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08. September 2012 | Autor: JG

Anfang September 2012 präsentierten laut Ankündung des Berlin Art Clubs (bac) über 80 Künstler aus 20 Ländern und 4 Kontinenten Positionen zeitgenössischer Kunst  bei der „bac 1st“  im Löwe Saal in Berlin.

Vernissage BAC / Photo: SPIN
Vernissage BAC / Photo: SPIN

Vom 4. bis 10. September 2012 fand die internationale Ausstellung „bac 1st“ des Berlin Art Clubs (bac) statt. In einem 2000 Quadratmeter großen Saal der Ludwig Loewe Höfe sollten mehr als 80 internationale und nationale Künstler ihre Werke präsentieren. Die Künstler Hubert König und Bishara Sabbagh (= die Veranstalter) wollten ein ganz besonderes Kunstevent in der Hauptstadt etablieren. Zudem sollte es eine Überleitung zur Berlin Art Week darstellen.

Bei der Ausstellung kam man nicht zufällig vorbei

Quer durch Moabit – nicht die attraktivste Gegend der Hauptstadt – bis fast nichts mehr kommt und dann in den Hinterhof einer Industrieanlage aus dem vorletzten Jahrhundert, mit dem Aufzug in die zweite Etage – da landet man nicht zufällig. Damit gezielt Leute hingehen, wurde das Event durch Pressemeldungen und in sozialen Netzwerken als „Highligt“ beworben. Somit nahmen neben den Austellern auch deren Angehörige und Bekannte an der Vernissage am 4. September 2012 teil. Bei mehr als 80 ausstellenden Künstlern füllte sich an diesem Abend der Saal allmählich. Es kostete ja auch nichts. An den anderen Tagen mussten Gäste Tickets kaufen. Das hielt noch diejenigen ab, die zum Industriegelände aufgebrochen wären. Dafür gab es täglich wechselndes Bühnenprogramm, so dass zumindest die Akteure und deren Leute anwesend waren. Die Hauptstadt ist von Kunst geradezu überlaufen. In der Regel finden täglich mehrere Kunstveranstaltungen statt. Wer soll da schon zu einem Industriegebiet fahren und Eintritt zahlen?

Die Vernissage fand um 19 Uhr statt. Aussteller, Akteure, deren Angehörige und Presseleute hatten schon um 16,30 Uhr Zutritt. Was Letztere so früh dort sollten, bleibt ein Rätsel: Es gab keine Pressekonferenz und keinen -rundgang. Macht nichts, war ja außer uns auch keine Presse anwesend. Ein Grund mehr, sich auch die Pressemappen zu sparen.
Dafür erhielten die Aussteller recht aufwendig gestaltete Kataloge. Das sollte ja bei dem Preis drin sein. Manche Künstler distanzierten sich gerade wegen des Preises von der Ausstellung. So teuer war es nun aber auch nicht und es gab sogar Gruppenrabatte. Ein Event solch einer Größenordnung zu organisieren, ist mit Sicherheit ebenfalls nicht billig, mal ganz abgesehen von der Arbeit, die dahinter steckt. Irritierend war vielleicht die Ankündigung als Event von und für Künstler. Das sollte aber nicht heißen: Hier gibt’s was für lau, sondern nur, dass die beiden Veranstalter auch Künstler sind und die Ausstellung somit nicht von Galleristen organisiert wurde. bac versteht sich ja auch als „Zuhause für alle bildenden wie darstellenden Kunstrichtungen und (…) Anlaufstation für Kunstinteressierte aller Sparten.“

Ein außergewöhnliches Kunstevent?

Die Veranstaltung basierte auf  einer „Verschmelzung aus Klang, Farbe, Gestalt und Darstellung“, was eine Innovation sein sollte. Ist es aber nicht, dieses Konzept wird bei vielen kleineren wie größeren Kunstevents längst angewandt. Man muss ja auch nicht das Rad neu erfinden, oder eines umbenennen. Es reicht schon völlig, wenn man diese „Verschmelzung“ gut hinbekommt. Der Klangkünstler vermochte Tonfarben aneinanderzureihen, die nicht störend wirkten, während man die Werke der Aussteller betrachtete. So konnte man sich ohne Ablenkung auf die Kunst einlassen. Nur bei den Aufführungen war es anders, da sollte man sich ja auch auf selbige konzentrieren.

Ein weiterer Aspekt des Konzepts bestand darin, neue und bekanntere Künstler zusammenzubringen - eine altbewährte Taktik. Wobei Bekanntheit wieder relativ gesehen wird. Im Grunde ist eine Person nur dann bekannt, wenn man sie auch außerhalb der Kunstszene kennt, etwa Gerhard Richter. Jedenfalls waren ein paar richtig gute Werke dabei, das heißt, außergewöhnliche Werke mit Aussagekraft. Gute Techniken hatten manche Aussteller ebenfalls drauf. Bei einigen Präsentationen stellte sich jedoch die altbewährte Frage: „Ist das Kunst, oder kann es weg?“ Und genau für diese Dinger hätten Interessenten ganz tief in die Tasche greifen müssen.
Fazit: „bac 1st“ hat Potential.

Sliderbild Vernissage bac / SPIN
Sliderbild Ausstellung bac / SPIN
Sliderbild Jovan Balov bei bac / SPIN
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