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27. September 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

Ängste ernst nehmen

Im Anschluss an die Wahl-Flaute betonte Kanzlerin, Angela Merkel, die Ängste der Bevölkerung ernst zu nehmen. Gemeint sind die Asylkritiker, die besorgten Wüteriche, die Reichsbürger usw. – Eben die Mitläufer der Neuen Rechten. Diejenigen, die gegen Minderheiten hetzen, Flüchtlingsunterkünfte in Brand setzen und Menschen angreifen, weil sie sie dunkle Hautfarbe haben, eine andere Sprache sprechen, Flüchtlingen helfen, weil sie Journalisten oder Politiker sind usw. Was ein netter Zug von der ewigen Kanzlerin, deren Beliebtheit sich auf dem Abwärtstrend befindet. Aber wer nimmt die Ängste derer ernst, die dem Tod knapp von der Schippe gesprungen sind, eine lebensbedrohliche Reise überstanden haben und sich nun um ihre Angehörigen Sorgen, die sich noch in einem Kriegsgebiet befinden, während sie hier täglich Brandanschlägen und Hetzjagden ausgesetzt sind? Und was ist mit den Flüchtlingshelfern, die ständig von den „ängstlichen“ Schlägern attackiert werden? Merkel war ja so stolz auf sie: „Ohne die ganzen freiwilligen Helferinnen und Helfer hätten wir das nicht geschafft.“, hat sie mal, vor nicht allzu langer Zeit, gesagt. Nu ja, Hauptsache, sie erledigen die Arbeit, die eigentlich die Regierung bewältigen müsste. Anerkennung, Entlohnung, Unterstützung, Schutz gegen Übergriffe – Fehlanzeige! Die Journalisten, die täglich mit dem Tod bedroht werden, weil sie sich argumentativ mit der braunen Brut auseinander setzen, erhalten ebenfalls keinen Schutz. Die Abgeordneten, deren Büros verwüstet werden, fragt auch niemand, ob sie Angst hätten.
Angst haben dürfen alle. Ernst genommen wird sie nur bei denjenigen, die selbst Angst und Terror verbreiten.