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24. Februar 2016 | Autor: Jennifer Gregorian

PEGIDA ist feige

Das selbsternannte „Volk“ beanstandet keine Entscheidungsgewalt zu haben. Dabei will es gar keine haben. Das einzige, was es drauf hat, ist „Ausländer raus!“ Damit richtet es sich gegen die Opfer einer fehlgeleiteten Politik. Diese Haltung ist an Feigheit nicht zu übertreffen.

PEGIDA-Demonstration am 25. Januar 2015. // Photo: Kalispera Dell, CC BY 3.0
PEGIDA-Demonstration am 25. Januar 2015. // Photo: Kalispera Dell, CC BY 3.0

Mitläufer sind der Meinung zu den Guten zu gehören, kritisch zu sein und für eine bessere Welt einzustehen. Das vermitteln ihnen die Rattenfänger. In Wahrheit hat diese fremdenfeindliche Bewegung nichts weiter drauf als „Ausländer raus!“. Damit wendet sie sich lediglich gegen die Opfer einer fortwährenden Raubpolitik. Das ist feige! Und dazu armselig. Diese Bewegung ist eine Schande für Deutschland.

„Das Volk“ will sich Gehör verschaffen / Die Fluchtursachen bleiben unberührt

Plötzlich fällt denjenigen, die sich für „das Volk“ halten, auf, dass wir in einer repräsentativen Demokratie leben, wo nicht bei allen Entscheidungen die Bevölkerung mit einbezogen wird. Sie wollen aber gar nicht einbezogen werden. „Dem Volk“ sind in Wirklichkeit sämtliche Entscheidungen und Sachverhalte auch herzlich egal. Wie etwa der Klimawandel, der Menschen und Tieren den Lebensraum raubt. Oder die Atomkraftwerke, für welche in Afrika und Australien Uran abgebaut wird und die Abbaugebiete immer mehr verstrahlt werden. Die umweltschädlichen Braunkohlekraftwerke stören die PEGIDA-Mitläufer ebenso wenig. Auch die Rüstungsexporte in sämtliche Krisengebiete sind den Pegidisten egal. Selbst wenn dort Kindersoldaten zum Einsatz kommen. Sie rebellieren auch nicht gegen das ständige Hochrüsten von Diktatoren und Terroristen. Dass der Westen u. a. afrikanische und osteuropäische Märkte kaputt macht, interessiert sie auch nicht. Ebenso wie der Raubbau an anderen Ländern. Dass Kinder unsere Kleidung und die Spielsachen für unsere Kinder unter unmenschlichen Bedingungen anfertigen, ist auch keinen Protest Wert. Auf ihr tägliches Schnitzel wollen sie ebenfalls nicht verzichten und nehmen in Kauf, dass der Regenwald gerodet und Völker vertrieben und versklavt werden.


Es gäbe noch unzählige Beispiele, wofür man protestieren könnte und sogar sollte. Es geschehen wirklich schlimme Dinge auf der Welt und wir machen uns alle mitschuldig, indem wir sie geschehen lassen. Aber das alles ist dem „Volk“ einerlei. Da beklagt es nicht, keine Entscheidungsgewalt zu haben. Da will es diese gar nicht haben. Es richtet sich lediglich gegen diejenigen, die wegen all dieser Verbrechen zur Flucht veranlasst werden und alles verloren haben.