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29. Juni 2017 | Autor: DSW

Studie: 43 Prozent aller Schwangerschaften in Entwicklungsländern sind ungewollt

DSW: "Angebote zu Aufklärung und Verhütung müssen früh beginnen"

Frau mkit Baby (Tanzania), 2016 / EladeManu / CC BY 2.0
Frau mkit Baby (Tanzania), 2016 / EladeManu / CC BY 2.0

Hannover (ots) - In Entwicklungsländern sind 89 Millionen Schwangerschaften ungewollt - das sind 43 Prozent aller Schwangerschaften. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass jede vierte Frau dort nicht verhüten kann, auch wenn sie das gerne möchte. Diese Zahlen gehen aus der heute veröffentlichten Studie "Adding it up" des US-amerikanischen Guttmacher Instituts hervor. Der größte Handlungsbedarf besteht in Afrika südlich der Sahara. Hier kann jede zweite Frau nicht verhüten.

Dazu sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW):

"Die Zahl der Frauen, die Zugang zu modernen Verhütungsmethoden haben, ist in den letzten drei Jahren um elf Millionen gestiegen. Das ist erfreulich und zeigt, dass die bisherigen Maßnahmen erfolgreich sind. Es ist allerdings noch immer viel zu wenig angesichts des großen Bedarfs an Aufklärung und Verhütung, der mit Blick auf die junge Altersstruktur in Entwicklungsländern weiter steigt. Deshalb müssen Angebote zu Aufklärung und Verhütung früh beginnen, um Jugendliche vor ungewollten Schwangerschaften zu schützen. Bei Mädchen und jungen Frauen sind Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt eine der häufigsten Todesursachen."

Durch eine Verdopplung der aktuellen finanziellen Mittel von jährlich 5,5 Milliarden US-Dollar für Aufklärung und Verhütung könnten laut der neuen Studie des Guttmacher Instituts alle Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern, die eine Schwangerschaft vermeiden wollen, mit entsprechenden Angeboten versorgt werden. Dadurch gäbe es 67 Millionen weniger ungewollte Schwangerschaften, 23 Millionen weniger ungewollte Geburten, und das Leben von 224.000 schwangeren Frauen könnte gerettet werden.

Allerdings reicht der Zugang zu Verhütungsmitteln allein nicht aus, wenn die Partner und Ehemänner nicht verhüten wollen. Renate Bähr: "Ich fordere die Bundesregierung daher auf, den Gender-Aktionsplan des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung weiter voranzutreiben und ausreichend zu finanzieren."

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Weitere Informationen:
 - Fakten zu Verhütung und Familienplanung (Infoblatt):
bit.ly/2ull47H
Die vollständige Studie des Guttmacher Instituts "Adding It Up: Investing in Contraception and Maternal and Newborn Health" im englischen Original finden Sie unter: ots.de/ue9yF

Über die DSW
Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel unserer Arbeit ist es, allen Menschen - insbesondere jungen Menschen - den Zugang zu Sexualaufklärung und Verhütung zu ermöglichen. Durch unsere Projekte in Afrika wissen Jugendliche, wie sie ihre Gesundheit schützen und ihre Lebensperspektiven selbst verbessern können. In Deutschland, in Europa und in Afrika begleiten wir politische Entscheidungsprozesse in Fragen der Familienplanung und Gesundheit.

Pressekontakt:
Leonie Müßig
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW)
Hindenburgstr. 25
30175 Hannover
Telefon: 0511 94373-38
E-Mail: leonie.muessig@dsw.org
Internet: www.dsw.org
Spendenkonto
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