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13. Januar 2016 | Autor: Jennifer Gregorian

Vermisst: Kritische Protestbewegung

Aktuell gibt es in Deutschland nur Bewegungen, welche die Probleme des Landes verschärfen und nicht an den Missständen der Welt rütteln. Dafür mangelt es an wahrhaftiger und tiefgehender Kritik – in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den USA, Russland, …

PEGIDA-Demo in München, September 2015 // Urheber: Witt thomas / CC BY-SA 4.0
PEGIDA-Demo in München, September 2015 // Urheber: Witt thomas / CC BY-SA 4.0

Journalisten, die Machenschaften der Rüstungslobby aufdecken leben gefährlich, ebenso wie Umweltjournalisten und Tierrechtsaktivisten. Bei diesen essentiellen Aufgaben riskieren sie Kopf und Kragen ohne jeglichen Rückhalt zu genießen.

Die westlichen Zivilisationen und Russland schaffen täglich mehr Fluchtursachen, etwa durch Waffenlieferungen, das Schüren von Konflikten, Freihandelsabkommen, das Abgraben von Rohstoffen und Edelmetallen, Zwangsprostitution, Sweatshops, die Massentierhaltung usw. 60 Millionen Menschen sind bereits weltweit auf der Flucht. Wahrscheinlich werden es noch mehr. Die Politik der Dienstleistungsstaaten wird die Fluchtursachen nie angehen. Schließlich müsste sie dafür wesentliche Einkommensquellen aufgeben. Daher brauchen wir eine kritische Bürgerbewegung, die sich diesen Themenkomplexen annimmt. Dann würde die Arbeit einzelner Aktivisten auch nicht mehr so gefährlich sein. Sie hätten einen breiten Rückhalt durch diese Bewegung.


Protestbewegungen in Deutschland – ein Armutszeugnis!

An Bürgerbewegungen mangelt es nicht, zumindest in Deutschland. Allerdings ist ihre Ausrichtung mehr als fragwürdig. Zum Beispiel wäre da die fremdenfeindliche PEGIDA-Bewegung, die viel zu feige ist, Fluchtursachen oder andere Probleme der Welt zu thematisieren. Bei ihr reicht es nur für Hassparolen und Volksverhetzung. Dazu ist sie der geeignete Nährboden für rechtsextremistische Straftaten. Die rechte Partei AfD und ihr Klientel stehen dem in nichts nach. Kein Wunder, dass es zahlreiche Überschneidungen zwischen PEGIDA und AfD gibt. U. a. machen die Pegidisten einen Großteil der AfD-Wähler aus. Ferner haben wir noch eine, im Vergleich zu PEGIDA kleine, sogenannte „Friedensbewegung“. Diese besteht allerdings aus (vorwiegend rechten) Verschwörungstheoretikern, verwirrten Esoterikern und anderen Opfern der Gesellschaft. Überschneidung gibt es hierbei zu den Reichsbürgern, einer Gruppierung ebenfalls rechter Verschwörungstheoretiker, die den deutschen Staat ablehnen.


All diese Bewegungen sind kontraproduktiv: Sie rütteln nicht an den Problemen der Welt, dafür an der inneren Sicherheit Deutschlands. Was wir nun dringend benötigen, ist etwas ganz anderer Natur: Eine Bewegung kritischer, intelligenter, mutiger Menschen verschiedener Kompetenzen, die über den Tellerrand blicken.