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30. Mai 2016 | Autor: Jennifer Gregorian

Rassisten stören sich an Fußballspielern der deutschen Nationalmannschaft

PEGIDA und AfD sind die deutschen Fußballnationalspieler nicht deutsch genug.

Jerome Boetang / Urheber: Богдан Заяц / Quelle: http://football.ua/gallery/2231.html / CC BY-SA 3.0
Jerome Boetang / Urheber: Богдан Заяц / Quelle: football.ua/gallery/2231.html / CC BY-SA 3.0

Als Auftakt zur Fußball-Europameisterschaft (EM) hat Ferrero Kinderbilder von Fußballspielern der deutschen Nationalmannschaft auf die Marke „Kinderschokolade“ drucken lassen. Ein netter Werbegag. Allerdings nicht für die rassistische PEGIDA-Bewegung: Sie stört sich an Kindergesichtern von Spielern mit Migrationshintergrund, wie Jerome Boateng und Ilkay Gündogan. Entsprechende Postings von der Fansite der „Pegida BW – Bodensee“ wurden zigmal auf Facebook geteilt und die rassistischen Kommentare häuften sich. Man wähnte auf den Bildern künftige „Terroristen“ und rief zum Boykott der Marke auf.

Lutz Bachmanns inszenierte Distanzierung

 Auf Anfrage von web.de behauptete Pegida-Frontmann Lutz Bachmann, dass „Pegida BW-Bodensee seit Juni 2015 kein offizieller Ableger von Pegida“ sei und den Namen „widerrechtlich“ nutzen würde. Allerdings teilte zwei Tage davor die offizielle Facebook-Seite von PEGIDA ein Video des in Ungnade gefallenen Ablegers aus Baden-Württemberg.

Gauland hetzt gegen Boateng

„Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“, so  AfD-Vize Alexander Gauland gegenüber der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS). Jérôme Agyenim Boateng ist in Berlin geboren, seine Mutter ist Deutsche und sein Vater stammt aus Ghana. „Kann ich nur drüber lächeln. Ist traurig, dass so etwas heute noch vorkommt“, sagte Boateng im ARD, anlässlich der rassistischen Äußerungen des AfD-Vize.
Gauland leidet nun angeblich an Amnesie: Er will sich an seine Aussagen nicht mehr erinnern können.

Nicht alle Deutschen sind Rassisten: cutesolidarity, Der Papst macht vor nichts Halt und  „Jerome sei unser Nachbar!“

Die Schokolade mit den Fußballerfotos geht gut weg, den Boykott-Aufruf scheint kaum jemand zu folgen. Dazu distanzieren sich zahlreiche Menschen von dem pegidischen Rassismus, indem sie ihre  Kinderbilder unter dem Hashtag #cutesolidarity auf Twitter posten. Darunter sind Fußballspieler, Politiker und andere Personen des öffentlichen Lebens.
Auch die  Katholische Kirche ist dabei: Auf ihrer Fansite postete sie eine Fotomontage einer Kinderschokolade mit einem Bild vom Papst und beschriftete sie mit „Upps! Pegida, auch wir machen vor nichts Halt.“ Damit bezieht sie sich auf einen fremdenfeindlichen Facebook-Kommentar gegen die Werbeaktion von Ferrero. Der User hatte geschrieben: „ Vor Nichts wird Halt gemacht.“

Fußballfans bekennen sich zu Boateng: Beim Fußball-Länderspiel Deutschland – Slowakei in Augsburg haben sie  an der Stadionbande ein Transparent mit der Aufschrift „Jerome sei unser Nachbar!“ angebracht.