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23. November 2015 | Autor: Jennifer Gregorian

Seehofer beleidigt Merkel / CSU entbehrlich

Der CSU-Generalsekretär sägt sich mit seinem Kleinkrieg gegen die Kanzlerin selbst den Ast ab.

Horst Seehofer / Urheber: Harald Bischoff / CC BY-SA 3.0
Horst Seehofer / Urheber: Harald Bischoff / CC BY-SA 3.0

„Wir sind der Auffassung, dass die Zustimmung der Bevölkerung zur Bewältigung der Flüchtlingsthematik nicht auf Dauer zu haben ist, wenn wir nicht zu einer Obergrenze kommen.“ Unter anderem mit dieser Aussage torpedierte der CSU-Chef Horst Seehofer die Kanzlerin am 21. November 2015 beim CSU-Parteitag in München. Sie hatte sich davor gegen eine Obergrenze ausgesprochen. Er redete sich jedoch so in Rage, dass er sogar einen Bruch der Schwesterparteien, bzw. der inzwischen sehr unterschiedlichen Schwestern, in Erwägung zog. Seinem schier unendlichen Monolog setzte Merkel nur ein müdes Lächeln entgegen. Sein Verhalten erinnerte mehr an einen trotzigen Schuljungen als einen Politiker.

Die CSU ist für die CDU abkömmlich

Wahrscheinlich ist dem CSU-Chef nach den zahlreichen Schikanen gegen die Kanzlerin nun doch mal aufgefallen, dass seine Partei ohne die CDU keine großen Sprünge machen kann. Nun rudert er zurück und gibt sich versöhnlich. Gegenüber „Bild am Sonntag“ behauptet er, lediglich von dem Inhalt ihrer Rede enttäuscht gewesen zu sein. Merkel sei schließlich gar nicht auf seinen Wunsch nach der Obergrenze eingegangen. 

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Die Idee einer Trennung ist gar nicht so schlecht. Weder in der Flüchtlingskrise noch in anderen Angelegenheiten hat sich die CSU als besonders hilfreich erwiesen. In der Flüchtlingsfrage ist sie sogar eindeutig kontraproduktiv. Folglich wäre die CDU, ohne die ungleiche Schwester besser dran. Vor allem für die Kanzlerin wäre der Cut eine Entlastung. Und Seehofer könnte dann richtig zeigen, was in ihm steckt und auf diese Weise Rechtspopulisten von rechtsextremen Bewegungen und Parteien auffangen.