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29. Januar 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

Rechtsextreme fördern islamistischen Terror, nicht Merkel

Wie Rechtsextremisten den islamistischen Terroristen zuspielen und dabei die Kanzlerin diskreditieren.

Terroranschlag in Berlin, LKW rast in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche, 2016 / SpIn
Terroranschlag in Berlin, LKW rast in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche, 2016 / SpIn

Islamisten möchten die westlichen Gesellschaften zerstören. Die Rechtsradikalen helfen Ihnen dabei. Sie destabilisieren ihre Länder, durch Hetze, Propaganda und Gewalt. Dazu nutzen Sie jeden islamistischen Anschlag, um Stimmung gegen Flüchtlinge, Moslems und die Regierung zu machen und um mehr Personen für ihre menschenverachtende Ideologie zu gewinnen. Gleichzeitig machen sie die Regierungen der entsprechenden Staaten für den Terror verantwortlich und lassen sie damit in einem schlechten Licht erscheinen. Sich selbst präsentieren sie als Retter und als einzige, die diese dramatische Situation in den Griff bekommen könnten. 

Deutsche Rechtsextremisten schlagen vier Fliegen mit einer Klappe

Erstens destabilisieren sie die innere Sicherheit und schüren Ängste. Zweitens machen sie Stimmung gegen Flüchtlinge, Moslems und politische Gegner. Drittens erzeugen sie den Anschein, dass die Regierung die Situation nicht im Griff hätte und sogar dafür verantwortlich sei. Viertens geben sie vor, eine einfache Lösung für das Problem zu haben.

Freude am islamistischen Terror

Folglich sind Rechtsextreme, die einzigen, die sich über den islamistischen Terror freuen. Immerhin  profitieren sie als einzige davon, ebenso wie die Islamisten von ihnen profitieren. Einst war es üblich, Anschläge zu verüben und sie Linken in die Schuhe zu schieben. Sollten die Islamisten es nicht schaffen, in nächster Zeit zuzuschlagen, könnten ihnen Rechtsradikale zu Hilfe kommen. Im Gegensatz zu Linksextremen würden diese die Beteiligung an dem entsprechenden Attentat nicht leugnen. Der IS ist schließlich bemüht, je mehr Terror auf die eigene Kappe zu nehmen. Damit erscheint er nämlich mächtiger und gefährlicher.


Merkel kann sich vom Terror nichts kaufen

Im Gegensatz zu den Rechtsextremen, profitiert die Kanzlerin nicht vom Terror, im Gegenteil. Immer mehr Menschen wenden sich von ihr ab, da sie der rechten Propaganda auf den Leim gehen. Zudem erwarten die Menschen von ihr fast für jedes Problem eine Patentlösung. Es ist schwer zu verstehen, dass es die nicht immer gibt. Und auch, dass die AFD keine hat (sie blufft nur). Also kann Merkel gar nicht den Terror provoziert haben, da sie sich damit selbst den Ast absägen würde. 


Nun behaupten Rechtsextremisten jedoch, die Kanzlerin hätte die Grenzen geöffnet und Flüchtlingen unbegrenzt Einlass gewährt, wodurch viele Terroristen ins Land gekommen seien. Viele gehen sogar so weit, Flüchtlinge mit Terroristen gleichzusetzen. Was die Vertreter dieser Theorie vergessen, sind die potentiellen und tatsächlichen Terroristen, die sich bereits im Land befinden. Hier sind nicht sie selbst oder Leute aus den eigenen Reihen gemeint, sondern islamistische Terroristen. Diese können auch in Deutschland geboren sein.Terror kennt keine Nationalität. Was die ausländischen Terroristen anbelangt, lassen Rechte alle weiteren Einreisemöglichkeiten außer acht. Als ob ein Terrorist sich ausschließlich als Flüchtling einschleichen könnte. Des weiteren hat Merkel die Grenzen nicht geöffnet, sie waren bereits offen! Die Verfechter der Grenzschließung wären mit Sicherheit nicht bereit, die Einbussen zu tragen, die damit einhergehen würden. Sie jammern ha schon, wo ihnen noch gar nichts entwendet wurde und geben den Flüchtlingen die Schuld für ihre angeblichen Entbehrungen. Allerdings steckt auch dahinter bloß eine Strategie.


Auch die Sache mit dem unbegrenzten Einlass hinkt: Während der Ära Merkel, wurde das Recht auf Asyl massiv beschnitten, die EU-Außengrenzen wurden gesichert und afrikanische Diktatoren bestochen, um Menschen an der Flucht zu hindern. Nicht zu vergessen der für Schutzsuchende inhumane Türkei-Deal. Diese massive Abschottungspolitik wird von rechts außen nie erwähnt. Im Grunde müssten Rechtsextreme diese Vorgehen begrüßen. Aber dann wäre es schwieriger, über die Kanzlerin herzuziehen. Außerdem reicht ihnen diese Abschottung nicht aus. Sie werden erst Ruhe geben, wenn sie innerhalb der geschlossenen und durch Waffengewalt gesicherten deutschen Staatsgrenzen eine faschistische, rassistische Diktatur aufgezogen haben.