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17. November 2015 | Autor: Jennifer Gregorian

Rechte spielen Terroristen den Ball zu

Bereits wenige Minuten nachdem Terroristen in Paris über hundert Menschen in den Tod gerissen haben, stürzten sich Rechtspopulisten sowie Rechtsradikale auf den Vorfall, um ihn für eigene Propagandazwecke zu instrumentalisieren. Sie mobilisierten massiv gegen Flüchtlinge und hetzen ungeniert weiter. Dabei merken sie nicht, dass sie dem Feind damit den Ball zuspielen. 

Polizeifahrzeuge am Bataclan-Theater nach den Terroranschlägen, 14 November 2015 // Urheber: Maya-Anaïs Yataghène from Paris, France // CC BY 2.0
Polizeifahrzeuge am Bataclan-Theater nach den Terroranschlägen, 14 November 2015 // Urheber: Maya-Anaïs Yataghène from Paris, France // CC BY 2.0

In einer Sache sind sich Rechts, Mitte und Links einig: Islamistische Terroristen sind eine große Gefahr. Dann trennen sich schon die Gemüter. Viele aus dem rechten Spektrum vermuten Terroristen unter den Flüchtlingen. Die Mehrheit unterscheidet nicht einmal mehr zwischen Flüchtlingen und Kriminellen. Aber in Wahrheit sind die Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, zum größten Teil vor den fundamentalistischen Rebellen auf der Flucht. Diese Terroristen sehen sie als Feinde an und wollen sie ausrotten um ihre eigenen totalitären Vorstellungen umzusetzen. Selbst wenn die Verfolgten mehrheitlich Moslems sind, für die Fundamentalisten sind sie Ungläubige, die es zu vernichten gilt. Wenn es den Terroristen gelänge, ihre Feinde in den Fluchtländern in ein schlechtes Licht zu rücken, wäre es das ein großer Erfolg für sie. Das dürfen wir als demokratische Gesellschaft nicht zulassen. Die meisten der Flüchtlinge haben ähnliches durchgemacht, wie die Menschen in Paris. Nachdem wir den Horror nun auch so nah erlebt haben, müssten wir umso mehr Verständnis für die Geflohenen aufbringen.

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Rechte Gewalt destabilisiert die Bundesrepublik

Die IS hat dem Westen den Krieg erklärt. Als demokratische Gesellschaft sollten wir nun zusammenhalten und unser freiheitliches Leben verteidigen. PEGIDA, LEGIDA, AfD sowie deren verlängerter Arm, der Brandsätze legt, Menschen bedroht und angreift, tragen zur Destabilisierung des Landes bei. Somit handeln sie auch hier im Sinne der Terroristen. Rechte Demonstrationen und Gewalt ziehen einen enormen Kosten-, Zeit-, Verwaltungs- und Personalaufwand nach sich. Besonders heikel ist es, die ohnehin schwach besetzte Polizei durch sinnlose Gewaltverbrechen von den aktuell drohenden Gefahren abzuhalten. Deutschland muss nun an zwei Fronten kämpfen, gegen den Terror und gegen den Rechtsextremismus. Das müsste nicht sein!