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30. März 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Multiresistente Keime aus der Massentierhaltung in Gewässern

Die Menschen wollen auf ihr tägliches Billigfleisch nicht verzichten und die Fleischlobby nicht auf ihren Profit. Für Tiere ist das längst die Hölle. Nun wendet sich die Maßlosigkeit aber auch gegen ihre Verursacher, aber nicht nur gegen diese: Unser Trinkwasser, die Badeseen, die Luft, das Gemüse, … sind kontaminiert. Und in den Krankenhäusern sterben immer mehr Menschen an multiresistenten Keimen. Forscher gehen davon aus, dass die nächste Pandemie durch die Massentierhaltung ausgelöst wird.

Badesee Freiburg / SpIn
Badesee Freiburg / SpIn

Das Politmagazin „Panorama“ hat 12 Proben aus Flüssen, Seen (auch Badeseen) und Bächen aus Niedersachsen entnommen und sie an der Uniklinik Gießen untersuchen lassen. In allen Proben wurden verschiedene resistente Keime festgestellt. Auch bei Untersuchungen in Hessen wurden Keime gefunden. Für ältere Leute, Kleinkinder und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem ist das ein großes Problem. Im Extremfall kann eine Infektion mit diesen Keimen für sie tödlich enden. Die Keime sind nicht ansteckender als andere Keime, aber wenn es zu einer Infektion kommt, hilft kein Antibiotikum. Die Herkunft der Keime: Krankenhäuser und vor allem die Massentierhaltung. Auch die Krankenhauskeime stammen ursprünglich aus der Massentierhaltung. Die Tiere werden dort ständig mit Antibiotika vollgepumpt. Hühner bekommen Antibiotika sogar prophylaktisch ins Trinkwasser gemischt. Aufgrund der extrem bedrängten Haltungsbedingungen verbreiten sich Krankheiten in den Mastanlagen rasant.

Auch Veganer und Vegetarier betroffen

Selbst Veganer und Vegetarier sind betroffen, und das nicht nur durch die verseuchten Gewässer und die Krankenhauskeime: Über die Abluft der Ställe gelangen die Bakterien nach außen. Hohe Schornsteine können dies nicht verhindern, sie führen lediglich zu einer größeren Verbreitung. Auch über Gülle und Abwässer kommen die Keime direkt auf Felder und in den Wasserkreislauf. Die Klärwerke bräuchten eine höhere Klärstufe, um die Erreger abzufangen. Die Felder werden zusätzlich noch mit Kadaverresten und Exkrementen und Blut aus der Massentierhaltung gedüngt.

Reserveantibiotika für die Säue

In Deutschland werden sogar Reserveantibiotika, also die letzten Antibiotika, die im Ernstfall noch Menschenleben retten könnten, an Schweine verfüttert. Das Ganze nur, damit man die Schweine weiterhin auf engstem Raum halten kann und das Fleisch preiswert bleibt.
In Dänemark sind zumindest die Reserveantibiotika in der Massentierhaltung verboten. Umweltminister Christian Schmidt (CSU) ist aber gegen Verbote. Er ist zu opportunistisch, um es sich mit einer Lobby zu versauen.

Pandemie aus der Massentierhaltung

Antibiotika sind immerhin als Mastbeschleuniger verboten. Dieses offizielle Verbot wird aber umgangen. Multiresistente Keime sind in 85 Prozent der Schweinemasten und Milchviehbetriebe anzutreffen. Jeder Deutsche konsumiert über 36 Kilo Schweinefleisch pro Jahr – Veganer und Vegetarier sind bereits mit eingerechnet. Viele Forscher gehen davon aus, dass die nächste Pandemie aus der Massentierhaltung kommt.