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07. Dezember 2015 | Autor: SPIN

Risikogruppen in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Solche und ähnliche Statistiken verwenden private Versicherungsunternehmen, um ihre Beitragssätze und Beitrittsvoraussetzungen für Berufsunfähigkeitsversicherungen festzulegen. Dazu werden Erwerbstätige je nach ihrem Beruf meist in 4 unterschiedliche Risikogruppen eingeteilt. Beispielsweise wie folgt:

  • Gruppe 1: geringes Berufsrisiko bei hoch qualifizierten Berufstätigkeiten, in denen fast nur geistige und sitzende Tätigkeiten ausgeführt werden (siehe oben und z. B. Architekt, Volks- oder Betriebswirt, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Psychologe)
  • Gruppe 2: normales Berufsrisiko bei kaufmännischen oder sonstigen Berufen, in denen vor allem sitzende und leichte körperliche Tätigkeiten ausgeführt werden (z. B. Bank- und Bürokaufmann, Verwaltungs- und Finanzbeamte, Programmierer, Heilpraktiker)
  • Gruppe 3: erhöhtes Berufsrisiko bei Berufen, in denen auch körperlich anstrengende Arbeiten bzw. Arbeiten in einem gefährlichen oder stressigen Arbeitsumfeld ausgeführt werden (z. B. Erzieher, Friseur, Telefonist, Verkäufer, Bautechniker)
  • Gruppe 4: besonders hohes Berufsrisiko bei Berufen, in denen fast nur körperlich anstrengende Tätigkeiten bzw. Tätigkeiten in einem gefährlichen oder stressigen Arbeitsumfeld ausgeführt werden (siehe oben und z. B. Altenpfleger, Bäcker, Berufssoldat, Elektriker, Gärtner, Maler und Lackierer, Polizist)


Auswirkungen des Berufsrisikos auf die Beiträge und Beitrittsvoraussetzungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Mit dem Berufsrisiko steigen in der Regel auch die Beitragssätze, so dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung in manchen Fällen leider kaum bezahlbar ist. Eine berufliche Tätigkeit in einem als besonders gefährlich bewerteten Beruf kann darüber hinaus dazu führen, dass ein Versicherungsunternehmen nur bereit ist, die betreffende Person gegen einen hohen Berufs- oder Risikozuschlag zu versichern. Oder es verweigert die Versicherung ganz.
Zum Beispiel können aber auch Lehrer und Künstler Probleme haben, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen, da Berufstätige in solchen Berufen überdurchschnittlich oft an psychischen Erkrankungen leiden. Diese sind wiederum laut der aktuellen Statistik der Deutschen Rentenversicherung mit 36 Prozent der häufigste Grund für Rentenneuzugänge. Weitere häufige Ursachen, die mitunter für Fitnesstrainer oder Tanzlehrer ein Versicherungshindernis sein können, sind Skelett- und Muskelerkrankungen (16 Prozent) sowie Herz-Kreislauf-Krankheiten (10 Prozent).
Jeder Versicherungsanbieter hat allerdings seine eigenen Beurteilungsgrundlagen, anhand derer er Berufe als mehr oder weniger gefährlich einstuft. Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, sollte deshalb im Vorfeld möglichst Informationen von mehreren Anbietern einholen und vergleichen. Denjenigen, die dagegen eine Ablehnung aufgrund ihres Berufs befürchten, rät die Zeitschrift Finanztest, gleichzeitig mehrere Anträge zu stellen. So lässt sich eventuell vermeiden, dass ein abgelehnter Antrag und ein damit verbundener Datenbankeintrag in das Hinweis- und Informationssystem (HIS) des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (auch „schwarze Liste“ genannt) automatisch zu einer Ablehnung eines Antrags bei einem anderen Versicherungsunternehmen führt.
Jeder Berufstätige sollte frühzeitig daran denken eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, um im Falle einer Berufsunfähigkeit abgesichert zu sein.