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25. August 2012 | Autor: JG

Tofu ein Anti-Aging-Mittel?

Tofu ist lecker, gesund und vielseitig einsetzbar. Aber ein Anti-Aging-Mittel? Wohl kaum. Gemessen an den Pillen und Cremes, die angeblich den Alterungsprozess verlangsamen, hat das Sojaprodukt allerdings die Nase vorn.

Chop Suey-Gemüse, gegrillter Tofu und Sojasprossen in Cocos-Curry Sauce // Foto: SPIN
Chop Suey-Gemüse, gegrillter Tofu und Sojasprossen in Cocos-Curry Sauce // Foto: SPIN

Die Frage ist nicht, ob wir altern, sondern wie. Oder haben Sie schon mal einen Menschen gesehen, der ab der Geburt jünger geworden ist? Dennoch floriert das Geschäft mit Präparaten, die angeblich den natürlichen Alterungsprozess aufhalten oder zumindest verlangsamen. All diese Pillen, Säfte und Cremes bringen jedoch nichts, außer der Pharmaindustrie eine Haufen Geld. Zumindest der gewünschte Effekt bleibt aus. Ausgenommen, er existiert in der Fantasie der Konsumenten. Die meisten Anwendungen gehen sogar nach hinten los: Durch die Einnahme oder das Auftragen auf die Haut von chemisch veränderten Präparaten, wird der Alterungsprozess erst recht angekurbelt.

Ernährungsexperten, die das Vertrauen der Menschen wiedergewinnen möchten, heben nun den angeblichen Anti-Aging-Effekt normaler Lebensmittel hervor. In dem Kontext werden unter anderem Blaubeeren, Sanddorn, Granatäpfel oder eben Sojaprodukte empfohlen. Okay, Blaubeeren zum Beispiel enthalten wertvolle Antioxidanten. Allerdings wird man nicht jünger, wenn man sich täglich eine Schüssel davon reinzieht. Es kommt eben auf eine saisonal abgestimmte, ausgewogene Ernährung an. Diese unterbindet zumindest das vorzeitige Altern – welches das eigentliche Problem ist (nicht der natürliche Ablauf) und oft mit falscher Ernährung zusammenhängt. In diesem Rahmen leistet Soja eben auch einen wesentlichen Beitrag.

Soja – vielseitig und gesund

Sojasprossen fürs Chop Suey, Räuchertofu, Gewürztofu, Sojawurst, Sojadrinks in sämtlichen Geschmacksrichtungen, Sojasahne, Sojajoghurt etc. – diese pflegeleichte Pflanze ist vielfach einsetzbar. Dazu sind Sojaprodukte fettarm und sehr reich an Protein. In Zeiten, in welchen Menschen vermehrt gegen einen erhöhten Cholesterinspiegel kämpfen, ist das pflanzliche Eiweiß (insbesondere das dort enthaltene Collagen) geradezu ideal.

Vorurteile gegen Soja

Über Soja kursieren auch sämtliche negative Vorurteile – hier ein paar Beispiele:

Dafür wird der Regenwald gerodet

Ja, allerdings nur für das Soja, welches an die Masttiere der Industrie- und Dienstleistungsnationen verfüttert wird. Würden die Menschen mehr Soja auf dem direkten Weg zu sich nehmen, als mittelbar über den Fleischverzehr, bräuchte kein Baum mehr weichen. Auch die Verarmung und Vertreibung der Regenwaldvölker würde wegfallen. Zudem wächst Soja auch in unseren Breitengraden. Die Firma „Wheaty“ bezieht die Sojabohnen für sein vielseitiges Veggiesortiment beispielsweise aus Österreich.

Soja ist genmanipuliert

Hier gilt ebenfalls: Das Soja das im Tierfutter landet ist genmanipuliert. Für den menschlichen Verzehr gedachte Pflanzen werden größtenteils nicht genetisch verändert. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte nur biologische Sojaprodukte kaufen.
Von den manipulierten Feldern kann allerdings etwas rüberwehen und die anderen kontaminieren. Das ist aber ein anderes Problem, das hier nicht erschöpfend ergründet werden kann. Es betrifft zudem nicht nur Soja, sondern alle angebauten Gemüse und Getreidesorten.

Eine Problematik, die oft ausgeblendet wird, ist der Anteil an genmanipulierten Sojapflanzen in tierischen Lebensmitteln. Während er in der (für den menschlichen Verzehr gezüchteten) Pflanze allenfalls bedingt vorkommt, ist er in den tierischen Lebensmitteln (Fleisch- und Milcherzeugnissen) garantiert enthalten. Außer es handelt sich um Produkte mit einem effizienten Biosiegel. Dann kommt deren Gentechnik-Bestandteil dem biologischer Sojaprodukte in etwa gleich.

Fazit: Tofu und andere Sojaprodukte sind keine Anti-Aging-Mittel, aber dennoch zu empfehlen

Wer häufig Sojaprodukte verzehrt, braucht nicht um erhöhte Cholesterinwerte zu fürchten und erhält essentielle Aminosäuren; jünger wird sie/er dadurch aber nicht. Proteinhaltige Pflanzen gehören jedoch zu einer gesunden Ernährung. Daher sind die leckeren Sojadrinks, der Sojaaufschnitt, der Basilikum-, Nuss- oder Madagaskartofu und was es sonst noch alles gibt, durchaus zu empfehlen. Vorausgesetzt, die Sachen schmecken auch. Falls nicht, gibt es noch zig andere proteinhaltige Pflanzen, wie Lupinen, Erbsen, Mungobohnen, Linsen, Kidneybohnen, Amaranth, Quinoa, Raps etc.