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06. August 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

Hoffest gegen die AfD und anderen rechten Müll in der "Wilma19"

Berliner Wohnprojekt organisiert ein Fest gegen Rechtsextremismus , mit Unterstützung der VVN und anderer Initiativen.

Hoffest gegen die AfD in der Magdalenenstraße 19, in Berlin Lichtenberg / SpIn
Hoffest gegen die AfD in der Magdalenenstraße 19, in Berlin Lichtenberg / SpIn

Am 5. August 2017 lud das generationsübergreifende Wohnprojekt "Wilma19", in der Magdalenenstraße in Berlin Lichtenberg, zum Hoffest ein. Hauptthema des vom "Aktiv in Lichtenberg e. V" organisierten Festes war der Widerstand gegen die AfD. Zu dem Zwecke hatte die "Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" (VVN-BdA) eine Ausstellung mit Hochglanzplakaten angefertigt. Wie kommen die Nazis bloß zu der Ehre? Andererseits schwanken auch wir von "Spezialinfo", ebenso wie viele andere Medienschaffende, zwischen Ignorieren und Informieren. Und für Letzteres ist die Ausstellung bestens geeignet. Sie beinhaltet alle Problemfelder der rechtsextremen Partei, von Neoliberalismus über Frauenfeindlichkeit und Homophobie bis hin zum Rassismus und Faschismus. Die dort Anwesenden bedurften vermutlich keiner Aufklärung, aber die Ausstellung kann auch von Schulen, Vereinen, Betrieben und anderen Organisationen bundesweit ausgeliehen werden. Wenden Sie sich hierfür an folgende Adressen:

Berlin: berlin@vvn-bda.de  
Hamburg: hamburg@vvn-bda.de
Schleswig-Holstein: sh@vvn-bda.de
Hessen: hessen@vvn-bda.de
Nordrhein-Westfalen: nrw@vvn-bda.de
Bayern: LV-Bayern@vvn-bda.de
Bundesbüro: bundesbüro@vvn-bda.de
Tel.: 030/55579083-2


Es reicht aber nicht, nur über die AfD, ihre Hintergründe und andere rechtsextreme Strömungen, Bescheid zu wissen: Man muss sich heutzutage in privaten wie in öffentlichen Diskursen gegen Rassismus behaupten können. Wie das geht erfuhren die Besucher beim "Stammtischkämpfer*innen-Training" mit dem Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus". Dort konnte man auch lernen, wie man sich von der AfD distanziert, wenn man mal eine Position mit ihr teilen sollte. Das passiert uns häufig bei der Kritik an islamistischen Unterdrückungsmechanismen gegen Frauen. Aber was Frauenrechte angeht, kann die AfD mal schön die Klappe halten! Schließlich will sie zu den 30ern zurück und alle Errungenschaften der Frauenbewegung der 70er zunichte machen. An dem Punkt setzte der anschließende Workshop an, da ging es um den Antifeminismus der AfD.

Um 16:00 Uhr führte die VVN die Gäste auf die Spuren des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte. Anhand von Stolpersteinen erfuhren sie von dramatischen Einzelschicksalen sowie von einer Politik der Vernichtung, wie sie uns aktuell auch bevorsteht und die wir unbedingt verhindern müssen (!).

Trotz all der Dramatik war auch für Spaß, Spiel, Unterhaltung und das leibliche Wohl gesorgt. Bei Apfelsaft aus Eigenproduktion und einer großen Auswahl an selbstgebackenen Kuchen – fast die Hälfte sogar vegan – konnten die Besucher in gemütlicher Bierzeltatmosphäre chillen. Die Kleinen erwartete ein buntes Rahmenprogramm aus u.a. Kinderbuchlesungen, Clowns und Kinderdisko. Und später kamen die Erwachsenen auf ihre Kosten: ab 18:00 Uhr gab es Live-Musik verschiedener Genres und gute Stimmung trotz trübem Wetter.