Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie zu, dass wir Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen.

Suche öffnen
26. November 2016 | Autor: TERRE DES FEMMES

Dramatische Szenen vor dem Brandenburger Tor: TERRE DES FEMMES fordert mit Aktion „Tür auf!“ mehr Schutz für von Gewalt betroffenen Frauen

Pressemitteilung

Internationaler Aktionstag "Nein zu Gewalt gegen Frauen": TERRE DES FEMMES-Performance vor dem Brandenburger Tor: Frauen bitten um Einlass in ein Frauenhaus – doch die meisten werden abgewiesen. / Foto: © Andrea Katheder
Internationaler Aktionstag "Nein zu Gewalt gegen Frauen": TERRE DES FEMMES-Performance vor dem Brandenburger Tor: Frauen bitten um Einlass in ein Frauenhaus – doch die meisten werden abgewiesen. / Foto: © Andrea Katheder

Berlin, 25.11.2016. Frauen, die an Türen anklopfen, verzweifelt um Einlass bitten und um das letzte freie Bett in Frauenhäusern anstehen, dieses Bild bot sich Passanten heute vor dem Brandenburger Tor. Mit ihrer Aktion „Tür auf!“ unterstrich die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES zum Internationalen Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ ihre Forderung nach mehr Schutzräumen für von Gewalt betroffene Frauen. Fast täglich wird neusten Erhebungen des Bundeskriminalamtes zufolge in Deutschland eine Frau Opfer von Mord oder Totschlag in Partnerschaften. „Wir brauchen genügend Zufluchtsorte sowie eine einheitliche und flächendeckende Finanzierung von Frauenhäusern“, fordert Maja Wegener, Fachbereichsleiterin von TERRE DES FEMMES.

Hier ist die Politik gefragt. „Deutschland muss seiner menschenrechtlichen Verpflichtung, Frauen vor Gewalt zu schützen, besser nachkommen“, sagt Wegener. Bundesweit ist jede vierte Frau von häuslicher Gewalt betroffen. Möchte sie aus dieser Situation fliehen, wird sie oft vor der Tür abgewiesen. Allein 2011 waren es 9.000 Frauen. Grund: In knapp 400 Frauenhäusern und Zufluchtswohnungen stehen nur 6.800 Plätzen für von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder zur Verfügung. Dieser untragbare Zustand muss ein Ende haben. Jede schutzsuchende Frau muss unabhängig von Alter, Herkunft, Behinderung, psychischen Problemen oder Sprachkenntnis in Deutschland einen Ort der Zuflucht finden, fordert TERRE DES FEMMES.

2011 beschloss der Europarat die Istanbul-Konvention – eine Übereinkunft, die sich gegen Gewalt an Frauen richtet. Laut der Konvention hat sich Deutschland verpflichtet, Frauenhäuser flächendeckend auf alle Regionen zu verteilen: Pro 10.000 EinwohnnerInnen sollte Platz für eine Familie sein. „In Deutschland trifft das jedoch längst nicht zu“, erklärt Wegener. Gerade im Osten der Republik und in ländlichen Regionen haben Frauen, die vor häuslicher Gewalt fliehen, große Schwierigkeiten einen Zufluchtsort zu finden.


Mit der Aktion „Tür auf!“ erinnert TERRE DES FEMMES die Regierung an ihre menschenrechtliche Verpflichtung gegenüber schutzbedürftigen Frauen. Denn jede vierte Frau war oder ist von häuslicher Gewalt betroffen. Darüberhinaus sind 82 Prozent der Betroffenen von Gewalt in Partnerschaften Frauen.

Hintergrund zum Aktionstag
Der Internationale Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der Schwestern Mirabal in der Dominikanischen Republik. Sie waren am 25. November 1960 vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet worden, weil sie gegen den Diktator Trujillo protestiert hatten. Die Vereinten Nationen haben 1999 den 25. November als offiziellen Gedenktag anerkannt. TERRE DES FEMMES hat 2001 erstmals Fahnen mit der Aufschrift  „frei leben – ohne Gewalt“ gehisst, um auf den Todestag der Schwestern und damit gegen Menschenrechtsver letzungen an Frauen aufmerksam zu machen. Mittlerweile gibt es Fahne und Banner in sieben Sprachen: auf deutsch, englisch, spanisch, französisch, türkisch, arabisch und persisch.

Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES Marion Brucker, Pressereferentin, Tel. 030/40504699-25 oder per E-Mail an: presse@frauenrechte.de.

TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Frauenrechtsorganisation. Sie unterstützt von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen durch Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit, persönliche Beratung, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung. TERRE DES FEMMES klärt auf, wo Mythen und Traditionen Frauen das Leben schwer machen, protestiert, wenn Rechte beschnitten werden und fordert eine lebenswerte Welt für alle Mädchen und Frauen – gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei! Unsere Schwerpunktthemen sind Häusliche und sexualisierte Gewalt, Zwangsheirat und Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung sowie Frauenhandel und Prostitution. Der Verein wurde 1981 gegründet und finanziert sich durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse. Die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Berlin. Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenrechte.de