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04. April 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Lieber Hure als Ehefrau?

Über die Sklaverei in der Ehe als normalen Alltag innerhalb westlicher Zivilisationen

Erziehung zum Opfer, Lohnungleichheit und ungleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt zwingen Frauen in Abhängigkeitsverhältnisse. Zahlreiche Frauen können nicht frei über ihr Leben bestimmen. Nicht etwa im Sudan, im Iran oder im Libanon – nein, in Deutschland, in den Niederlanden, in Großbritannien, in den USA usw. Sie nehmen das als „ganz normal“ hin, ebenso wie die gesamte Gesellschaft keinen Anstoß daran findet. In diesem Text gehen wir  auf die Situation in Deutschland ein, die jedoch als exemplarisch für sämtliche westliche Zivilisationen angesehen werden kann.

Frau im Käfig / © olgachan - Fotolia.com
Frau im Käfig / © olgachan - Fotolia.com


Da er mehr verdient – Männer verdienen in Deutschland in den gleichen Berufen immer noch im Schnitt 22 Prozent mehr – geht er arbeiten und sie hütet Heim und Kinder. Trotz besserer Qualifikation hat sie keine Chance auf einen Managerposten, Stichwort „gläserne Decke“. Er schon, er ist ja ein Herrenmensch und kann überall hin. Beziehungen und ein paar gemeinsame Puffbesuche mit den künftigen Vorgesetzten und Kollegen ebenen ihm den Weg. Sie hat keine Kontoakte, außer dem Nachwuchs, der nur sabbert und kotzt. Ab und an kommt die Schwiegermutter vorbei und erzählt ihr, was sie für eine miserable Hausfrau sie sei. Am Spielplatz tauscht sie sich mit einer anderen Mutti über Kochrezepte, Diäten und Sexpraktiken aus. Schließlich muss Frau einen Mann halten können. Wenn er abhaut, ist sie selbst schuld. Nicht nur das, sie ist dann voll im Arsch: arbeitslos, alleinerziehend, auf Stütze angewiesen und isoliert bis der Nachwuchst für sich selbst sorgen kann. Und hier ist der Knackpunkt: Er kann abhauen, immer, jederzeit. Sie nicht. Er hat die Kohle. Auch wenn er sie durchfüttert und gut für sie sorgt und auch wenn sie einen Nebenjob hat: Er bleibt der Hauptverdiener. Wenn er einen Ehevertrag eingeht, ist es immer noch seine Gnade ihr gegenüber, nicht ihr Verdienst – außer sie ist eine gute Manipulateurin.
Jedenfalls hat er die Oberhand, das Kapital, die Macht, die Verfügungsgewalt. Mit ihm steht und fällt ihre Existenz. Sie ist seine Sklavin und ihm ausgeliefert. Allein überfüllte Frauenhäuser und Hartz IV stellen einen letzten Anker dar, um seiner Gewalt zu entkommen. Viele wollen aber nicht entkommen. Sie sind zur Sklavin herangezogen worden. „Mach einen guten Fang.“ „Such dir einen Kerl, der was zu bieten hat, mit einem guten Job und Kohle.“ „Zieh dich hübsch an, mit Dekolleté, zeig was du hast, damit dir einer Netz geht.“ Frauen werden von klein an zum Objekt, zur Sklaverei und zur Prostitution erzogen. Sie lernen von klein auf, dass sie dem Herren gefügig sein müssen, ihm den Arsch hinterher tragen und ihren hinhalten, sonst ist der Kerl weg. Und wenn er weg ist, hat er noch alles und sie hat nichts. Außer, ihre Fähigkeit, sich zu prostituieren und zu manipulieren. Damit könnte sie, wenn sie noch dekorativ genug aussieht, einen neuen Sklavenhalter klarmachen. Vielleicht nicht mehr so einen hübschen, reichen, aber überhaupt einen – schließlich ist ihr Marktwert auf dem All inklusive Strich gesunken. Denn als solchen könnte man die Balz um die Ehe ansehen. Der künftige Ehemann sucht sich schließlich eine, die für ihn kocht, putzt, wäscht und die er rund um die Uhr vergewaltigen darf, während sie so tun muss, als ob es nichts Besseres gäbe. Dann doch lieber Hure, da hat frau auch mal Feierabend.

Gleichberechtigung als Rollenspiel

Selbst innerhalb sich emanzipiert schimpfender westlicher Gesellschaften basieren die meisten Ehen auf solch einem Ungleichgewicht. „Aber wir ergänzen uns wunderbar.“ „Jeder hat seine Qualitäten, die er in die Ehe einbringt.“ „Er würde mich nie sitzen lassen.“ „So ein Typ ist er nicht.“ Die Sprüche kennt man und diejenigen, die sie verwenden, meinen das auch so. Sie sind mit ihrem Sklavinnen-Dasein zufrieden. Sie merken erst gar nicht, dass sie in der Falle sitzen. Und ohne die Falle wären sie hilflos. Aber auch wenn sie den besten Besitzer, alias Ehemann, der Welt haben, solange er das Geld nach Hause bringt, Wohnung und Grundstück bezahlt und sie mit unterhält, kann das Verhältnis nicht ausgeglichen sein. Auch wenn sie gleichberechtigt miteinander umgehen, was selten vorkommt, so ist diese Gleichberechtigung nur eine gespielte, also ein Rollenspiel – faktisch existiert sie nämlich nicht. Und da braucht sich niemand etwas vormachen. 

Die besseren Sklavenhalter

In Pakistan, im Jemen und in sämtlichen streng islamistischen Kulturen müssen sich Frauen verhüllen, dürfen nur selten was lernen, werden zwangsverheiratet und zu Hause eingesperrt. Dagegen scheinen die westlichen Zivilisationen als Paradies. Daher nehmen sie sich auch die Impertinenz heraus, sich als emanzipiert zu geben. Dabei ist die Unterdrückung überall die gleiche, nur die Intensität variiert sehr stark. Darauf sind die westlich sozialisierten Männer so stolz. Sie sind die besseren Sklavenhalter. Ihre Sklavinnen haben es gut: Sie werden versorgt, dürfen allein das Haus verlassen (solange es hell ist!), sich schminken, sexy sein und sie werden nicht sofort geschlagen, wenn das Essen anbrennt.

Ist das schon Kindesmissbrauch?

Deutsche Frauen dürfen zum Beispiel arbeiten, töpfern gehen, Yoga machen und Freundinnen treffen, das ist großartig! Theoretisch dürfen sie sich nicht schminken, keine objektivierenden Kleider und hochhackigen Schuhe anziehen; auf dem Bau, bei der Müllabfuhr oder als Fondsmanagerin arbeiten, zum Bund gehen, nicht hungern, spät abends durch dunkle Gassen laufen, allein verreisen usw. Alles ist erlaubt. Es existiert kein offizielles Verbot oder Gebot. Aber die meisten sind so krass konditioniert, dass sie sich nicht ungeschminkt auf die Straße trauen. Und wenn doch mal eine Bauarbeiterin, ungeschminkt, in Männerkleidung, allein durch eine dunkle Unterführung läuft, wirkt das zumindest irritierend. Die Mehrheit trägt dann doch Röhrenjeans, die an der Hüfte enden und den Blick auf einen Spitzenstring freigeben, Blusen mit Schleifen, Dekolletee und Einnähern, um die Hüfte zu betonen sowie Pushups und Pumps. Wenn sie nicht sexy sind, fühlen sie sich wertlos, nicht „weiblich“. Die Erziehung sitzt fest, sie hat Spuren hinterlassen. Viele Frauen, ebenso wie Männer mögen das Spiel mit der Objektivierung der eigenen Person. Aber während sie bei Frauen geradezu gefordert wird, ist sie Männern untersagt. Da die Menschen in bestimmte Rollen gezwängt werden, für die es allerdings keine – wie oft suggeriert wird – biologische Disposition gibt, kann man nicht sagen, welche Frau nun wirklich Miniröcke und durchsichtige Seidenblusen mag. Fakt ist nur, dass mehr Frauen sich objektivieren. Ob das ihr individueller Wunsch oder doch die Erziehung, die Werbung und der gesellschaftliche Druck sind, lässt sich im Nachhinein schwer ausmachen. Würde man Kinder, was die Geschlechter angeht, konträr erziehen, hätte man mit hoher Wahrscheinlichkeit zimperliche, schwächliche Junges, die mit Puppen spielen und sich hübsch machen. Aber solch ein Experiment wäre quasi Kindesmissbrauch. Ebenso wie es ein anmaßender Eingriff ist, Mädchen zu Mädchen zu machen, also zu Opfern, und sie auf ihre spätere Rollte als Sklavin und Ganztags-Prostituiere vorzubereiten.