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22. Februar 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Islam ausrotten nicht nur in Deutschland – zu Bernd Höckes Rede in Eisleben

Vor 75 Jahren soll laut AFD-Politiker Bernd Höcke in Deutschland noch alles okay gewesen sein. Dahin führt also der Weg! Sollte aber nichts Neues sein. Dazu will Höcke seine "Deislamisierung", beginnend beim Bosporus, auch auf andere Länder ausdehnen.

Höcke im Thüringer Landtag / Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de
Höcke im Thüringer Landtag / Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de

Eisleben, 20.01.2018: Männer mittleren Alters, unkreativ in grau und braun gekleidet, jubeln dem Goebbels-Imitator auf der Bühne zu. Dazwischen sind auch ein paar blonde Opfer, alias Frauen. Bei Höcke und bei der AfD im Allgemeinen haben Frauen nur zwei denkbare Rollen: das Opfer, das der deutsche Mann retten muss und die versorgende Gebärmaschine. Fragt sich nur was die Lesbe an der Spitze treibt. Soll die nicht irgendwann ausgerottet werden? Aber das ist ein anderes Thema. Bleiben wir mal bei der Rede von Bernd. Sie war lang, unendlich lang, gruselig, voller Biologismen und leider geschickt aufgearbeitet. Da hat der Thüringer AFD-Vorsitzende bei seinen Vorbildern aus der NS-Zeit viel gelernt. Massenmanipulation hat er drauf, das muss man ihm lassen. So ganz auf der Höhe ist er dabei jedoch nicht. Das muss er auch nicht, denn die Masse schluckt auch so alles.

Im Dritten Reich war alles Besser

Höcke sagt, dass uns „seit 75 Jahren das Hirn breiig gemacht“ werde. Das impliziert, dass bis 1943 alles paletti war. Dahin will die AfD also. Falls jemand es bisher nicht gemerkt haben sollte. Nun dürfte aber auch wirklich allen klar geworden sein, was diese Organisation mit unserem Land vorhat. Oder etwa immer noch nicht?

Deislamisierung

„Ein Muslim, der friedlich hier lebt und der sich ohne wenn und aber im öffentlichen Raum an Recht und Gesetz hält, dem muss man tolerieren.“ Noch „muss“ man das. Aber nach der "Deislamisierung" ist Schluss damit: „Wir müssen die Deislamisierung Deutschlands und Europas vorbereiten.“ Bei seinen Vorgängern hieß es, Deutschland „ausmisten“, „judenfrei“ machen. Aber keine Sorge, die Juden wurden nicht vergessen, sie sind gleich nach den Moslems dran.

Angriffskriege in muslimische Länder angefangen bei der Türkei

„Das, was wir jetzt noch nicht durchsetzen können, weil wir noch nicht die Macht haben, aber wir werden die Macht bekommen, und dann werden wir das durchsetzen, dann werden wir das durchsetzen was notwendig ist, damit wir auch noch in Zukunft euer/unser freies Leben leben können. Dann werden wir nämlich die Direktive ausgeben, dass am Bosporus mit den drei großen M, das heißt Mohammed, Muezzin und Minarett, Schluss ist, liebe Freunde.“, so Höcke. Das heißt, der Islam soll nicht nur im eigenen Land ausgerottet werden, sondern auch in anderen. Am besten beginnt man mit der Türkei und arbeitet sich dann weiter. 

 

Höcke, der antikapitalistische Systemgegner

Zwar wird seine Nazipartei nie müde zu behaupten, sie sei eine demokratische Partei, die auf der demokratisch-freiheitlichen Grundordnung gründet, aber immer wieder distanziert sie sich – geradezu schon aggressiv – von unserer Verfassung. In seiner Rede weist Höcke darauf hin, dass es gut sei, bei linken Theoretikern zu lernen, natürlich ohne deren Ideologie anzunehmen. Sie hätten schließlich das aktuelle System sehr gut analysiert. Er gibt sich als Systemgegner. Eine ehrliche Geste. Was such die AfD dann aber im Bundestag. Sollte sie nicht eher als Terrororganisation im Untergrund agieren. Klar. Nur könnte sie dort nicht so eine große Gefolgschaft rekrutieren. Ohnehin gibt sich Höcke stets antikapitalistisch, was schlichtweg schizophren wirkt, wenn man dem das Parteiprogramm gegenüberstellt.

Keine Chance für Deutschland

Wie es aktuell aussieht, hat das Land keine Chance mehr. Die Faschisten wurden in den Bundestag zugelassen und bekleiden wichtige Ämter. Zwar haben über 80 Prozent der Deutschen sie nicht gewählt. Der Widerstand ist dennoch dürftig. Viele Menschen und auch Vertreter der Leitmedien, Politiker etc. lassen sich von den Rechtsextremen einen Maulkorb verpassen: Sie bezeichnen sie nicht, als das was sie sind, als Nazis. Somit können Letztere ein verzerrtes Bild nach außen propagieren und ihre Anhängerschaft in Sicherheit wiegen. Einige der Bevormundeten glauben selbst sogar daran, dass es sich bei der AfD um eine demokratische, rechtskonservative Partei handelt, etwa wie bei der CSU. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall: Wenn man bei dem Parteiprogramm zwischen den Zeilen liest, die Reden anhört, die Akteure unter die Lupe nimmt und die Verbindungen der Organisation durchleuchtet zeichnet sich ein ganz anderes Bild ab.
Nun aber zurück zu denjenigen, die nicht die AfD gewählt haben: Der größte Teil ist politisch gar nicht interessiert und verkennt die Situation. Es gibt sogar viele Muslime, die nicht blicken, dass sie die Verfolgten sind und sich ihre Lage extrem verschlimmern könnte, wenn man jetzt nicht handelt.
Unter diesen Voraussetzungen stehen die Aussichten gut für ein zweites Nazideutschland.