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14. Juni 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Mehr Plastik als Fische

Angesichts des globalen Problems mit dem Plastikmüll muten die Maßnahmen der EU, Verbot von Strohhalmen und Plastikgeschirr sowie Warnhinweise auf Luftballons, grotesk an. Gibt es überhaupt eine Lösung? 

Plastikmüll am Ufer des Roten Meeres / Vberger / Gemeinfrei
Plastikmüll am Ufer des Roten Meeres / Vberger / Gemeinfrei

Pro Sekunde landen weltweit 700 Kilo Plastik im Meer. 26 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert allein Europa jedes Jahr. 500.000 Tonnen davon landen im Meer. Eine PET-Flasche, zum Beispiel, braucht 450 Jahre, um abgebaut zu werden. Wenn das so weiter geht, wird es Experten zu Folge, 2050 mehr Plastik als Fische im Ozean geben. Hinzu kommt, dass Deutschland 44 Prozent seines Plastikmülls verbrennt – ebenfalls eine Desaster für die Umwelt. 

Nun hat die EU eine Strategie gegen Plastikmüll vorgestellt: Strohhalme und Plastikgeschirr werden verboten und auf Luftballons sollen Warnhinweise stehen. Diese Änderungen muten geradezu grotesk an, ebenso wie die teilweise Abschaffung von Plastiktüten in den Supermärkten. Den Plastik ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken, es ist überall: in Kosmetikprodukten, im Essen und sogar im Boden sowie im Trinkwasser. Die deutsche Industrie hat sich nun freiwillig verpflichtet, in einigen Kosmetika auf Plastik zu verzichten, das betrifft aber nicht Gels, Cremes oder wachsartige Substanzen, sondern nur feste Partikel.  

Lösungen gibt es bislang noch nicht. Ökologisch ausgerichtete Forscher sind nun dabei, weniger schädliche Stoffe zu entwickeln, mit welchen man das Plastik ersetzen könnte. 

Ferner zerstören die mikroplastische Rückstände die Qualität der Spermien. Das wiederum könnte eine Lösung des Problems darstellen: Weniger Menschen, gleich weniger Plastik. Dieser Ansatz ist eher ironisch gemeint und die Rechnung würde nicht aufgehen. Es würden noch genügend Kinder geboren werden und die Plastikproduktion würde nicht nachlassen. Unser Alltag ist zu sehr damit verknüpft. Wir können nicht mehr zu einer naturbelassenen Lebensweise zurückkehren. Deshalb haben die Menschen in den Zivilisationshochburgen auch einen höheren ökologischen Fußabdruck, als Bewohner von Entwicklungsländern. Es ist nicht denkbar und auch nicht mehr umzusetzen, dass Europäer und Nordamerikaner mit der metallenen Milchkanne zum nächsten Bauern gehen und ein eigenes Behältnis für regional produzierten Käse und sowie für Obst und Gemüse bei sich führen. Auch die Kleidung, die Schuhe, die Kosmetika, die Haushaltsartikel, die Möbel, die Transportmittel, die öffentlichen Einrichtungen, … einfach alles, was wir nutzen, besteht zu einem nicht unerheblichen Teil aus Plastik. Folglich bleiben uns nur der sparsame und bewusste Umgang mit dem „Umweltgift“ (womit wir das Sterben des Planeten allenfalls minimal verzögern) und die Hoffnung auf die Forschung.