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16. Januar 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

Die Fürsprecherin der Unterdrücker

Über die Frau an der Spitze patriarchaler Strukturen

Sie ist politisch und sozial hoch engagiert, lebt quasi das Leben einer emanzipierten Frau, predigt aber ein antiquiertes Rollenbild. Sie wird von streng patriarchalen Systemen missbraucht und von rückständigen Männern gefeiert. 

Frauke Petry bei einer Kundgebung der AfD im Münchner Hofbräukeller, 2016 / Harald Bischoff / CC BY-SA 3.0
Frauke Petry bei einer Kundgebung der AfD im Münchner Hofbräukeller, 2016 / Harald Bischoff / CC BY-SA 3.0

In jedem streng patriarchalen System gibt es sie, diese hoch engagierten Damen, die die eigene Vernichtung huldigen. Man findet sie in allen streng patriarchalen Zusammenhängen, wie etwa bei Rechtsextremen oder bei strengen Islamisten. Sie sprechen die Sprache und verwerten die Werte der Unterdrücker, um sich in deren Gunst zu suhlen. Und die Unterdrücker feiern sie und tragen sie auf Händen. Zudem nutzen sie diese Vorzeigefrauen um ihrem Unterdrückungssystem nach außen einen  emanzipatorischen Touch zu verleihen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Satz, den man aktuell öfters hört: "In der AfD sind mehrere Frauen an der Spitze, die Partei ist nicht frauenfeindlich."

Die aktive Fürsprecherin der Unterdrücker und die Emanzipierte haben viel gemeinsam, allerdings trennen sie Welten

Die aktive Fürsprecherin der Unterdrücker hetzt auf den Bühnen der Politik gegen Frauen und jede feministische Regung. Sie reist, hält Vorträge, tritt in Talkshows auf und schreibt Bücher. Im Grunde lebt sie das Leben einer emanzipierten Frau, die sich in der Welt verwirklicht. 


Mit Antifeminismus Karriere machen ist einfach

Die Herren, die geistig im Mittelalter hängen geblieben sind und auch heute am liebsten einen Scheiterhaufen für jede einzelne Feministin errichten möchten, freuen sich über jede weibliche Mitstreiterin. Antifeminismus kommt gut an, ist hip, trendy und sexy. Nicht etwa wie diese hässlichen, biederen Feministinnen, die so sein wollen wie Männer. Wo bleibt da noch der reizvolle Unterschied, also die Schwäche, wodurch man die Dame des Herzens nach Belieben unterdrücken und missbrauchen kann? Eine ebenbürtige Partnerin? Nein, ich bin doch nicht schwul! - Soviel zu den Gedankengängen der Unterdrücker. Schreibt eine Frau also, dass sie sich gerne quälen lässt, oder dass sie es als Berufung empfindet, Kinder zu gebären, freuen sich die Unterdrücker. Diese Damen spielen ihnen den Ball zu. So als würde ein Sklave behaupten, dass es seine glückliche Bestimmung sei, unentgeltlich zu dienen. Folglich kann jede beliebige Frau mit einem antiemanzipatorischen Essay, Buch, mit entsprechenden Aussagen etc. schnell und einfach Berühmtheit erlangen.