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08. März 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Frauenkampftag 2018

Weltweit gingen Frauen am 8.März 2018 auf die Straße. Auch in mehreren deutschen Städten gab es Demos zum Frauenkampftag. Das Motto der Berliner Demo lautete: „Feminismus heißt Widerstand“. Hier finden Sie Impressionen und Bilder der Frauenkampf-Demo in Berlin.

Frauenkampftag Berlin, 8. März 2018 / SpIn
Frauenkampftag Berlin, 8. März 2018 / SpIn

Vor rund 100 Jahren haben sich Frauen in Deutschland das Wahlrecht erkämpft. Anschließend haben sie weiter gekämpft und vieles erreicht: Heute brauchen Frauen ihren Ehemann nicht mehr um Erlaubnis zu bitten, wenn sie arbeiten wollen. Sie können sogar an Universitäten, gemeinsam mit männlichen Kommilitonen, studieren. Es ist ihnen selbst überlassen, ob sie Hosen oder Röcke tragen. Sie können ihre Familienplanung selbst bestimmen und auf Wunsch auch Single oder kinderlos bleiben. Ungewollte Schwangerschaften können sie bis zum dritten Monat abbrechen. Vergewaltigung ist mittlerweile auch innerhalb der Ehe strafbar. Für Notfälle gibt es Frauenhäuser und Mädchenzentren. Und erst neulich haben Frauen eine Gesetzesänderung bewirkt, die einen stärkeren Schutz vor sexuellem Missbrauch bietet – Stichwort: „Nein heißt nein!“ Nun bleibt zu hoffen, dass auch #MeeToo nicht folgenlos bliebt.

Wir sind es den Vorkämpferinnen und unseren Nachkommen schuldig

Frauen haben sehr viel erreicht. Dennoch gibt es noch unzählige Missstände und die Gleichberechtigung liegt in weiter ferne. Heute sind wir gefordert! Wir dürfen uns nicht auf den Errungenschaften ausruhen. Nicht zuletzt, da wir stets von Backlashes bedroht sind (Islamismus, Rechtsextremismus). Darüber hinaus sind wir es den Vorkämpferinnen schuldig. Zudem liegt es in unserer Verantwortung, dass Mädchen auch heute und in Zukunft frei, bzw. freier, aufwachsen können.

Bis zur Gleichberechtigung ist es noch eine Menge Arbeit

Was sind nun die unzähligen Missstände, mit welchen wir es heute zu tun haben? Die Liste ist unendlich. Wir haben hier mal ein paar zentrale Punkte zusammen gestellt:

- Genderbasierte, ungleiche Erziehung
- Reproduzierte Rollenklischees in Film, Fernsehen und Werbung
- Sexualisierte und sexistische Werbung und ebensolche Filme, Fernsehsendungen, Bücher etc.
- Gendergap: Noch immer verdienen Frauen in dem gleichen Berufen 22 Prozent – laut einer aktuellen Untersuchung von Terre des Femmes sogar bis zu 30 Prozent – weniger als Männer.
- Frauen sind überwiegend im Niedriglohnsektor vertreten.
- „Gläserne Decke“: Frauen haben einen sehr schlechten Zugang zu Managerposten und gehobenen Positionen im Allgemeinen.
- Mehr als 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten und zwei Drittel der Minijobber sind Frauen.
- Kindergeld wird auf Hartz IV angerechnet.
- Privatisierung von essentiellen Lebensbereichen, wie Wohnraum, Gas, Strom, Telekommunikation etc., betrifft vor allem Frauen, insbesondere alleinerziehende.
- Armut hat in Deutschland ein weibliches Gesicht
- Schwerer Zugang zu sogenannten „Männerbranchen“ (auch im niedrigeren Lohnsektor; z. B. Bau, Mechatronik, Müllabfuhr, Baumfällung, ...)

Fotos von der Frauenkampf-Demo vom 8. März 2018, in Berlin

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- Abhängigkeit vom Ehemann durch die schlechte Situation auf dem Arbeitsmarkt
- Frauen leisten dafür kostenfreie Hausarbeit, Reinigungstätigkeiten und Erziehungsarbeiten.
- Wenn für höhere Löhne und besser Arbeitsbedingungen gestreikt wird, sind des meistens Frauen die streiken. Aber nicht etwa weil Frauen genetisch dazu prädestiniert wären, eher zu streiken, sondern weil sie vermehrt in Branchen tätig sind (wie etwa in der Pflege), die sehr wenig Anerkennung genießen, schlecht honoriert werden und wo die Bedingungen besonders mies sind.
- Sexismus und sexistische Übergriffe sind nicht erst seit #MeeToo oder der neuesten Krise der Geflohenen ein Thema.
- Laut der EU-Kommission hat jede dritte Frau in Europa bereist Erfahrungen mit körperlicher oder sexueller Gewalt gemacht.
- Das Strafmaß für sexuelle, physische und psychische Gewalt gegen Frauen ist ein Hohn für die Opfer.
- Opfer männlicher Gewalt bekommen wenig bis gar keine Unterstützung.
- Frauenhäuser sind überfüllt.
- Einrichtungen, Beamte und sämtliche Zuständige halten sich bei kulturspezifischen Verbrechen gegen Frauen stark zurück und überlassen die Opfer ihrem Schicksal.
- Abtreibung gilt im deutschen Gesetz nach wie vor als Straftat.
- Backlashes durch streng islamistische Einflüsse sowie durch den neu aufgekommenen Rechtsextremismus
- Instrumentalisieren der Frauenrechte durch Rechtsextreme
- Menschenhandel mit Frauen und Mädchen
- Zwangsprostitution
- Frauen als Ware innerhalb der Prostitution

Wenn es darum geht, Frauenrechte zu erkämpfen, gilt es, die Frauen in den meisten Teilen der Welt nicht zu vergessen, um deren Rechte es noch viel schlimmer bestellt ist. Hier ist Solidarität über Landesgrenzen und kulturelle Barrieren hinweg gefragt.

 

„Feminismus heißt Widerstand“

So lautete das Motto der Berliner Demo, die vom Bündnis „Frauenkampftag“ initiiert wurde und an welcher viele Organisationen uns Parteien beteiligt waren. Der Widerstand zieht sich nämlich durch alle Lebensbereiche und  jeder Tag ist Frauenkampftag. Ob Schule, Arbeit, Freizeit, Ehrenamt, Sport, Familie, … Frauen müssen überall und jeden Tag ihre Position erkämpfen. Die Demo zog durch Neukölln und Kreuzberg und traf gegen Ende mit der kurdischen Frauendemo zusammen, mit welcher sie zu einem gemeinsamen Abschluss der Veranstaltung kam.