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03. Mai 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

Pressefreiheit in Gefahr – weltweit

Reporter ohne Grenzen haben die Rangliste der Pressefreiheit 2017 veröffentlicht. Es steht nicht gut um die Pressefreiheit! Wir müssen lernen, um selbstverständlich geglaubte Dinge zu kämpfen. Im Folgenden finden Sie einen kleinen Länderüberblick und einen Link zur Rangliste. 

President Putin walking the media dog / Welleman / gemeinfrei
President Putin walking the media dog / Welleman / gemeinfrei

USA 

Im Land der unbegrenzten Möglichkeit, wurde "Pressefreiheit" einst groß geschrieben – zumindest solange die Betreffenden keinem Großkonzern an den Karren pissten oder die Überwachung in Frage stellten. Seit Trump weht da ein rauer Wind: Der neue Präsident erstickt jegliche kritische Berichterstattung im Keim und verunglimpft Medien, die ihm nicht nach dem Mund sprechen – was sich schwierig erweist, da er wöchentlich die Meinung ändert. Jedenfalls sind die USA um 2 Plätze nach unten, auf Platz 43, gerutscht. Mit dem faschistoiden Immobilienhai wird es in Sachen Pressefreiheit rasant weiter bergab gehen. 

Polen

In Polen regiert der Faschismus schon länger, daher ist das Land um ganze 7 Punkte abgerutscht und lancierte sich nun auf Rang 54. Die PiSS-Partei hat die Medien unter ihre Fittiche gebracht und alles Kritische ausgemerzt. Über 220  Journalisten wurden seit dem Machtwechsel im öffentlichen Rundfunk entlassen oder zur Kündigung genötigt. Die wenigen regierungskritischen Zeitungen, die sich noch halten konnten, stehen unter enormem Druck. Auch wirtschaftlich wird ihnen der Hahn zugedreht: Staatliche Firmen dürfen/sollen dort keine Anzeigen mehr schalten. Das Ganze läuft unter dem Titel "Repolnisierung". An Polen können Europas Rechtspopulisten und -extremisten sehen, wohin der Faschismus, den sie propagieren, führt.  

Ungarn

Auch Ungarn ist ein gutes Anschauungsbeispiel für die extreme Rechte der noch nicht faschistisch regierten Staaten Europas: Zum vierten Mal infolge rutschte das Land um 4 Plätze nach unten und rangiert nun auf Platz 71.  Im Oktober 2016 erwarb ein regierungsnaher Oligarch den Verlag Mediaworks. Dieser setzt sich zusammen aus 12 Regionalzeitungen, einer  Sportzeitung und der kürzlich  eingestellten Oppositionszeitung Nepszabadsag.

Frankreich

Mit Frankreich ging es erst 6 Plätze bergauf. Es wäre sicher besser gelaufen, hätte die Polizei Journalisten nicht mit Gewalt daran gehindert über die Proteste gegen die  Arbeitsmarktreform zu berichten. Negativ wirkten sich auch die verbalen Attacken von rechtsextremen Politikern gegen Medienschaffende im Zuge des Wahlkampfes aus. Nun hat das Land jedenfalls den Platz 39 inne. Noch sieht es gar nicht so schlecht aus. Sollte allerdings Le Pen an die Macht kommen, ist Schluss mit Pressefreiheit.

 

Großbritannien

Die schmutzige Brexit-Kampagne, das Abdriften in den Nationalismus und ein neues Gesetz, welches die Befugnisse der Geheimdienste drastisch ausweitet, führen zu einem Abstieg von 2 Punkten, auf Rang 40.

Russland

Sehen wir mal das Land an, auf das die Feinde der deutschen Pressefreiheit so heiß sind. Unverändert rangiert Puntin-Land auf Platz 148. Alles was dem Kreml nicht passt, wird weggeräumt. Dazu hat Russland die Überwachung weiter ausgebaut. Selbst frei konsumieren – etwa im Netz – war gestern. Dafür gibt es sicher auch 2018 einen Putin-Kalender: der Diktator beim Jagen, beim Reiten, beim Fitness, beim Angeln, … und immer ist er oben ohne! Ein muss für alle AfDler und Pegidioten!

Türkei

Werfen wir zum Schluss noch einen Blick zu Putins Freund Erdogan, der ihn einst gar nicht gern hatte, sich aber nun ein Beispiel an ihm genommen hat. Aber nicht nur an ihm, er ist auch von Adolf Hitler sehr inspiriert. In der Türkei ging es seit dem Putschversuch und den Masseninhaftierungen um weitere 4 Plätze nach unten. In den vergangenen 12 Jahren ist das Land um ganze 57 Plätze abgesackt. Es besetzt nun Rang 155. Also hat Erdogan seinen Freund sogar überholt, was die Unterbindung kritischer Stimmen anbelangt.

Spitzenreiter und Loser

Am entspanntesten ist es noch in Schweden, Norwegen und Finnland. Dafür hat Kim Jong-bumm sein Land auf den letzten Platz gebracht. Zugegeben, viel war dazu nicht nötig. Nordkorea ist nur einen Punkt nach unten gerutscht. Dennoch, dort wird es noch gewaltig krachen, und das nicht nur wegen der Real Nicht Existierenden Pressefreiheit.
Ebenfalls ganz weit hinten stehen unter anderem Turkmenistan, Eritrea, Syrien und Somalia. Überhaupt zählen afrikanische Staaten stets zu den Schlusslichtern. Kein Wunder, dass die Menschen von dort fliehen. Klar doch, sie wollen alle das deutsche Sozialsystem plündern. Dafür riskiert man schon mal gerne das Leben auf einem Schlauchboot.


Pressefreiheit global auf dem absteigenden Ast

Reporter ohne Grenzen berechnen jährlich auch den weltweiten Indikator der Pressefreiheit. Je höher der ist, desto schlechter steht es um die Freiheit. Und aktuell seht es sehr schlecht um sie: In den letzten Jahren ist der Indikator um 14 Prozent gestiegen und hat 2016 sein Rekordhoch erreicht.   Despotie, Militärdiktaturen, Islamismus und faschistischer Nationalismus dürften die Gründe für die aktuelle Weltsituation der Pressefreiheit sein. Wir, in den westlichen Zivilisationen, sind dabei Werte zu verlieren, die wir viel zu lange als selbstverständliche erachtet haben. Wir müssen wieder für unsere Freiheiten eintreten und sie verteidigen.