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09. Oktober 2015 | Autor: Jennifer Gregorian

Friedensnobelpreis für Merkel?

Entgegen aller Widerstände, selbst aus den eigenen Reihen, bewahrt die Kanzlerin Haltung in der Flüchtlingskrise.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, 2014 // Michael Thaidigsmann, CC BY-SA 4.0
Bundeskanzlerin Angela Merkel, 2014 // Michael Thaidigsmann, CC BY-SA 4.0





2005 waren die Erwartungen groß. Vor allem Frauenorganisationen setzen auf die erste Kanzlerin der Bundesrepublik. Vergebens. Dafür gab es andere wesentliche Reformen, wie etwa den Mindestlohn. Aber im Großen und Ganzen dümpelte alles vor sich hin. Umso erstaunlicher ist die unerschütterliche Haltung in der Flüchtlingspolitik. Hierfür (wie auch für die Vermittlung im Ukraine-Konflikt und andere Leistungen) soll Merkel nun den Friedensnobelpreis erhalten. Die Mehrheit der Deutschen ist da allerdings anderer Ansicht.




N24-Emnid-Umfrage – Soll Merkel den Friedensnobelpreis erhalten

Nur 19 Prozent der deutschen Bürger sind der Ansicht, dass die Kanzlerin die Auszeichnung verdient, 73 Prozent sind dagegen.

Weshalb Deutsche mit Merkels Flüchtlingspolitik hadern

Die N24-Emnid-Umfrage hat auch die Ängste der Bürger im Kontext mit der Flüchtlingskrise erfasst: 67 Prozent fürchten eine wachsende Wohnungsnot, 63 Prozent Probleme an Schulen, 61 Prozent steigende Kriminalität, 55 Prozent hohe Kosten, 44 Prozent eine Einschränkung der Rechte von Frauen und Mädchen und 22 Prozent Konkurrenz am Arbeitsmarkt.
Diese Befürchtungen sollen auch der Grund sein für den Abwärtskurs der Beliebtheitsskala der Kanzlerin.


Die Ängste sollte man ernst nehmen. Da sie größtenteils irrational sind, ist an dieser Stelle Aufklärung durch Politik und Medien von Nöten.

Vierte Amtszeit für Merkel?

Trotz aller Widerstände scheint Merkel sich in ihrem Amt wohl zu fühlen. Für Menschen die von Krieg, Folter, Terror und Hungersnot bedroht sind, wäre eine vierte Legislaturperiode der Kanzlerin essentiell, wenn nicht sogar überlebenswichtig. Vorausgesetzt natürlich, sie knickt nicht ein. Ob sie wieder gewählt wird, ist allerdings fraglich. Die Mehrheit der Deutschen setzt zurzeit auf Seehofer. Inzwischen ist er ihr auch nicht mehr wohlgesinnt: Er will eine Verfassungsklage gegen die Kanzlerin initiieren.