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27. September 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

Petry verlässt die AfD

Ihr Kalkül geht nicht auf. Das Monstrum, das sie im wesentlichen mit erschaffen hat, bleibt davon unberührt.

Frauke Petry, AfD, am 13. Mai 2016 im Münchner Hofbräukeller / Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de
Frauke Petry, AfD, am 13. Mai 2016 im Münchner Hofbräukeller / Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de

Die AfD Ex-Parteichefin, Frauke Petry, hat die AfD verlassen, da sie ihr angeblich zu rechts wurde. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Dieser Haufen wird einer zu rechts, die auf Flüchtlinge schießen lassen und Frauen zu Gebärmaschinen für das deutsche Volk degradieren wollte. Die Flüchtlinge, nach Männern und Frauen getrennt, auf einsame Inseln außerhalb Europas deportieren lassen wollte. Die gegen den Islam, gegen politische Gegner und Homosexuelle hetzt etc. Da kann man sich lebhaft vorstellen, in welche Richtung die mehrfach verfassungswidrige Organisation hin driftet. Aber „zu rechts“ ist lediglich ein Vorwand. Petry wollte sich für Köln rächen und ihre Person wieder groß ins Gespräch bringen. Beim Parteitag in Köln hat sich niemand ihrem Vorschlag angeschlossen, die Partei in zumindest pro forma in eine gemäßigte Richtung zu steuern.
 
Unabhängig davon regte sich die Hoffnung, Petry würde ein paar Fans mitnehmen und diese faschistische  Organisation dadurch spalten oder zumindest schwächen. Neben ihrem neuen Partner, Marcus Pretzell, folgten ihr allerdings nur vereinzelt sogenannte gemäßigte AfDler – wenn man in dem Kontext überhaupt von gemäßigt reden kann.


Petry hat die Partei hochgebracht, dieses Monstrum, das die Republik spaltet. In sämtlichen Talkshows hat sie provoziert und einen Skandal nach dem nächsten angezettelt. Sie war ein richtiger Workaholic. Und nun steht sie fast allein vor dem Nichts. Sie hat es nicht einmal geschafft, dass Monstrum, das sie im Wesentlichen erschaffen hat, zu bezwingen. Schade! Davon hätte nicht nur sie was gehabt. Die ganze Bundesrepublik hätte von einer AfD-Spaltung profitiert. Stattdessenn ist die, bedauerlicher Weise in sich nach wie vor gefestigte,  AfD noch rechtsextremer, noch faschistischer und noch brutaler geworden. Zu allem Übel kriselt es dafür in der Union, die durch die Wählerverluste und die Jamaika-Koalition ohnehin schon retardiert ist. Das Land steht vor dem Ruin!

Petry will aber noch nicht aufgeben. Sie hat die Partei „Die Blauen“ gegründet und freut sich auf neue Mitstreiter. Blau, wie die Lieblingsfarbe der Deutschen oder auch ihr Lieblingszustand, zumindest derer, die braun in blauer Verkleidung wählen.
Rest in Blue, BRD.