Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie zu, dass wir Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen.

Suche öffnen
19. Oktober 2015 | Autor: Jennifer Gregorian

Rechte für Frauenrechte?

Dass rechte Organisationen, hier insbesondere PEGIDA, um die Rechte der Frauen besorgt sind, ist bloßer Hohn.

Eva Herman verbreitet rechte, antifeministische Thesen. // Eva Herman während einer Lesung in Timmendorfer Strand 2008 / Urheber: René Kleinschmidt (de:User:BalticSea) / public domain
Eva Herman verbreitet rechte, antifeministische Thesen. // Eva Herman während einer Lesung in Timmendorfer Strand 2008 / Urheber: René Kleinschmidt (de:User:BalticSea) / public domain

Die fremdenfeindliche PEGIDA-Bewegung richtet sich unter anderem gegen extreme Islamisten. Das soll schon ihr Name verraten. „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Der verrät aber noch mehr: Die Pegidisten müssen Paranoiker oder gute Rhetoriker sein (wahrscheinlich sind erstere die Gefolgschaft und letztre die Anführer): Die „Islamisierung“ ist nämlich ein Hirngespinst. Unabhängig davon stellen radikale Islamisten eine Gefahr dar. Wenn sich die Organisation gegen die IS, Slafaisten und dergleichen richten würde, hätte sie durchaus ihre Berechtigung. In Wirklichkeit handelt es sich aber um eine rassistische Bewegung, die gegen Moslems im Allgemeinen, Flüchtlinge, Menschen mit Migrationshintergrund, Flüchtlingshelfer, Politiker und Journalisten hetzt.


Ein Argument dieser rechtsgesinnten Bürger sind die Rechte der Frauen, die im Islam schwer missachtet würden. Im Christentum, im Judentum und in sämtlichen Religionen kommen Frauen ebenfalls nicht besonders gut weg. Es kommt eben darauf an, wie man jeweils die widersprüchlichen religiösen Inhalte interpretiert und was man daraus macht. Das ist aber ein anderes sehr umfassendes Thema. Kurios ist auf jeden Fall, dass Rechte sich plötzlich Frauenrechte auf die Kappe schreiben. Dabei sind Frauen bei ihnen doch für Heim und Herd vorgesehen. Da könnten sie sich fast mit islamitischen Fundamentalisten die Hand reichen.

Rechte Vorzeigefrauen

Neonazi-Organisationen sind sehr männerdominant. Dennoch verfügen sie in der Regel über circa ein bis drei Vorzeige-Püppchen und ein paar Mitläuferinnen. Die Vorzeigefrauen scheinen auf den ersten Blick sogar emanzipiert. Einige sind neben Kochen, Stricken und sich um den rechten Nachwuchs kümmern, auch mit Propaganda befasst. An die vorderste Front oder zu den Entscheidungsträgern schaffen sie es jedoch nicht. Am Rande gibt es noch paar wenige, mehr korpulent als kräftige „Schlägerweiber“, die bei Randalen dabei sind.


In rechten Parteien und Organisationen, die sich von den Randalierern pro Forma distanzieren, trifft man häufiger Damen in der Gefolgschaft an. Oft schicken solche Organisationen einzelne Fürstreiterinnen in den rhetorischen Kampf. Ein Beispiel wäre Eva Herman, die in ihren Publikationen Frauen zur Selbstunterwerfung animiert. Sie selbst lebt aber genau das Gegenteil: Anstatt Heim und Herd zu hüten und dabei still zu sein, schreibt sie Bücher und zieht mit ihrer rechten, frauenfeindlichen Propaganda durch die Medienwelt. Weitere Beispiele wären Katrin Oertel oder Frauke Petry.

Sorge um den Besitz

Auch die Sorge der Pegidisten um die Rechte der Frauen ist eine Farce. Da waren die Proteste der NPD und Konsorten gegen Kinderschänder weitaus glaubwürdiger: Obwohl es sich um eine populistische Propaganda-Maßnahme gehandelt hat, waren sicher einige Mitläufer und Mitstreiter dagegen, dass Kinder missbraucht werden.

Es ist dennoch gut möglich, dass sich einige, um ihre Frauen sorgen. Das sind diejenigen, die selbst ein verstaubtes, sexistisches Frauenbild haben – keine Seltenheit in diesen Kreisen. Sie sehen die Frauen als beschützenswerten Besitz. Von selbst sind die Damen ohne jeglichen Einfluss, schwach und unfähig sich zu wehren. Sie müssen also beschützt werden. Diese Aufgabe wird umso schwieriger, wenn nun vitale Machos aus anderen Kulturkreisen erwartet werden. Die sollen noch gehievter sein und könnten den deutschen Machos ihren Besitz streitig machen.


Ganz gleich ob leere Propaganda oder Angst um den Besitz, wenn Rechte um Frauenrechte besorgt sind, wird die Sache lächerlich.