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14. November 2015 | Autor: Jennifer Gregorian

Terror in Frankreich / Terrordrohung an Deutschland

Ursachen und Hintergründe

Entsetzen, Trauer, Wut – die Menschen im Westen rücken näher zusammen und fragen sich, wie das passieren konnte. Im Anbetracht der hier aufgezeigten Zusammenhänge sind die Anschläge zu erwarten gewesen. Ohne eine Kursänderung der USA und ihrer Verbündeten wird die Gefahr sich weiter erhöhen.

Karte der Terroranschläge vom 13. November 2015 in Paris // Urheber: Maximilian Dörrbecker (Chumwa) / CC BY-SA 2.0
Karte der Terroranschläge vom 13. November 2015 in Paris // Urheber: Maximilian Dörrbecker (Chumwa) / CC BY-SA 2.0 //Mit Klick vergrößern.

Freitag, der 13. November 2015 – Paris wird in den Abendstunden von einer Serie von Anschlägen erschüttert. IS-Terroristen zünden an sechs Stellen der Hauptstadt Sprengsätze und feuern mit Maschinengewehren in die Menge. Etwa 130 Menschen werden bei dem Massaker ermordet. Die Zahl der Todesopfer könnte noch ansteigen, da die Hälfte der rund 180 Verletzten in Lebensgefahr schwebt.

Stand der Ermittlungen bei den Terroranschlägen in Paris

Nach aktuellem Stand der Ermittlungen sollen sieben Attentäter ums Leben gekommen sein. Höchstwahrscheinlich waren aber noch mehr Terroristen an den Verbrechen beteiligt. Am 14. November 2015 wurde ein, dem Geheimdienst bekannter, französischer Staatsbürger und  Dschihad-Rückkehrer in Belgien festgenommen. Über die weiteren Täter ist noch nichts bekannt.

Ausnahmezustand in Frankreich

Der französische Präsident François Hollande hat die Grenzen dicht gemacht und den Ausnahmezustand ausgerufen.
„Dieser Überfall ist nur der erste Tropfen Regen und eine Warnung“, verkündet der IS in einer Internetbotschaft. Die Anschläge in Paris sollen laut der Terrororganisation ein Racheakt wegen Frankreichs Einsatz gegen den IS in Syrien und im Irak sein. Er sieht vor, weitere Terroranschläge zu verüben, sobald sich jemand ihm entgegenstellt. Und genau das hat Hollande vor. Er sieht die Attentate als Kriegserklärung an und will sein Land verteidigen. Das könnte eine Spirale der Gewalt zur Folge haben. Aber hinnehmen will er die Verbrechen gegen Frankreich und das französische Volk auf keinen Fall.

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Terrorankündigung für Deutschland

Deutschland und die USA haben Frankreich ihre Hilfe zugesichert. de Maizière will Frankreich deutsche Antiterroreinheiten zur Verfügung stellen. An der Front mitmischen wird Deutschland wahrscheinlich nicht. Man könnte meinen, die Terrorgefahr hierzulande würde sich damit in Grenzen halten. Fehlanzeige: Die fundamentalistischen Islamiten, wollen sich seit geraumer Zeit wegen des Einsatzes in Afghanistan rächen. Der IS hat hierzu ein Video auf Deutsch veröffentlicht. Darin drohen zwei deutschsprachige Kämpfer der Kanzlerin sowie der Bundesrepublik mit Angriffen und fordern ihre „Brüder und Schwestern“ auf, sich dem bewaffneten Kampf in Syrien oder im Iran anzuschließen. Aktuell gibt es in Deutschland rund 7000 militante Islamiten, wovon etwa 600 dem Ruf gefolgt sein sollen. Falls ihnen die Attentate vereitelt werden, würden sie in Deutschland und Österreich in die Häuser eindringen und morden. „Du brauchst nicht viel. Nimm ein großes Messer und schlachte jeden Kafir! Sie sind wie Hunde!“, sagt einer der beiden bärtigen Männer im Tarnanzug. Im Anschluss an die Ansage erschießen sie zwei Personen, die verhüllt und somit nicht zu erkennen sind.


Hintergründe zum IS

Wie konnte eine Terrororganisation so stark werden? Die Annahme, dass sie von irgendwo Unterstützung erhielten, liegt nahe: Dokumente der amerikanischen Defense Intelligence Agency (DIA), die der britische Enthüllungsjournalist Nafeez Ahmed ausgewertet hat, belegen, dass sich westliche Regierungen, allen voran die USA, mit al-Qaida und anderen islamitische Extremisten verbündet hatten, um Bashir al-Assad zu stürzen. Die Terroristen sollen auch vom Westen gesponsert worden sein, der selbst den Wunsch eines salafistischen Staates im Osten Syriens hegte, um den syrischen Diktator zu schwächen.

Ähnlich ging die USA mit ihren Verbündeten gegen den Irak vor. Die US-Invasion hat eine zersetzte Gesellschaft und ein Machtvakuums hinterlassen – ein guter Nährboden für Extremisten.
Auch Libyen blickt auf eine analoge Tragödie zurück: Nach dem Sturz von Muammar al-Gaddafi sind mehrere Rebbellengruppen, die ebenfalls von den USA unterstützt wurden, erstarkt und terrorisieren das Land. 

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Ferner war und ist der nahe Osten stets ein guter Abnehmer für Waffen. So soll u. a. amerikanisches, deutsches, französisches und russisches Geschütz beim IS gelandet sein. Dabei handelt es sich nicht „nur“ um einstige illegale Belieferungen der Terrorgruppen, sondern auch um offizielle Sendungen, etwa an Saudi Arabien und um Lieferungen an Assad (bevor er in Ungnade gefallen ist) sowie an seinen gleichnamigen Vater und Vorgänger.

Nachwuchs an Terroristen durch die USA und ihre Verbündeten gesichert

Als die USA den IS vor etwa zwei Jahren hochbrachte, hieß es, sie würden nur „moderate Rebellen“ unterstützen. Heute steht Assad immer noch auf der schwarzen Liste und die IS hat eine Eigendynamik angenommen, die sich gegen ihre einstigen Begünstiger richtet. Ironischerweise unterstützt die USA aktuell wieder „moderate Rebellen“ in Syrien. Die Kämpfen gerade an zwei Fronten: gegen die Truppen des Diktators und gegen den IS. In paar Jahren könnten auch die sich gegen den Westen richten.


„Das, was in Paris passiert ist hat mit Flüchtlingen gar nichts zu tun.“

Von den genannten Hintergründen ausgehend, trifft der Autor und Diplom-Psychologe, Ahmad Mansour, mit seiner Aussage ins Schwarze. Die Flüchtlinge sind die Opfer dieser verqueren Politik. Was in Frankreich passiert ist, erleben sie in Syrien fast täglich. Vor diesem Terror sind sie auf der Flucht.
Auch Sigmar Gabriel, warnt davor, die Verantwortung für die Verbrechen in Paris den Flüchtlingen zuzuschieben. Neben der Angst vor Terroranschlägen muss Deutschland nun auch noch mit einer Zunahme rechter Gewalt rechnen. Bereits kurz nach den Anschlägen, als noch nicht klar war, wer dahinter steckt, machten rechte Hetzer und Rechtspopulisten gegen Flüchtlinge mobil. Diese Tragödie zu instrumentalisieren, ist anmaßend und für die Überlebenden sowie für die Angehörigen der Opfer eine Zumutung!


Mansour, der stets um ein friedliches Zusammenleben zwischen Kulturen und Religionen bemüht ist, belegt seine Aussage damit, dass es sich bei IS-Anhängern um im Westen sozialisierte Jugendliche handle (nicht um Flüchtlinge), die einen Halt, Zugehörigkeit sowie einen Sinn bräuchten und aus der Menge herausstechen wollten. Sieht man mal genauer hin, wer aus Deutschland zum IS nach Syrien gefahren ist, bestätigt sich seine These: Es handelt sich um junge Leute, die in Deutschland geboren wurden. Es sind „Produkte unserer Gesellschaft.“, so der Autor. Er empfiehlt, dass man der Jugend die westliche Lebensweise und die Gesetze so nahe bringen sollte, dass sie Gefallen daran finden. Die jungen Dschihadisten würden all das nämlich ablehnen, ohne es wirklich zu kennen.

 

Terror –Ursache und Wirkung

Die westlichen Jungendlichen machen allerdings nur die Drecksarbeit. Der Drahtzieher bleibt die Terrororganisation im Nahen Osten. Und die Ursache des Ganzen führt zurück in den Westen, womit sich der (Teufels)Kreis schließt, den es zu durchbrechen gilt.