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10. Juli 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

Pflanzeninseln neben eingeknasteten Bäumen – eine Kompensation der Entfernung aus der Natur

Bepflanzung um eingeknasteten Baum und Bollerwagen mit Schrott / SpIn
Bepflanzung um eingeknasteten Baum und Bollerwagen mit Schrott / SpIn

Der Mensch befindet sich in einem elementaren Widerspruch: Einerseits ist er froh, nicht fürchten zu müssen, von einem wilden Tier gefressen zu werden, andererseits muss in seinen rudimentären Instinkten noch eine Erinnerung an die Zeit vorhanden sein, als er Teil der Natur war. Letzteres führt zu einer Sehnsucht danach, die durch Haustiere und Zimmerpflanzen kompensiert wird. Ein weiteres Beispiel dafür sind kleine Grünflächen in den Metropolen, Geschäfte, die 24 Stunden lang abgeschnittene Geschlechtsteile von überzüchteten Pflanzen verticken und Bäume, die Straßen schmücken. Letztere sind in Beton eingepfercht, mit einer winzig kleinen Erdfläche. Wenn man bedenkt, dass die Wurzel der meisten Bäume fast so groß ist, wie der Baum selbst, ist diese Praxis Baumquälerei. In den Natur kann sich die Wurzel entfalten. Zudem sind die Bäume umgeben von Schattengewächsen, Sträuchern und anderen Bäumen. In der Stadt nicht. Dazu werden sie ständig mit Abgasen vollgepumpt. Total beschissen, wenn man nicht einfach abhauen kann! Als würde das nicht reichen, kommen nun irgendwelche hängengebliebenen Hippies, frustrierten Hausfrauen und Langzeitarbeitslose auf die Idee, die winzige Fläche zwischen Beton und Baumstamm mit Blumen zuzupflanzen. So errichten sie sogenannte Pflanzeninseln. Ob die Pflanzen jeweils zueinander passen, inwiefern sie den Baum stören oder wie sinnvoll das Ganze ist, bleibt dabei nebensächlich. Es ist dieser pathologische Back-to-nature-Trieb, der mangels Kenntnis auch noch falsch ausgelebt wird. In Radeberg (Sachsen) haben die Betreffenden keinen Baum penetriert, da an der Stelle nicht vorhanden, und stattdessen gleich ein Beet mitten auf einen Gehweg gebaut. 


Einige Protagonisten begründen ihre Pflanzwut durch zu viel Hundekacke neben den Bäumen. Die verrottet aber (trotz des Chemieanteils im Futter) und stört den Baum weniger, als zig Minigewächse. Aber damit kommen wir zum nächsten Problem: Zu viele Hunde in den Städten, die stets an der Leine hängen, Tiere aus der Massentierhaltung fressen und diese auf die Gehwege  - und natürlich neben die eingeknasteten Bäume - ausscheiden. Die armen Viecher (also in dem Fall die Hunde) werden eh nur für den Menschen produziert, um im Alter, wenn sie nicht mehr niedlich sind und nicht mehr so frisch riechen, im Tierheim zu verrotten.  

Liebe Leute, anstatt überzüchtete Gewächse, die man nicht mal essen kann, auf Fußwegen oder in Töpfe einzupferchen, Bäume zu quälen und Dackeln in Strampelanzüge zu quetschen, setzt Euch lieber für den Erhalt der Flora und Fauna ein.