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24. April 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

„Warum nehmen wir den Rechtspopulisten dieses Thema nicht weg“

Jürgen Domian über den Umgang mit Antisemitismus

Jürgen Domian / Foto: Michael von Aichberger / CC BY 3.0
Jürgen Domian / Foto: Michael von Aichberger / CC BY 3.0

Der berühmte ehemalige WDR- und 1Live-Moderator ist über den Übergriff gegen einen jungen Mann mit Kippa im Berliner Prenzlauer-Berg gar nicht verwundert. So etwas würde er täglich erwarten. Vielmehr wunderte er sich über die (gespielte?) Betroffenheit der Politik. Das sagte er am Montag, den 23.04.2018 gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger. Der 60-Jägrige hat bereits Erfahrungen mit Kulturrelativismus: Während seiner 30-jährigen SPD-Mitgliedschaft ist ihm immer wieder diese „Ignoranz“ und „reflexartige Abwehr“ begegnet, auf die man in „linksliberalen und intellektuellen Kreisen seit Jahrzehnten“ antrifft. „Wenn man Kritik an Kultur und Tradition unserer muslimischen Freunde äußerte“ landete man schnell „in die rechte Ecke“. Das habe die „AfD erst möglich gemacht“. In dem Sinne fordert Domian Heimatminister Horst Seehofer zum Handeln auf. Dabei ginge es nicht um die Frage, ob er Islam zu Deutschland gehöre, sondern um das Miteinander auf der Basis unseres Grundgesetzes. Abschließend stellt er die längst überfällige Frage: „Warum nehmen wir den Rechtspopulisten dieses Thema nicht weg“. Wobei es schon grotesk anmutet, das nun Faschisten, Rassisten und Holocaustleugner für Juden Partei ergreifen, natürlich nur um das Thema zu instrumentalisieren. Aber ein Land mit solch einer Vergangenheit sollte derartige Groteske stoppen, allein schon aus Respekt vor den Überlebenden des Holocausts und ihren Angehörigen.