Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie zu, dass wir Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen.

Suche öffnen
17. Februar 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Rechter Frauenmarsch rechtzeitig gestoppt

Am Samstag, den 17.02.2018, wollten ein paar männliche Rassisten, ihre Frauen vorschieben, um gegen Merkels Flüchtlingspolitik Propaganda zu machen. Der Plan ging nicht auf.

Screenshot Video : „Berlin: Gegendemonstranten versperren rechtem „Frauenmarsch“ den Weg // WELT
Screenshot Video : „Berlin: Gegendemonstranten versperren rechtem „Frauenmarsch“ den Weg // WELT

Ganz schön viele Damen mit Vollbart waren auf dem „Frauenmarsch“ vertreten. Nein, es waren tatsächlich Männer, auch die hochschwangeren. Klar, es war ein Marsch rechtsextremer Männer, die um ihren Besitz bangen und diesen vorgeschickt haben. Nur wollen nicht allzu viele Frauen in Deutschland der Besitz von Rassisten sein. Aber eine ist in der Sache richtig gut: AfD-Mitglied Leyla Bilge. Die Ex-Muslima ist zum Christentum konvertiert. Das kann man ja machen, kein Problem! Auch den Islam öffentlich kritisieren, ist kein Problem – außer für fanatische Muslime. Aber während sie restriktive Elemente des Islams anprangert, läuft sie christlichen Patriarchen hinterher, die Frauen entrechten und an den Herd fesseln wollen. So etwas nennt man „den Teufel mit den Beelzebub austreiben“. Eine pathologische Bezeichnung gibt es dafür nicht, zumindest ist uns keine bekannt. Sie wäre aber längst überfällig. Jedenfalls hat Bilge die Demo initiiert. Wahrscheinlich steht in Wirklichkeit ein Kerl dahinter. Aber Bilge ist ein perfektes Aushängeschild: Sie ist Kurdin und Ex-Muslima. Sprich, sie ist Ausländerin, bzw. sie hat Migrationshintergrund. Also kann die AfD behaupten: „Wir sind gar nicht ausländerfeindlich.“ Und dass sie sich vom Islam abgewandt hat, ist noch viel besser. Das bestätigt das Feindbild.


Wie konnte Bilge nur bei der AfD landen? Einst setzte sie sich für Flüchtlinge ein, brachte Hilfsgüter nach Syrien, gründete einen Verein gegen Kindesmissbrauch und machte sich – trotz Bedrohung von Islamisten – gegen Kinderehen und andere Verbrechen im Namen des Islam stark. Nazis und Islamisten sind gar nicht so weit von einander entfernt, wie manch einer glauben mag. Es trennt sie lediglich eine Nuance und ihre gegenseitige Abhängigkeit – d. h. sie benötigen einander als Feindbild. Wenn man die einen bekämpft, kann man die anderen gar nicht toll finden. Bilge kann das anscheinend.

Video : „Berlin: Gegendemonstranten versperren rechtem „Frauenmarsch“ den Weg // WELT

 

Der Mann dahinter

Vielleicht war der Mann hinter dem Wirbel Gunnar Lindemann, ebenfalls AfD-Mitglied. Zum Auftakt der Demo twitterte er: „Die Freiheit der Frau ist nicht verhandelbar.“ Das passt nicht so recht zu seinen Facebook-Posts: 2012 prahlte er mit seinem Ukraine-Urlaub und den Frauen die man dort kaufen könne. Da die Ukraine ein armes Land ist, sind die „Mädels preiswert“. Das ist nun schon ein paar Jahre her, aber es ist nicht davon auszugehen, dass der Sexist geläutert wurde. Dann wäre er doch nicht in einer Partei, die Frauen in die 30er zurück katapultieren will.
„Der Mann dahinter" kann aber auch jeder andere rechtsextreme Sexist gewesen sein. Davon waren zumindest genügend vor Ort, wie zum Beispiel Pegida-Gründer Lutz Bachmann (er pflegt bis heute Verbindungen ins Rotlichtmilieu). Wurde Bachmann nicht mit Haftbefehl gesucht? Wieso darf er frei rumlaufen? Ist er nun etwa V-Mann? Das ist aber ein anderes Thema.
Auch die Identitären riefen zu der Demo auf. Spätestens hier müsste wirklich jedem klar sein, dass es bei der Demo nicht um die Sicherheit von Frauen ging, sondern lediglich um rechtsextreme Propaganda. Sexismus im Alltag, in der Ehe, innerhalb der Familie, am Arbeitsplatz, einfach überall – das ist egal, das existiert doch nicht. So etwas bildet Frau sich nur ein. Frauen sind gleichberechtigt in Deutschland. Sie haben sogar noch viel mehr Rechte als Männer. Nur die Flüchtlinge, die Horden von Invasoren die vergewaltigend und mordend durch die Straßen ziehen, sie allein sind die Repräsentanten des Sexismus in Deutschland. Und Merkel hat sie persönlich eingeladen. Daher sollte der Frauenmarsch auch zum Kanzleramt führen. Soweit die Theorie der rechtsextremen Frauen, bzw. der Rechtsextremen im Allgemeinen. Aber die rund 550 Rassisten kamen nicht weit: Bereits beim Checkpoint Charlie war, dank über 1000 engagierten Gegendemonstranten, Schluss mit der Faschopropaganda.