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01. April 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Mieten oder kaufen?

Hier finden Sie eine ausführliche Darstellung der Vor- und Nachteile des Mietens sowie des Erwerbs eines Eigenheims.

Hausübergabe / mangostock – Fotolia.com
Hausübergabe / mangostock – Fotolia.com

Mieten oder kaufen? Das ist hier die Frage. Beides hat seine Vor-und Nachteile. Die eigenen vier Wände, Unabhängigkeit, eine Altersvorsorge, ein realer Wert – viele Menschen finden die Idee des Eigenheims attraktiv und erstrebenswert. Aber all die damit verbundenen positiven Attribute sind nicht automatisch vorhanden. In einigen Fällen ist eine  Mietwohnung sogar die bessere Lösung. Nun wollen wir mal beide Modelle gegenüberstellen.

Die Vorzüge des Eigenheims

- Keine Mietzahlungen

Die monatlichen Mietzahlungen sieht der Mieter nie wieder, das Geld ist weg. Der Eigentümer hingegen investiert in die eigene Sache, sprich in die eigenen vier Wände, die irgendwann ihm ganz allein gehören.

- Keine Miterhöhung

Umziehen wegen Mieterhöhung fällt aus. Dennoch kann es auch beim Eigenheim sein, dass die monatlichen Kosten steigen (z. B. Reparaturen, Anschaffungen, …). Aber auch diese Gelder fließen in die eigene Sache.

- Individuelle Gestaltbarkeit, zumindest im Inneren

Was die innere Gestaltung angeht, haben Eigentümer quasi freie Hand. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Der Wohlfühleffekt ist praktisch garantiert, insofern die betreffenden auch das nötige „Kleingeld“ haben, um sich ihre Wünsche zu erfüllen.
Nach außen sieht es schon anders aus: Da hat auch die Stadt ein Wörtchen mitzureden. Die Gestaltungsfreiheit ist insbesondere bei Reihenhäusern und Häusern, Doppelhaushälften eingeschränkt.

- Ein eigener bleibender Wert

Eine Immobilie zu erwerben oder ein Haus zu bauen, hat meist die gleichen Motive, wie Kinder zu bekommen: Die betreffenden wollen der Welt etwas hinterlassen, einen bleibenden Wert. Erst mal soll das traute Heim ihnen zu Lebzeiten dienlich sein, anschließend sollen es die Nachkommen erhalten.

- Altersvorsorge

Häuslebauer wollen im Alter versorgt sein. Statt im Heim zu verrotten, möchten sie den Lebensabend in den eigenen vier Wänden genießen. In der Realität machen die Erben ihnen häufig einen Strich durch die Rechnung, aber das ist ein anderes Thema.

- Erbe für die Nachkommen

Wie bereits erwähnt, stellt eine Immobilie einen bleibenden Wert dar, der nach dem Ableben der Inhaber auf ihre Nachkommen übergeht. Somit ist für die Kinder und Enkelkinder gesorgt. Dafür muss die Immobilie aber auch in einem guten Zustand und nicht überschuldet sein.


- Geldanlage gesichert

Eigenheimbesitzer müssen stets in ihr Heim investieren, während Mieter, die am Ende des Monats noch etwas über haben, es auch verpulvern können. Somit schaffen Letztere nicht automatisch einen Mehrwert für die Zukunft. Bei den Häuslebauern ist der Mehrwert schon in dem Lebensmodell immanent. Mieter müssen sich hingegen aktiv darum kümmern und sich mit diversen Anlagemodellen auseinander setzen. 

Vorzüge der Mietwohnung und Nachteile der Eigentumswohnung

Zählt man die Vorzüge der Mietwohnung im Vergleich zum Eigenheim auf, kommt man nicht darum herum, die Nachteile letzteren zu veranschaulichen. 

- Mehr Flexibilität

Mieter können jederzeit wegziehen und sich an einem anderen Ort eine Wohnung mieten, sogar in einem anderen Land. So können sie zum Beispiel ein vielversprechendes Jobangebot in über 2000 Kilometern Entfernung problemlos annehmen, mit der großen Liebe zusammen ziehen oder in politisch brisanten Zeiten schnell mal den Ort wechseln.

Flexibilität bezieht sich auch auf die Wohnsituation: Viele Häuslebauer haben zwar große Pläne, aber nicht das große Geld. Demnach kaufen sie Eigentumshäuser, die kleiner sind, als ihr eigentlicher Bedarf und leben beengt. Wenn noch Kinder oder Enkelkinder hinzukommen, wird der Lebensraum noch knapper. Diejenigen, die gut situiert sind, werden gleich eine größere Immobilie erwerben, für den Fall dass mal Nachwuchs hinzukommt. Es kann sein, dass sie jahrelang oder sogar dauerhaft (z. B. wenn sie keine Kinder bekommen können und es ihnen nicht behagt, Räume zu vermieten) höhere Ausgaben für eine Immobilie haben, die im Grunde viel zu groß für sie ist.

Bei der Mietwohnung hingegen kann der Bedarf flexibel angepasst werden: Man mietet die größere Wohnung eben dann, wenn man sie braucht. Zudem kann man mit begrenztem Budget nicht das Eigenheim erwerben, dass der Wohnung gleichkommt, die man sich leisten könnte, zu mieten.

- Lage

Da zentral gelegene Häuser für viele Menschen unbezahlbar sind, kaufen sie eines in einem verlassenen Dorf, mit wenig Infrastruktur, wo es keine Arbeit, keine Unterhaltungsmöglichkeiten und kaum Einkaufsmöglichkeiten gibt und wo die medizinische Versorgung zu wünschen übrig lässt. Für alle Anschaffungen, Arztbesuche etc. sowie für den täglichen Weg zur Arbeit müssen die betreffenden lange Wege auf sich nehmen – sprich: Sie haben eine hohe Investition an Zeit und Geld. 
Eine Mietwohnung kann man hingegen in der Nähe der Arbeitsstelle und in dem Viertel der Wahl mieten. Sicher braucht man auch hierfür das richtige Budget. Wir reden aber hier nicht von Arbeitslosen oder Menschen, die sich im Niedriglohnsektor abrackern, sondern von denjenigen, die sich zumindest in der Pampa ein eigenes Haus leisten könnten.

- Kosten

Die Mietzahlungen verschwinden Monat für Monat auf Nimmerwiedersehen. Da sind Eigenheimbesitzer deutlich im Vorteil. Dafür haben sie allerdings höhere Kosten zu tragen. Neben den Steuern und den monatlichen Kreditkosten fallen auch noch Kaufnebenkosten an, wie:
- Grunderwerbssteuer ca. 5 Prozent
- Notar und Grundbuchamt 1,5 Prozent
- Makler ca. 4,5 Prozent

Hinzu kommen laufende Kosten:
- Versicherungen
- Grundsteuer

Ferner müssen Eigentümer in regelmäßigen Abständen sowie nach Bedarf Reparaturen, Neuerungen und Sanierungen vornehmen.

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Was die Kreditkosten anbelangt, zahlen Eigentümer umso mehr, je weniger sie auf der hohen Kante haben: Kredite werden teurer und restriktiver, je länger die Laufzeit, je niedriger die Rückzahlungsraten und je geringer die Sicherheiten der Kreditnehmer.

- Risiko

Verliert ein Mieter seinen Job, muss er schlimmstenfalls in eine billigere Wohnung umziehen. Sollte der Jobverlust nicht mit einer dauerhaften Erkrankung (unabhängig ob physisch, psychisch oder einer Suchterkrankung) zusammenhängen, kann der betreffende Mieter seine Situation aus eigener Kraft wieder verbessern. Folglich ist das Risiko, eine Wohnung zu mieten, sehr gering. Anders sieht es bei dem Eigenheim aus. Sollte da die Arbeitsstelle wegbrechen, können die Eigentümer weder die Kreditkosten und Steuern noch die Nebenkosten erbringen. Auch notwendige Reparaturen fallen weg. Die Insolenz droht. Die betroffenen können in solch einem Fall ihr ganzes Hab und Gut verlieren und dazu noch hoch verschuldet aus der Nummer rausgehen. Infolge lohnt es sich kaum noch zu arbeiten, da ein erheblicher Teil des Verdienstes gepfändet wird. Auch die Nachkommen gehen leer aus und die Unterbringung im Heim ist fast nicht mehr abzuwenden.
Paradoxerweise entscheiden sich zumeist Menschen mit einem hohen Bedürfnis nach Sicherheit für einen Lebensweg (Eigenheim), der hoch riskant ist.

- Werteverfall

Mieter erleiden keinen Werteverfall; schließlich stellt die Mietzahlung keinen bleibenden Wert dar, was wiederum als Nachteil angesehen werden muss.
Jedenfalls erleiden Eigentümer einen Werteverfall ihrer Immobilie durch Abnutzung. Folglich müssen sie ihr Heim, stets in Stand halten. Instandhaltungskosten können bis zu 600 Euro pro Monat betragen.
Der Werteverfall kann auch in der Lage begründet sein. Angenommen eine Fabrik zieht ab und es entsteht große Arbeitslosigkeit. Alle jungen Leute wandern in die Großstädte und in dem Ort herrscht hoher Leerstand.
Ebenso kann eine Immobilie auch an Wert gewinnen, zum Beispiel wenn sich die Konjunktur in dem entsprechenden Ort verbessert. Häuslebauer schauen aber eher nicht darauf. Sie bauen dort, wo sie es sich leisten können. Auf eine Aufwertung der Gegend zu spekulieren, ist eher Sache von Investoren, die das nötige Know-how und auch das Kapital mitbringen.

- Verantwortung

Kaputte Heizungen, tropfende Boiler oder Türen, die nicht schließen, sind Sache des Vermieters. Ein Anruf genügt und die Sache wird erledigt (so sollte zumindest der Regelfall sein). Eigentümer hingegen müssen all das selbst organisieren und bezahlen.

- Freie Auswahl der Geldanlage

Mieter haben keine Zukunftssicherung. Das heißt, ihre Zukunft ist nicht an ihre Wohnsituation gekoppelt und sie müssen anderweitig vorsorgen. Da hier von Menschen die Rede ist, die sich auch ein Eigenheim leisten könnten, ist davon auszugehen, dass sie Miete zahlen und was auf die Seite packen können. In Sachen Geldanlagen steht ihnen folglich alles offen: konservative Kapitalanlagen, Immobilien, Aktien, CFD, Kryptowährungen, … Die Geldanlage lässt sich auch kombinieren und flexibel wechseln. Folglich ist das Potential, das Hab und Gut ordentlich zu vermehren, für Mieter wesentlich höher. Klar können auch Eigenheimbesitzer Geld anlegen, aber hierfür wird bei den meisten kaum etwas übrig blieben. Die Hauptinvestition bleibt das Eigenheim, welches dazu durch die eigene Nutzung eine Abnutzung erfährt.

 

Persönlichkeit entscheidet über Miete oder Kauf

Nun haben wir ihnen beide Modelle ausführlich dargelegt. Welches Sie am meisten anspricht, hängt von ihrer Persönlichkeit, ihren Interessen, Kompetenzen, Vorstellungen vom Leben etc. ab. Diese sollten sie bei der Lebensplanung nicht ausschließen, denn sie können nur mit dem Modell Erfolg haben, welches auch zu Ihnen passt. Wenn Sie eine Beratung wünschen, füllen Sie das Formular im Anschluss an den Artikel aus.