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06. September 2016 | Autor: Jennifer Gregorian

Einseitige Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik und AfD-Erfolge sind eine Schande für Deutschland

Nur 70 Jahre nach den Schrecken des Nationalsozialismus ist es wieder soweit: Ein Teil des Volkes schreit förmlich nach dem 4. Reich und lässt sich von Rattenfängern manipulieren. 

Rundgang der Kanzlerin Angela Merkel  am 18. "Tag der offenen Tür der Bundesregierung", 28.08.2016
Rundgang der Kanzlerin Angela Merkel am 18. "Tag der offenen Tür der Bundesregierung", 28.08.2016

Natürlich darf man die Politik der Kanzlerin kritisieren. Das gehört zur Demokratie. Und bei der Flüchtlingspolitik gibt es einiges zu kritisieren. Etwa die Verlegung der EU-Außengrenzen, die mit massiven Menschenrechtsverletzungen einhergeht. Die Entwicklungshilfe, die zur Grenzsicherung in die Hände von afrikanischen Diktatoren fließt. Der Türkei-Deal. Die tägliche Produktion von Fluchtursachen durch Rüstungsexporte, Ausbeutung und Umweltverschmutzung. Die mangelnde Versorgung der Flüchtlinge in Deutschland. Das fehlende Integrationskonzept. Die Aushöhlung des Rechts auf Asyl durch das Asylpaket II. Die Liste ist noch längst nicht vollständig. 

Kritik an Merkels Flüchtlingspolitik führt in eine tiefbraune Katastrophe

Die oben genannten Kritikpunkte werden allerdings kaum thematisiert. Die Mehrheit der Kritiker beanstandet stattdessen die offenen Staatsgrenzen. Für die Wirtschaft waren die Grenzen schon lange offen. Das hat die Betreffenden nicht weiter gestört. Doch sobald die ersten Opfer westlicher Raubpolitik deutschen Boden betraten, sollte die Grenze sofort dicht gemacht werden. Diesem Irrsinn ist Angela Merkel natürlich nicht nachgekommen, wodurch ihre Beliebtheitsskala in den Keller rutschte und Rechtsextreme großen Zulauf bekamen. 

Schande für Deutschland

Der Ruf nach dem 4. Reich ist eine Schande für das ganze Land! Vor allem für ein Land mit solch einer dunkelbraunen Vergangenheit. Gerade einmal 70 Jahre sind seit den Verbrechen der Nationalsozialisten vergangen. Einige ihrer Opfer sind noch am Leben. Der Ruf nach dem 4. Reich  ist ferner eine Schande, da er aus einem der reichsten Länder der Welt erklingt, das ein paar Schutzsuchende problemlos und sogar gut versorgen könnte. 


Ungerechtfertigte Vorwürfe gegen die Kanzlerin 

Die Forderung zur Grenzschließung ist unsinnig und außerdem volkswirtschaftlich nicht vertretbar. Bei der Ausbeutung, den Rüstungsexporten, dem Klimawandel durch die Massentierhaltung, den geschürten Konflikten im nahmen Osten, der Abgrenzung gegen Flüchtlinge mit Hilfe von Diktatoren usw. ist nicht allein Deutschland in der Verantwortung. Vielmehr handelt es sich um EU und auch um die NATO-Strategien. Die Bundesrepublik und ihre Kanzlerin sind nicht die einzigen Verursacher der Missstände. Es geht hier um komplexe Prozesse und Entscheidungen, auf welche Frau Merkel zwar einen Einfluss hat, die aber nicht allein ihrer Entscheidung obliegen. Zudem hat sie sicherlich auch die rechtsextremen Kritikpunkte der Egozentriker und Hetzer mit einbezogen, die inzwischen einen nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung ausmachen. Auch oder vor allem wegen der Rechtsextremismuskrise ist sie bemüht, die Zahl der Flüchtlinge möglichst gering zu halten. Anders lässt sich die innere Sicherheit in Deutschland nicht mehr gewährleisten. Etwas mehr Einsatz gegen rechte Propaganda und Gewalt wäre sicherlich angebracht gewesen. Nun ist es zu spät. Das Versäumnis müssen nun andere ausbaden. Womit wir wieder bei einem weiteren Kritikpunkt wären, der kaum Erwähnung findet.