen diese Option auf einem hohen Niveau zur Verfügung stehen."  Aus diesem Grund muss der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland durch ein ausreichendes Angebot an medizinischer Versorgung mit freier Methodenwahl und in Wohnortnähe gewährleistet werden. Außerdem soll neben einer offenen und transparenten Forschung auch der aktuelle Stand der medizinischen Entwicklung berücksichtigt sowie Patientinnen durch ausreichend geschulte ÄrztInnen adäquat und respektvoll beraten werden. Um dies zu erreichen, müssen die Paragraphen 218 und 219 aus dem Strafgesetzbuch und Paragraph 12 aus dem Schwangerschaftskonfliktgesetz ersatzlos gestrichen werden. Gleichzeitig steht es außer Frage, dass ÄrztInnen ihrem hippokratischen Eid nachkommen.

Weiterhin sieht die Frauenrechtsorganisation durch die wachsende multikulturelle und multireligiöse Vielfalt, einen gesellschaftlichen Wandel, der im Schulunterricht berücksichtigt werden muss. Deshalb fordert TERRE DES FEMMES Ethikunterricht als integratives und wertevermittelndes Fach an allen öffentlichen Schulen als Pflichtveranstaltung anstelle eines konfessionell gebundenen Religionsunterrichts einzuführen. Dafür muss Artikel 7 Abs. 3 GG, der Religion als verpflichtendes Schulfach garantiert, geändert werden. Somit soll zukünftig eine Religionspolitik gewährleistet werden, die Artikel 3 Abs. 2 GG, das heißt die Gleichberechtigung von Frauen und Männern höher bewertet als Artikel 4 Abs. 2 GG, sprich die ungestörte Religionsausübung. Ein möglichst frühzeitig von allen SchülerInnen gemeinsam besuchter, wissenschaftlich fundierter Ethikunterricht trägt dazu bei, eigene und andere Wertvorstellungen kritisch zu hinterfragen und den Dialog mit Andersdenkenden zu üben.


Für Anfragen und Interviews wenden Sie sich bitte an TERRE DES FEMMES, Marion Brucker (Pressereferentin), Tel. 030/40504699-25, oder per E-Mail an presse@frauenrechte.de.


TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Frauenrechtsorganisation. Sie unterstützt von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen durch Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit, persönliche Beratung, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung. TERRE DES FEMMES klärt auf, wo Mythen und Traditionen Frauen das Leben schwer machen, protestiert, wenn Rechte beschnitten werden und fordert eine lebenswerte Welt für alle Mädchen und Frauen – gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei! Unsere Schwerpunktthemen sind Häusliche und sexualisierte Gewalt, Zwangsheirat und Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung sowie Frauenhandel und Prostitution. Der Verein wurde 1981 gegründet und finanziert sich durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse. Die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Berlin. Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenrechte.de