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06. März 2016 | Autor: Jennifer Gregorian

Gut, dass islamistische Männer nach Deutschland kommen

Was soll daran gut sein? Berechtigte Frage. Wenn man nicht national sondern global denkt, ist es von Vorteil, wenn Menschen aus religiös und traditionell restriktiven Verhältnissen nach Deutschland oder in ein anderes, ebenfalls halbwegs emanzipiertes, Land gelangen.

Afghanistan / Quelle: Her vs Him - Herat, Afghanistan / Urheber: Marius Arnesen from Oslo, Norway / CC BY-SA 2.0
Afghanistan / Quelle: Her vs Him - Herat, Afghanistan / Urheber: Marius Arnesen from Oslo, Norway / CC BY-SA 2.0

Wegen der Verletzung von Menschenrechten rührt gewöhnlich kaum jemand einen Finger. Wenn diese Menschen Frauen sind, schon gar nicht. Wir können also lange warten, bis der Westen beispielsweise in den Iran einfällt und dort die Steinigung von Frauen verbietet. In Syrien, wo Deutschland von Anfang an gut mitgemischt hat, fiel nie ein Wort über Zwangsehen und Ehrenmorde, die dort an der Tagesordnung sind. Folglich kann man es nur begrüßen, wenn die betroffenen Frauen den Zuständen entkommen und nach Deutschland – oder ein anderes Land mit einem Ansatz von Gleichberechtigung – gelangen.
Sobald ein Mann nach Deutschland flieht, kann man davon ausgehen, dass er seine Familie nachholt (insofern vorhanden). Somit entkommen auch die Frauen den schlimmen Verhältnissen in ihrem Land.

Menschen aus religiös und traditionell restriktiven Strukturen in Deutschland

In Deutschland selbst hat man viel zu lange weggeschaut und Familienclans walten lassen. Das ist größtenteils heute noch so. Es müsste sich noch viel ändern, um die Opfer dieser Strukturen gebührend zu schützen und überhaupt, um diese Strukturen aufzubrechen.

Dennoch, es ist gut, wenn Menschen aus traditionell und religiös fundamentalistischen Zusammenhängen nach Deutschland kommen. Auch wenn der Opferschutz in der Sache sehr zu wünschen übrig lässt, sind die Frauen, Mädchen und auch die Männer, die aus den Strukturen ausbrechen wollen, hierzulande besser geschützt. Sie haben zumindest eine minimale Chance, auszubrechen. In ihrer Heimat wäre ein Ausbruch ausgeschlossen.

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Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die fundamentalistisch erzogenen Männer hier andere Werte kennen lernen. Einige finden sogar Gefallen daran. Gerade wenn sie noch jung sind, könnten sie sich für die westlichen Freiheiten interessieren. Im Gegensatz zu ihren Schwestern und Ehefrauen stehen ihnen auch viele Freiheiten zu. Es könnte aber auch sein, dass einige dieser Männer das Positive an der Gleichberechtigung erkennen (die hierzulande leider auch noch lange nicht vollzogen ist). Auch wenn dem nicht so ist, gewöhnen sie sich an ein neues Frauenbild: Frauen die ihre Vorgesetzten sind, die Auto fahren, allein im Cafe sitzen, mit Männern befreundet sind, sich selbst aussuchen, wen sie heiraten wollen etc.

Sicherlich gibt es Fundamentalisten, die hier genauso weiter machen wollen, wie in ihrer Heimat. Das ist eine ganz andere Welt, eine starre düstere Welt, die jegliche Freiheitsregung erstickt. Die Betreffenden haben Angst vor der Freiheit und vor allem Angst vor Frauen. Oftmals sind Hopfen und Malz verloren.

Aber andere sind offen für das neue, freie Leben. Sie lassen es zu, dass ihre Umgebung sie verändert und nehmen positive Aspekte der westlichen Kultur gerne an.

Die wollen wir hier nicht

Nicht nur Rechtsextreme sind nicht gerade Fans von streng religiösen Herren und ihren verstaubten Ansichten. Gerade den Feministinnen sind sie ein Dorn im Auge, zu Recht! Schnell kommt man in Versuchung zu sagen: „Die haben hier nichts verloren.“ Verständlich! Aber was ist die Konsequenz? Bleiben sie in ihrer gewohnten Umgebung, so werden sie weiterhin Verbrechen an Frauen verüben, ohne Angst vor Konsequenzen und ohne sich im Unrecht zu wähnen. Die Konfrontation mit der westlichen Lebensweise kann allerdings viel bewirken.


Demokratie und Gleichberechtigung als Pflichtfach

In Dänemark müssen Flüchtlinge Sprach- und Integrationskurse absolvieren, um Geld zum Lebensunterhalt für den Neustart zu bekommen. An eine Grundsicherung sollte man die Kurse nicht knüpfen, denn jeder Mensch hat einen Anspruch auf Unterkunft und Verpflegung. Allerdings sollten Kurse zum Erlernen der Sprache sowie zur Integration auch in Deutschland verpflichtend sein. In den Integrationskursen sollte man den Asylsuchenden Demokratie erklären und westliche Werte vermitteln, wie Religionsfreiheit und die in Deutschland ansatzweise realisierte Gleichberechtigung. Viele der Neuzugänge kommen aus einer ganz anderen Welt und haben keine Vorstellung von dem Leben in Deutschland. Es liegt an uns, sie da ranzuführen. Andernfalls bilden sich Parallelwelten und es entsteht ein andauerndes Konfliktpotential.

Deutschland hat bislang noch kein Integrationskonzept. Das ist ein Riesenversäumnis. Flüchtlinge verharren bis zu einem Jahr und länger perspektivlos in heruntergekommenen Unterkünften, ohne jegliche Kurse zu besuchen und ohne arbeiten zu dürfen. Diese Zustände sind nicht nur Gift für die Integration, sie sind auch für die Neubürger demotivierend und schaden dem ganzen Land.