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06. August 2016 | Autor: Jennifer Gregorian

Wo bleibt der starke deutsche Mann?

Taharrush gamea entfacht sexistische Diskussion in Deutschland.

Superman, Beschützer / © juliars - Fotolia.com
Superman, Beschützer / © juliars - Fotolia.com

"Taharrush gamea" bedeutet auf Arabisch "gemeinschaftliche Belästigung". Dabei handelt es sich um eine sexistische Strategie gegen die Selbstbestimmung der Frau, die 2011 auf dem Tahrir-Platz in Kairo (Ägypten) ihren Anfang fand. In der arabischen Welt ist diese "gemeinschaftliche Belästigung" längst an der Tagesordnung. Seit der Silvesternacht 2015/2016 hat sie auch in Deutschland sowie in anderen europäischen Staaten Einzug gefunden.

Taharrush gamea – umzingeln, isolieren, belästigen

Bei dieser perfiden Strategie umzingeln 20 bis 40 Männer eine Frau und begrabschen sie. In dem Kontext kommt es sogar zu Vergewaltigungen. Das Opfer hat es also mit einer Horde von Angreifern zu tun, die es alle gleichzeitig attackieren. Dazu schirmen sie es nach außen ab, so dass nicht einmal die Polizei effektiv einschreiten kann.

Anmaßende Reaktion der Männer

„Wir müssen die schwachen Frauen beschützen.“, „Die Frauen können sich nicht wehren.“ - so und so ähnlich lauten die Statements unbeteiligter Herren. Dabei konstruieren sie ein Bild der schwachen, unbeholfenen und unzulänglichen Frau. Würden die Angreifer es auf Männer abgesehen haben, würde es ihnen nicht anders ergehen. Selbst wenn 20 bis 40 wild gewordene Frauen über sie herfallen würden, hätten sie nichts zu lachen. Männer, die es mit einer Horde von Angreifern aufnehmen, kennt man nur aus Action-Filmen, die bewusst derlei Allmachtsfantasien bedienen. Dabei ist es für jeden Menschen eine Herausforderung, sich auch „nur“ gegen 3 oder 4 Angreifer zur Wehr zu setzen. Sobald ein Mann von einer Bande von Hooligans zusammengeschlagen wird, kommt niemand auf die Idee zu sagen: „Der arme Kerl ist zu schwach, wir müssen ihn beschützen.“ Hier merkt man die Diskrepanz im öffentlichen Diskurs.


Ferner kann ein einzelner Maulheld, eine Frau nicht vor 40 Kerlen beschützen. Dadurch, dass sie umzingelt ist und massiv angegangen wird, kann sich kaum ein Mensch zu ihr Zugang verschaffen. Für derartige Attentate braucht man ganz neue Strategien und schärfere Gesetze. Ein Anfang sind die minimale Verschärfung des Strafmaßes für sexuelle Belästigung und die Strafbarkeit aller Akteure von Gruppenübergriffen.

Das Konstrukt der schwachen Frau hat sich verselbstständigt

Seit die Menschheit sesshaft geworden ist, werden Frauen unterdrückt. Es wird ihnen von klein auf eingeredet, schwach und unfähig zu sein. Sie bekommen komplizierte Kleidung und werden zur Bewegungsunfähigkeit angehalten. Diese Form der Konditionierung nimmt mit der patriarchalen Vorherrschaft und der Rückständigkeit der jeweiligen Gesellschaft zu. In einigen stark patriarchalen Ländern aus dem arabischen Lebensraum, leiden Frauen sogar an Krankheiten, die auf Bewegungsmangel zurückzuführen sind. In den Dienstleistungsstaaten sind sie „lediglich“ mit dem „Schönheits“wahn sowie mit kostenfreier Hausarbeit befasst und lernen nicht, sich zu wehren. Vielmehr lassen sie ihre physische Reaktionsfähigkeit und ihre Kraft verkümmern. Diese Tendenzen lösen sich jedoch langsam.

Das Patriarchat hat den Mythos der „schwachen Frau“ konstruiert und dieser hat sich durch Rituale und öffentliche Diskurse verselbstständigt. Auch der aktuelle Ruf nach dem starken deutschen Mann, der seine Frauen vor den arabischen Angreifern schützen soll, zielt in diese Richtung. Vielen Protagonisten ist das nicht einmal bewusst.


Selbstverteidigung für Frauen

Seit den Silvesterattentaten stürmen Frauen in Selbstverteidigungskurse. Keine wird dadurch zu Chuck Norris und kann es mit 40 Angreifern aufnehmen. Dafür wird aber die Reaktionsfähigkeit dieser Frauen aus dem Dornröschenschlaf geweckt und sie werden sich ihrer Kraft und ihrer Möglichkeiten bewusst. Diese Entwicklung wird das Konstrukt der schwachen Frau nicht unbeschadet überstehen. Das ist der einzige positive Nebeneffekt  von Taharrush gamea. Sicherlich werden viele Frauen durch die Angriffe verängstigt und traumatisiert. Aber ein großer Teil wird auch wachsen. Eine Tendenz, die weder von den sexistischen Angreifern noch von den Möchtegernbeschützern gewollt ist.

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