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26. März 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Schulden durch Selbstständigkeit

Ein eigenes Business aufbauen, der eigene Chef sein, sich verwirklichen und letztendlich finanzielle Freiheit erreichen – davon träumen viele Freigeister. Aber der Weg in die Selbstständigkeit ist mit zahlreichen Hindernissen gepflastert. Insbesondere wenn man nichts auf der hohen Kante hat, ist er riskant. Aus der erträumten finanziellen Freiheit kann dann schnell eine Schuldenfalle werden. Aber so weit muss es nicht kommen!

Krise / Kirill Kedrinski - Fotolia.com
Krise / Kirill Kedrinski - Fotolia.com

In der Bundesrepublik gibt es insgesamt rund 3.469.039 Unternehmen. Im ersten Halbjahr 2017 registrieren die deutschen Amtsgerichte 10.246 Unternehmensinsolvenzen, das waren 6,7 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Nicht mitgezählt sind die Betriebe, die zwar keine Insolvenz angemeldet haben, aber aus dem letzten Loch pfeifen. Nun wollen wir mal die Hintergründe beleuchten und Wege aufzeigen, um die Pleite zu vermeiden.

Unternehmensgründung – ein riskantes Unterfangen

Wer nichts riskiert, der nichts gewinnt. Eine Unternehmensgründung ist nicht ohne ein gewisses Risiko möglich. Es sei denn, man ist steinreich und will sich einfach nur einen Traum erfüllen, oder eine Beschäftigung haben. Letzteres trifft aber nicht auf den Normalfall zu: Normalerweise müssen Gründer eine Menge Startkapital aufbringen. Das ist nicht ohne Fremdfinanzierung zu stemmen. Allerdings sollte der Fremdkapital- nicht über dem Eigenkapitalanteil liegen. Zum einen ist in solch einem Fall die Gefahr der Überschuldung höher und zum anderen sind die Kreditkonditionen restriktiver. Je mehr Eigenkapital und je mehr Sicherheiten, desto günstiger wird auch der Kredit.
Das ist einfacher gesagt als getan, denn auch Menschen, die nicht reich geboren sind und nichts auf der hohen Kante haben, haben Träume.

Das Unternehmen am Laufen halten

Selbstständig heißt, man arbeitet selbst und ständig. Der Spruch ist Ihnen sicher bekannt. Er trifft zu. Für viele Unternehmer gibt keine Urlaube, Wochenenden oder Feierabende. Die meisten nehmen das gerne hin, da sie mit dem Unternehmen ihren Traum erfüllen und der eigene Chef sind. Es sind aber nicht nur Zeit und Energie die dauernd in ein Unternehmen investiert werden müssen, es bedarf auch jeder Menge Kapital. Oftmals kommt man um eine Kreditaufnahme nicht drum herum. So summieren sich die Schulden. An manchen Stellen wird man ohne eine größere Kapitalspritze nicht weiterkommen. Und Kredite sind für Selbstständige – aufgrund ihrer unsicheren Marktlage und ihres zum Teil unsicheren Einkommens – schwer erhältlich. Wenn sie erhältlich sind, dann zu restriktiven Konditionen und hohen Kosten. Es sei denn, der Kreditnehmer schreibt solch einen Umsatz oder hat so viel Erspartes, dass er den Kredit gar nicht benötigt und nur zur Steuerersparnis aufnimmt. Sprich wer zu viel hat, bekommt das Geld hinterher geworfen. Wer nichts hat, hat das Nachsehen. Nicht etwa, weil Finanzinstitute böse wären, sondern weil sie ein höheres Verlustrisiko einkalkulieren müssen.


Gehen wir mal davon dass, ein Gründer Startkapital und eine Anschlussfinanzierung bereits aufgenommen, aber noch nicht zurück gezahlt hat. Um schwarze Zahlen zu schreiben, benötigt er aber gewisse Tools, die auch eine Menge Geld kosten, aber keine Bank gibt ihm einen Kredit. Diese Situation führt langfristig zur Insolvenz, sollte sich kein Investor finden oder ein Wunder geschehen. Und schon haben wir die Schulden durch Selbstständigkeit. Ein anderes Beispiel: Der Zulieferer fällt aus und wichtige Kunden springen ab. Oder ein Geschäftspartner springt ab. In diesen Fällen ist guter Rat teuer. Aber manchmal sehen Unternehmer einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht. Sie haben eine Menge laufender Kosten, die unnötig sind und investieren nicht in die Dinge, die für den Unternehmenserfolg unerlässlich sind. Für diesen Fall haben wir eine Reihe von Tipps zusammengestellt.

Tipps, um Schulden aus der Selbstständigkeit abzubauen

- Listen Sie alle Einnahmen und Ausgaben auf und führen Sie Buch darüber.
- Streichen Sie alle Ausgaben, die nicht essentiell sind.
- Kündigen Sie alle Verträge über Leistungen, die nicht unbedingt notwendig sind.
- Bei den unverzichtbaren Verträgen (z. B. wichtige Versicherungen, Leasingfahrzeuge etc.) sollten sie den Markt nach günstigeren Alternativen durchsuchen.
- Bezahlen Sie alle offenen Rechnungen, damit keine Mahngebühren und Verfahren auf Sie zukommen.
- Tätigen Sie nur Anschaffung, die sie aktuell dringend benötigen.
- Investieren Sie nur in Dinge, die sich unmittelbar monetarisieren lassen.

Schuldnerberatung 

Sollten die Tipps nicht mehr helfen, da Sie den Überblick gänzlich verloren haben und Ihnen die Distanz zu Ihrer verzwickten Situation fehlt, kann ihnen eine kompetente Schuldnerberatung behilflich sein. Diese kostet auch Geld, keine Frage. Wer arbeitet denn heute schon umsonst? Aber wenn sie an fachkundige Leute geraten, werden diese ihnen dazu verhelfen, viel Geld einzusparen und gegebenenfalls sogar ihr Unternehmen vor dem Ruin zu retten.

Unternehmensberatung

Ist das Unternehmen erst mal aus dem Gröbsten raus, empfiehlt sich eine gute Unternehmensberatung. Allerdings ist „Unternehmensberater“ kein geschützter Beruf, so dass sich auf dem Markt neben den „Schwarzen Schafen“ auch viele Unwissende tummeln. Daher sollten Sie bei der Auswahl des Unternehmensberaters oder der -beraterin sehr vorsichtig sein.