Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie zu, dass wir Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen.

Suche öffnen
30. Januar 2017 | Autor: Jennifer Gregorian / SpIn

Selbstverteidigung - für Frauen lebenswichtig

Denn er will sie vernichten

Wenn ein Mann eine Frau angreift, will er sich in der Regel nicht mit ihr messen, sondern sie vernichten. Da wir im Patriarchat Leben, ist Selbstverteidigung für Frauen lebenswichtig.

Selbstverteidigung Frauen / © smoxx - Fotolia.com
Selbstverteidigung Frauen / © smoxx - Fotolia.com

Ein Wort gibt das andere, dann fliegen Fäuste. So läuft es in der Regel zwischen zwei Menschen ab, die ich zwar in dem Moment spinne-feind sind, sich aber jeweils nicht ihr Menschsein absprechen. So sieht also eine heftige Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehreren Männern aus. Oftmals dient der Kampf auch nur dazu, sich zu messen.
Anders verhält es sich, wenn eine Frau im Spiel ist. Frauen gehören selbst in den angeblich so emanzipierten Dienstleistungsstaaten noch nicht zur Menschheit. Ein Mensch, also Mann, will sich normalerweise nicht mit ihnen messen. Er hält sie ohnehin für schwächer und liegt damit in den meisten Fällen richtig. Schließlich werden sie mehrheitlich dazu konditioniert, schwach zu sein und sich nicht wehren zu können. Dazu wird Ihnen von Kindesbeinen an eingeredet, dass sie keine Chance hätten, allein da sie Frauen sind. Lookism, komplizierte Kleidung und Magerwahn tun ihr Übriges dazu. Letztendlich sollen sie sich einem Beschützer / Besitzer unterwerfen, wenn sie überleben wollen. Falls sie es nicht schaffen, einen zu finden, sollen sie sich gefälligst selbst beschränken und nicht frei auf den Straßen bewegen, insbesondere nicht nach Einbruch der Dunkelheit.
Nun aber zurück zu dem männlichen Angreifer. Ihm geht es, wie festgestellt, nicht um einen fairen Zweikampf. Ausnahmen bestätigen die Regel. In der Regel will er die Frau jedoch erniedrigen und zerstören. Obwohl sie gesamtgesellschaftlich in der schwächeren Position ist, fühlt er sich unterlegen. Mit dieser Unterlegenheit gegen jemanden, der nicht einmal zur Menschheit gehört, kann er nicht umgehen. Daher rührt der Frauenhass. Der Hass gegen Frauen kann noch viele weitere Ursachen haben, aber diese Angst und das erniedrigende Gefühl, den "Minderwertigen" unterlegen zu sein, bilden allerdings den Grundstein.


Frauen müssen sich wehren können

Unten in der Tiefgarage, am Waldrand oder in der Unterführung pfeift kein Schiedsrichter und der Angreifer wird auch nicht sagen: "Reicht für heute, lass uns ein Bier trinken gehen." Dort geht es um Leben und Tod. Daher ist es für Frauen essentiell, sich verteidigen zu können! Vor allem gegen größere und kräftigere Menschen. Hierzu empfiehlt es sich, ein gutes Selbstverteidigungssystem zu erlernen und immer wieder zu üben. Es wird viel Geld gemacht mit Selbstverteidigungskursen, die nichts taugen. Im Ernstfall können sich die Betreffenden nicht einmal gegen ein Schulkind wehren. Im Folgenden haben wir skizziert, worauf Sie achten sollten.

Effektive Selbstverteidigung finden

Wirklich brauchbare Selbstverteidigung ist selten. Daher empfiehlt es sich, mehrere Angebote zu testen, bevor man sich festlegt. Die Kurse, die speziell für Frauen ausgelegt sind, taugen meistens nicht sonderlich viel. Oft werden Frauen dort mit Samthandschuhen angefasst und man lehrt sie komplexe Griffe, die in der Notsituation nicht funktionieren. Diese Vorgehensweise basiert auf dem Bild, der schwachen, unfähigen Frau, der man spezielle Techniken an die Hand geben muss, um gegen die Krönung der Schöpfung auch nur einen Hauch einer Chance zu haben. Es ist aber viel zielführender, die gleichen Techniken zu lernen, die sich bei Männern schon seit Jahrzehnten und länger bewährt haben. Außerdem ist es gut, mit Männern zu trainieren. Nachts in der Tiefgarage kann man auch nicht sagen: "Du bist nicht meine Gewichtsklasse, hol mal deine Schwester."

Keine langen, komplizierten Techniken

Selbstverteidigung hat das Ziel, den oder die Gegner schnell und auf dem einfachsten Wege unschädlich zu machen. Lange, komplizierte Techniken sind für den Zweck nicht angebracht. Wer von Kindesbeinen an Ju-Jutsu oder ATK macht, hat auch im realen Leben, die Möglichkeit, sich damit zu verteidigen. Wer diese Kampf- und Verteidigungskünste erst mit 30 oder 40 anfängt und hofft, sich damit draußen wehren zu können, ist auf dem Holzweg. Das heißt nicht, dass man sie nicht ausüben sollte, im Gegenteil. Allerdings ersetzen sie kein Verteidigungskonzept.

Kampfsport ist keine Selbstverteidigung 

Kung Fu, Karate oder Kickboxen sind im Verteidigungsfall besser als Pilates oder Skaten, aber sie sind noch lange nicht das Richtige. Im Kampfsport gibt es Regeln, Gewichtsklassen, Schutzkleidung, einen Schiedsrichter, genügend Platz zum kämpfen, nur einen Gegner etc. Alles Gegebenheiten, bzw. Vorzüge, die draußen nicht vorhanden sind. Dort muss man sich z.B. im Bus sitzend gegen mehrere Angreifer verteidigen, oder der Angreifer ist bewaffnet, man steht auf einer Treppe usw. All diese realen Situationen werden im Kampfsport nicht trainiert.

Selbstverteidigungssysteme, wie Systema und Krav Maga

 Am besten wählt man altbewährte Systeme wie Systema oder Krav Maga. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Oft wird nicht das gelehrt, wofür das Konzept eigentlich steht und der Prozess unendlich in die Länge gezogen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, diese Systeme an Blogseminaren zu erlernen. Diese muss man öfter wiederholen. Kostenfaktor rund 90 Euro. Das ist immerhin günstiger, als ein Jahr oder Länger ca. 50 Euro pro Monat zu zahlen. 


Der Vorteil des regelmäßigen Trainings besteht, wie die Bezeichnung schon sagt,  in der Regelmäßigkeit. Man bleibt fit; dazu werden die einzelnen Techniken langsam beigebracht und ständig wiederholt. Der Nachteil: Man braucht ewig, bis man soweit ist, sich einigermaßen verteidigen zu können.

Er Vorteil der Intensiv-Kurse besteht in dem umfassenden Konzept, welches man da vermittelt bekommt. Außerdem wird dort in der Regel richtig effizient trainiert, was bei so manchen Langzeitkursen nicht der Fall ist. 

Der Nachteil: Es kann für einzelne zu viel auf einmal sein. Es ist zudem keine Zeit, die Techniken richtig zu üben. Ohnehin empfiehlt es sich, diese Seminare zu wiederholen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass man nicht regelmäßig trainiert. Um fit zu bleiben, in dem Fall beweglich, leistungsfähig und kräftig, ist daher eine weitere Sportart notwendig.

An dieser Stelle empfehlen wir regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining, eine Kampfsportart und immer mal wieder ein Selbstverteidigungssystem als Intensivkurs. Wer allerdings einen Trainer oder eine Trainerin mit einem effektiven Programm gefunden hat, kann dort auch langfristig trainieren.