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30. April 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Judenhass in Deutschland – drei große Baustellen

Der jüdische Anwalt, Dr. Michael Siegel, wird von der SA über den Stachus in München getrieben. Er ist eines der ersten Opfer des NS-Regimes und einer der wenigen Überlebenden. / Bundesarchiv, Bild 183-R99542 / CC-BY-SA 3.0
Der jüdische Anwalt, Dr. Michael Siegel, wird von der SA über den Stachus in München getrieben. Er ist eines der ersten Opfer des NS-Regimes und einer der wenigen Überlebenden. / Bundesarchiv, Bild 183-R99542 / CC-BY-SA 3.0

Kürzlich schockierte ein Video die Öffentlichkeit, das einen 19-jährigen syrischen Flüchtling zeigte, der mit einem Gürtel auf einen jungen Mann mit Kippa losging und auch noch eine Flasche zum Einsatz bringen wollte.
Politiker tun entsetzt, so als sei die Problematik plötzlich vom Himmel gefallen. Jährlich werden in Deutschland Rund 15.000 Straftaten gegen Juden registriert. 95 Prozent davon gehe auf die Kappe von Rechtsradikalen – mit inbegriffen sind hier auch Schmierereien. Für den Rest – darunter überwiegend schwerere Taten – müssen sich Muslime verantworten, wohlgemerkt nicht nur radikale Islamisten. Ob Palästina, Libyen, Syrien oder Libanon: Der Jude ist das Grundübel der Welt. Das weiß dort bereits jedes Kind. Es ist eine Selbstverständlichkeit. Wenn diese Leute nach Deutschland kommen, können sie sich gar nicht vorstellen, dass es so etwas schreckliches, wie Juden hier geben könnte. Schließlich hat Hitler das Problem doch eliminiert, oder? An dieser Stelle tut Aufklärung Not. Die Menschen unter ihresgleichen über Jahre in überfüllten Flüchtlingsunterkünften verrotten zu lassen, ist keine Lösung, sondern verstärkt das Problem. Soviel zu dem importierten Judenhass, von welchem die Kanzlerin spricht. Der ist es aber nicht allein: Wir haben auch noch den kulturell tief verwurzelten Antisemitismus, der heute bei Rechtsextremen von der AfD bis zu den Reichsbürgern anzutreffen ist und den herangezüchteten. Letzterer hat sich bei muslimischen Jugendlichen als Lifestyle und Antwort auf die Ausgrenzung aus der Gesellschaft entwickelt. Folglich hat Deutschland, was Judenfeindlichkeit anbelangt, drei große Baustellen.