Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie zu, dass wir Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen.

Suche öffnen
10. November 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

Erinnerungen an die Reichspogromnacht und aktuelle Warnung

Vor 79 Jahren wüteten NS-Truppen brandschatzend und mordend durch die Straßen mehrerer europäischer Staaten. Die Gefahr einer Wiederholung ist heute näher denn je. / Videointerview mit Jürgen Schuh vom VVN-BdA.

Nach dem Novemberpogrom wird eine Kolonne Juden zur Schutzhaft ins KZ gebracht, Baden-Baden, November 1938 / Bundesarchiv, Bild 183-86686-0008 / CC-BY-SA 3.0
Nach dem Novemberpogrom wird eine Kolonne Juden zur Schutzhaft ins KZ gebracht, Baden-Baden, November 1938 / Bundesarchiv, Bild 183-86686-0008 / CC-BY-SA 3.0

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten die Synagogen in Deutschland, in Österreich sowie in der Tschechoslowakei. Organisierte Schlägertrupps setzten jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand. Tausende Juden wurden misshandelt, verhaftet und getötet. Die Reichspogromnacht war der offizielle Start des größten Völkermordes in der Menschheitsgeschichte. Spätestens da konnte niemand mehr behaupten, nichts mitbekommen zu haben. In Deutschland wurden vom 7. bis 13. November 1938 über 400 Menschen ermordet oder in den Suizid getrieben. Zudem zerstörten NS-Truppen mehr als 1.400 Synagogen, Betstuben und andere Versammlungsräume sowie tausende  Wohnungen und Geschäfte. Auch jüdische Friedhöfe wurden geschändet. Rund 30.000 Juden wurden in Konzentrationslager verschleppt, wo Hunderte ermordet wurden. Viele verstarben später durch Folter, Aushungern, Überarbeitung oder wurden vergast, erschossen oder anderweitig ermordet.

Die Erinnerung an dieses schreckliche Ereignis blieb am 9. und 10. November 2017 in den Deutschen Leitmedien weitgehend aus. Dabei ist das Thema aktueller denn je. Schließlich ziehen bereits brandschatzende Horden Rechtsextremer durch die Straßen, Flüchtlingsunterkünfte stehen in Flammen, es werden Hetzjagden veranstaltet und Faschisten sitzen bereits im Bundestag. Erstmals ist mit Pogromen gegen Muslime zu rechnen, wobei die Juden auch noch nicht aus der „Feindbildfunktion“ entlassen sind. Frauen müssen mit Backlashes rechnen und Homosexuelle, Intersexuelle und Transgender mit Benachteiligungen, Diskriminierungen und Verfolgungen.


„Der VVN will erinnern, aber auch mahnen, dass sich Geschichte nicht wiederholt.“, so Jürgen Schuh  vom VVN-BdA - Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen, der im folgenden Videointerview eine Brücke zur heutigen Situation schlägt.